Friseur, Friseurin, Frisör
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Was gilt für Friseurbetriebe?

Die Arbeit darf nur unter Einhaltung verschiedener Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.

++ Update ++ 13.07.20

Bislang galt für mobile Friseurinnen und Friseuren ein generelles Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern. Dieses Besuchsverbot wurde aufgehoben, jedoch können die einzelnen Einrichtungen gesonderte Bestimmungen treffen.

++ Update ++25.06.20

Bisher galt, dass Friseurinnen und Friseure ihrer Kundschaft vor jeder Dienstleistung die Haare waschen sollen. Aufgrund aktueller Erkenntnisse über die Infektionswege von SARS-CoV-2 hat die BGW ihre Empfehlungen dahingehend geändert, dass eine Haarwäsche vor dem Haarefärben nicht mehr nötig ist, wenn Beschäftigte beim Auftragen und Auswaschen der Farbe Handschuhe tragen.

++ Update ++ 20.05.20

Die BGW stellt auf ihrer Website verschiedene Infomaterialien für Friseursalons bereit, darunter auch ein Plakat mit Verhaltensregeln für den Friseurbesuch.

mehr Infos

++ Update ++ 08.05.20 ++

Der Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk wurde zum 8. Mai angepasst. Die sogenannten "gesichtsnahen Dienstleistungen" (Tätigkeiten wie Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege) sind nun unter denselben strengen Bedingungen wie in Kosmetikstudios erlaubt: Beschäftigte müssen eine Atemschutzmaske ohne Ausatemventil (mindestens FFP2, auch gleichwertige Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95) tragen, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild.

++ Update ++ 30.04.20 ++

Zeitschriften dürfen wieder unter Hygieneauflagen (bei Beschäftigten: Händehygiene nach Kontakt) zur Verfügung gestellt werden.



EineÄnderung der Niedersächsischen Verordnung zum Schutz vor Neuinfektionen mit dem Corona-Virus erlaubt Friseurinnen und Friseuren unter Beachtung von Hygieneregeln ab dem 4. Mai wieder zu arbeiten, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden zu gewährleisten.
  • Friseurinnen und Friseure müssen bei der Arbeit eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und nach jedem Kunden eine Händedesinfektion durchführen.

Außerdem dürfen nur Kunden bedient werden, die bereit sind, ihren Namen und ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Ferner muss der Zeitpunkt des Vertretens und Verlassens des Salons dokumentiert und für drei Wochen aufbewahrt werden, damit bei möglichen Infektionen eine Rückverfolgung möglich ist.

Mit der Änderung der Verordnung wird dem vorausgegangenen Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder Rechnung getragen, der eine Öffnungsoption für Friseure vorsah. Die Änderungen treten am 4. Mai in Kraft.  Zusätzlich sind die arbeitsschutzrechtlich verbindlichen Vorgaben des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk zu beachten.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat in Absprache mit den Zentralverband des Friseurhandwerks einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Friseurbetriebe erarbeitet.
Diese Vorgabensind für Friseurbetriebe arbeitsschutzrechtlich verpflichtend und ergänzen den  SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesarbeitsministeriums um branchenspezifische Vorgaben. Die Einhaltung der Vorgaben wird durch die Gewerbeaufsichtsämter kontrolliert.

Ziel ist es, das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus für Inhaber, Beschäftigte und Kunden von Friseursalons bestmöglich zu reduzieren.

Der neue Branchenstandard enthält Hygieneregeln, Handlungsanweisungen und räumliche Vorgaben. Dabei gilt die Rangfolge: technische vor organisatorischen vor persönlichen Schutzmaßnahmen.

Zu den verpflichtenden Maßnahmen in Deutschland gehören unter anderem:

  • Mund-Nasen-Schutz für Beschäftigte und Kundschaft
  • Obligatorisches Haarewaschen im Salon
  • Ausreichende Schutzabstände, gegebenenfalls mit Anpassung von Friseurarbeitsplätzen
  • Abschaffung von Wartezonen
  • Verwendung jeweils gereinigter Arbeitsmaterialien je Kunde
  • Optimierte Lüftung
  • Unterweisung der Beschäftigten in Schutzmaßnahmen, Händehygiene und Hautschutz

Die BGW berät Friseurbetriebe bei der Umsetzung und überprüft die Einhaltung der Regelungen. Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie weitere Informationen zum Umgang mit der aktuellen Situation finden Sie hier.



Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Bitte beachten Sie auch die ausführlichen FAQs der BGW.

Die Einhaltung der Vorgaben wird durch die Gewerbeaufsichtsämter kontrolliert. Bei Fragen oder Verstößen sind die örtlichen Ordnungsämter bzw. Kommunen Ansprechpartner.

Friseurräume müssen ausreichend belüftet werden, um die Virenkonzentration und Infektionsgefährdung zu verringern. Regelmäßiges Lüften ist als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen anzusehen.

Laut BGW ist für Friseurräume eine geeignete Raumlüftung vorzusehen. Sofern die Gefährdungsermittlung keine anderen Hinweise ergibt, kann der*die Arbeitgeber*in davon ausgehen, dass eine Frischluftmenge von 100 m3/h je Mitarbeiter*in ausreichend ist. Für die Auslegung der Lüftung sind dann die mit Friseurarbeiten beschäftigten Personen maßgeblich. Die Lüftung kann durch Abluftventilatoren, natürliche Querlüftung oder eine Raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) erreicht werden und muss jederzeit, also auch im Winter, gewährleistet sein (Pkt. 5.2 TRGS 530).

Praxistipp: Bei größeren Räumen soll die Ladentür weit geöffnet bleiben, ein gekipptes Fenster reicht nicht aus. Ist dies beispielsweise aufgrund geringer Außentemperaturen nicht möglich, ist regelmäßiges (stündliches) Stoßlüften notwendig, am besten mit Querlüftung. Das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 über raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) ist insgesamt als gering einzustufen. RLT-Anlagen sollen daher nicht abgeschaltet werden. Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen ist, soweit es technologisch möglich ist, zu vermeiden.

Informationen zum Thema bieten auch das BMAS und das RKI.

Das Gleiche gilt für Luftbefeuchter oder Luftreiniger. Eine mögliche Verteilung des Virus im Raum muss ausgeschlossen sein. Ob die aufgestellten Geräte dies gewährleisten können, ist zu prüfen.

Laut BGW ist die Nutzung von Ventilatoren nach derzeitigem Kenntnisstand nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Folgende Punkte sind dabei zu bedenken:

  • Der Einsatz von Geräten im Umluftbetrieb (z.B. Ventilatoren, mobile und Split-Klimaanlagen und Heizlüfter) soll nur in Räumen mit Einzelbelegung erfolgen.
  • Der Luftstrom sollte nicht direkt auf Personen gerichtet sein, da dies zu einer schnelleren und weiteren Ausbreitung etwaiger Aerosole beitragen kann. 
  • Eine bessere Wirkung wird durch allgemeine Maßnahmen zur Raumkühlung erzielt (z. B. Raumlüftung über Nacht, Außenjalousien).
  • Zur Reduktion der Aerosolkonzentration in Innenräumen ist ein Luftwechsel durch Öffnen von Fenstern oder Einsatz von Lüftungsanlagen die wirksamere Maßnahme.

Am Arbeitsplatz ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) verpflichtend, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Folgende Tipps können bei hohen Temperaturen hilfreich sein:

  • Achten Sie auf Tragepausen und verbringen Sie die Pausen am besten an der frischen Luft. Pausen können z.B. bei der Terminplanung mit beachtet werden.
  • ätigkeiten mit und ohne Maske sollen sich möglichst abwechseln.
  • Vermeiden Sie eine direkte Sonneneinstrahlung am Arbeitsplatz, damit sich die Räume nicht unnötig aufheizen (z.B. Außenjalousien). Auch die Raumlüftung über Nacht oder am frühen Morgen sorgt für eine kühlere Raumluft. Häufiges Querlüften führt zudem zu einer geringeren Konzentration von vorhandenen virenbelastenden Aerosolen.
  • Probieren Sie unterschiedliche Masken aus. Es gibt viele verschiedene Stoffe und (Einweg)-Materialien, die sich auch im Tragekomfort unterscheiden.
  • Achten Sie auf einen Wechsel der Masken. Bei Durchfeuchtung sind die Masken sofort zu wechseln.

Die Dokumentation der Kundendaten muss datenschutzkonform erfolgen, d.h. die Daten müssen technisch und organisatorisch vor unberechtigtem Einblick und Zugriff geschützt werden. Außerdem müssen die Kunden – wie bei jeder Erhebung von Kundendaten – darüber informiert werden, welche Daten zu welchem Zweck und auf welcher rechtlichen Grundlage erhoben und genutzt werden. Erhobene Daten dürfen nur für die vorgesehenen Zwecke des Infektionsschutzes verwendet werden und nicht etwa zu Werbezwecken. Die erhobenen Daten müssen drei Wochen aufbewahrt werden, aber spätestens einen Monat nach dem letzten Kontakt mit der betreffenden Person vernichtet bzw. gelöscht werden.

