Fit für die kalte Jahreszeit

Was gibt es im Herbst für Herausforderungen im Handwerk? Welche Gewerke haben mit dem Start in die kalte Jahreszeit besonders viel zu tun und gibt es Ratschläge und Tipps für die Kunden, bevor die Kälte kommt?

Erleuchtet

„Um das Fahrrad fit für die kalte Jahreszeit zu machen, sollten Licht, Reifen, Bremsen und Schaltanlage auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden und alle Komponenten mit einem Pflegemittel geschützt werden. Schaltzüge frieren bei Minustemperaturen zum Beispiel relativ schnell ein, aber schon eine kleine Menge Öl oder Fett an der richtigen Stelle genügt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden. Ich empfehle meinen Kunden, die auch im Winter mit dem Rad unterwegs sind, die jährliche Inspektion einfach ans Jahresende zu legen – so hat man einen „Winter-Check“ und profitiert zugleich von kürzeren Wartezeiten. Neben dem Licht am Rad sollte man aber auch als Person gut gesehen werden – Helm und Kleidung sollten also entsprechend reflektieren oder eine eigene Beleuchtung haben. Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, sollte seinen Akku mit einem speziellen Überzug vor der Kälte schützen, denn mit einem ausgekühlten Akku sinkt die Reichweite erheblich. Bereits bei Temperaturen von unter zehn Grad sollte der Akku entnommen und bei Raumtemperatur geladen werden.“

Zweiradmechanikermeister Peter Majowski, Fahrrad & Werkstatt in Cuxhaven

Fahrrad fahren im Herbst
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Isoliert

„Spätestens im Herbst sollte die Heizanlage von einem Fachmann gewartet werden. Das verlängert nicht nur die Lebensdauer der Anlage, eine Wartung hilft auch dabei, Geld zu sparen. Vor dem ersten Frost müssen außerdem Gartenwasserleitungen abgesperrt und entleert werden, um Rohre vor dem Erfrieren zu schützen. Schäden durch geplatzte Rohre übernehmen Versicherungen in der Regel nicht.“

Anlagenmechanikermeister Volker, Wesche Tietje Haustechnik in Hillerse

Anlagenmechaniker bei der Arbeit
Marketing Handwerk GmbH

Inspiziert

„Jedem Hausbesitzer ist zu empfehlen, sein Dach regelmäßig inspizieren zu lassen, weil das Voraussetzung für den Erhalt des Versicherungsschutzes ist. Speziell der Herbst ist die Jahreszeit, um beispielsweise verstopfte Regenrinnen und Fallrohre zu reinigen sowie gelöste Dachziegel reparieren zu lassen.“

Dachdeckermeister Carsten Stelter, Horst Stelter GmbH in Amelinghausen

Reinigung der Dachrinne
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Dämmend

„Nach den Sommerferien zieht bei uns die Auftragslage immer nochmal an. Wenn es kälter wird, stellen die Kunden fest, dass ihre Fenster und Türen vielleicht nicht mehr dicht genug sind. Unser Schwerpunkt im Herbst ist daher der Einbau von wärmedämmenden Fenstern und Türen. Im Innenbereich liegen im Herbst Ganzglasduschen und -türen im Trend. Man ist dann einfach nicht mehr so viel draußen wie im Sommer und unsere Kunden möchten es dann auch drinnen schön haben.“

Glasbautechniker und Glasermeister Thomas Glötzer, Glötzer GmbH in Goslar

Einbau eines Fensters
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Gekehrt

„Feuerungsanlagen mit festen Brennstoffen sorgen auch im Winter für viel Arbeit auf den Dächern. Weil bei Kälte mehr geheizt wird und feste Brennstoffe Ruß hinterlassen, sollte der Schornstein in der Heizperiode ein Mal gekehrt werden. Denn sonst kann es durch feuchtes Holz oder falsche Heiztechnik zur Bildung von brennbarem Glanzruß im Rauchfang kommen. Um Schornsteinbränden vorzubeugen, muss der Schornstein stets frei von Ruß gehalten werden. Außerdem sind ab Oktober fast alle Heizanlagen in Betrieb, weswegen sich eine gute Gelegenheit für Sicherheitsüberprüfungen bietet.“

Schornsteinfegermeister und Kammerpräsident Detlef Bade, Vordorf

Schornsteinfeger bei der Arbeit
www.amh-online.de

Gewechselt

„Winterreifen sollten rechtzeitig aufgesteckt werden. Wir bieten regelmäßig ein Reifenfrühstück an: Unsere Kunden machen es sich bei uns gemütlich und wir wechseln in dieser Zeit die Reifen. So schaff en wir etwa 120 Reifensätze an einem Tag. Insgesamt wechseln wir im Herbst um die 1200 Reifensätze. Auch in die Scheibenwaschanlage sollte jetzt Frostschutzmittel hinein.“

Service und Vertriebsleiter Alexander Klein, Fahrzeughaus Beyerlein GmbH in Braunschweig

Öl-Check beim Auto
www.bildwerknord.de - Merle Busch

Undurchlässig

„Im Herbst prüfen unsere Kunden vermehrt ihre Schuhe auf Wintertauglichkeit. Wir bekommen dann
viele Winterschuhe, die neue Sohlen brauchen und die imprägniert werden müssen. Schwere Winterstiefel sind für uns Schuhmacher dabei viel aufwändiger als zum Beispiel im Sommer die Damen-Pumps. Für Winterstiefel müssen wir eine dicke durchgehende Sohle fertigen und den Schuh dann so präparieren, dass kein Wasser reinkommt. Auch der Verkauf vom Imprägnierspray und -creme steigt im Herbst stark an.“

Schuhmachermeister Ulrich Janke, Wolfenbüttel

Schumacher bei der Arbeit
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