Zimmererin in der Werkstatt
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"Die Meisterausbildung muss in der Perspektive kostenfrei werden"

Der Landtagsabgeordnete Kai Seefried war zum Gespräch im Technologiezentrum der Handwerkskammer in Stade.

Um die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung sowie die Rolle des Handwerks beim Klimaschutz ging es bei einem Austausch des Stader Landtagsabgeordneten Kai Seefried (CDU) mit der Führungsspitze der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade im Technologiezentrum (TZH) in Stade. „Wenn wir es für richtig halten, dass Studieren kostenfrei ist, dann muss auch die Meisterausbildung im Handwerk perspektivisch kostenfrei werden“, sagte Seefried. Er sei stolz darauf, dass in Niedersachsen bereits die Meisterprämie von 4.000 Euro auf den Weg gebracht wurde. Kammerpräsident Detlef Bade bestätigte: „Die Meisterprämie entwickelt sich zum echten Erfolgsmodell.“ Auch durch die neue Meistergründungsprämie in Niedersachsen und die bundesweite Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken erfahre die handwerkliche Berufsbildung in Deutschland wieder mehr Wertschätzung.

Im Freizeitbereich des TZH: (v.l.) Kai Seefried, MdL mit der Kammerspitze.
Im Freizeitbereich des TZH: (v.l.) Kai Seefried, MdL, Matthias Steffen, stv. Hauptgeschäftsführer, Präsident Detlef Bade, Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer.

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Seefried, der Mitglied des Kultusausschuss des Landtages ist, strebt auch bessere Bedingungen für Lehrlinge an: „Niemand darf an einer Ausbildung gehindert werden, weil die Fahrtkosten zur Berufsschule zu hoch sind.“ Im Koalitionsvertrag ist das Ziel eines Niedersachsen-Schülertickets definiert. „Wir brauchen hier eigentlich gleich ein Schüler- und Azubiticket“, ist Seefried überzeugt. Die Kammervertreter machten deutlich, dass auch die Besonderheiten des ländlichen Raumes berücksichtigt werden müssten, in denen das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs oftmals unzureichend sei. Hier seien Zuschüsse zu den Fahrt- und Unterbringungskosten erforderlich. Einen gemeinsamen Berufsschulunterricht von Auszubildenden ähnlicher Berufe oder verschiedener Lehrjahre lehne das Handwerk aber ab. „Das ist für uns der falsche Weg. Die Qualität der Ausbildung muss Priorität haben“, sagte Kammerhauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer.

Einig waren sich die Gesprächspartner, dass dem Handwerk beim Klimaschutz eine besondere Rolle zukomme. Sudmeyer verwies darauf, dass Nachhaltigkeit gerade in den kleinen und mittleren Handwerksbetrieben bereits gelebt werde. Zu den Bund-Länder-Verhandlungen zum Klimapaket hat Seefried eine klare Position: „Wir wollen Energieeffizienz und Energieeinsparung über Anreize erreichen, nicht über Verbote. Daher muss die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung jetzt unbedingt kommen.“