Ausführliche Informationen zum Thema Datenschutz sowie Mustervordrucke finden Siehier.

Kundinnen und Kunden, die der Dokumentation der Kundendaten nicht zustimmen, müssen auf die Dienstleistung verzichten.
Auch Kundinnen und Kunden müssen während des Friseurbesuchs eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Auf diese arbeitsschutzrechtliche Vorgabe hat sich die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege in Absprache mit dem Zentralverband des Friseurhandwerks geeinigt. Diese Vorgaben sind für die Friseurbetriebe verpflichtend und werden durch die Gewerbeaufsichtsämter kontrolliert.
Kundinnen und Kunden, denen das Tragen einer Bedeckung aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, dürfen grundsätzlich zum Friseur gehen. Die Berufsgenossenschaft empfiehlt in diesen Fällen, dass der Friseur einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz trägt, der den Standard N95 erfüllt (anpassbar an die Gesichtsform) oder bei entsprechender Verfügbarkeit auch das Tragen einer FFP2-Maske (ohne Auslassventil).
Kinder wurden ebenfalls als Überträger des Virus identifiziert und müssen – wenn sie alt genug sind – eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Kinder die dafür zu klein sind, sollten sich aktuell nicht in einem Friseursalon aufhalten. Die Anwesenheit von Eltern beim Frisieren ist eine Einzelfallentscheidung und abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes. Alle müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und auf den nötigen Abstand achten.
Andere Personen oder Kinder, die keine Friseurdienstleistungen in Anspruch nehmen und nur anwesend sein sollen, sollten nicht mitgebracht werden. Der Corona-Arbeitsschutzstandard für Friseursalons erlaubt keine Wartebereiche mehr . Die Aufnahmekapazität ist durch die strikten Abstandsregelungen ohnehin stark begrenzt. Demnach ist der Aufenthalt von weiteren Personen im Salon nicht gestattet. Anders verhält es sich mit Personen, die zur Betreuung oder Aufsicht oder für Hilfestellung unbedingt notwendig sind.
Nein, für Kinder gilt der selbe Grundsatz wie für alle anderen Personen:  Die Arbeitsschutzstandards schreibt vor, dass bei jedem Kunden die Haare gewaschen werden müssen (Ausname gilt beim Haarefärben). Entsprechend ist eine weitere Bedienung ist nur mit gewaschenen Haaren möglich.
Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Make-up, Rasur und Bartpflege sind unter denselben strengen Bedingungen wie in Kosmetikstudios erlaubt: Beschäftigte müssen eine Atemschutzmaske (mindestens FFP2, auch gleichwertige Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95) tragen, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild. Zum Schutz der Kundschaft dürfen Atemschutzmasken kein Ausatemventil enthalten.
Die Tätigkeit von mobilen Friseurdiensten ist zulässig. In den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben der Berufsgenossenschaft ist festgelegt, dass die notwendigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen bei Hausbesuchen oder mobilen Friseurleistungen für Mitarbeitende und Kundschaft gelten, wie die entsprechenden Vorgaben für die Salons. Ob deren Einhaltung im privaten Umfeld des Kunden oder der Kundin möglich ist, ist vor dem Hausbesuch zu prüfen und sicherzustellen
Manikürestudios, Pedikürestudios und Kosmetikstudios dürfen seit dem 11. Mai unter Einhaltung strenger Hygienie- und Sicherheitsvorschriften wieder öffnen.
Wenn im Salon keine Waschmaschine zur Verfügung steht, muss bei alternativen Maßnahmen verhindert werden, dass Viren durch Wäsche in den privaten Bereich verschleppt werden.

Die Bewirtung erfordert einen erhöhten Hygieneaufwand und wird daher von der BGW aktuell nicht empfohlen.

Geeignete Hygienemaßnahmen, die eine Keimverschleppung auf Gläsern, Tassen oder ähnlichem und Personen verhindern sollen sind zum Beispiel die Händehygiene von Beschäftigten und Kunden sowie Kundinnen: Handschuhtragen, Händedesinfizieren bzw. -waschen, sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen.