argum / Falk Heller

Ausbildung im Handwerk

Handwerkskammer zieht positive Bilanz.

Das Handwerk zieht eine positive Zwischenbilanz auf dem Ausbildungsmarkt: Bis zum Stichtag 30. September wurden bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade 5.142 neue Lehrverträge eingetragen. Das sind 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Regionen

In der Region Lüneburg stieg die Zahl der neu eingetragenen Lehrstellen, und zwar um 60 Plätze von 1.514 auf 1.574. Zuwächse gab es dabei vor allem in den Kreisen Celle, Lüneburg, Uelzen und Winsen, während in den Kreisen Gifhorn und Heidekreis leichte Rückgänge zu verzeichnen sind. In den übrigen Regionen des Kammerbezirks zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Während in der Region Braunschweig die Zahl der neuen Ausbildungsplätze von 1.786 auf 1.739 sank, stieg sie in der Region Stade um 10 Plätze von 1.819 auf 1.829. „Noch ist aber Bewegung im Ausbildungsmarkt“, sagt Günter Neumann, Leiter Berufliche Bildung der Handwerkskammer. Er erwarte zum Jahresende aber ebenfalls eine positive Bilanz.

Beliebteste Berufe

Unverändert ist die Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe: An der Spitze steht der Kraftfahrzeugmechatroniker gefolgt von dem Elektroniker und dem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Frauen beginnen bevorzugt eine Ausbildung als Friseurin oder Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Auffällig ist die Entwicklung bei den Schulabschlüssen: Mittlerweile hat mehr als die Hälfte der neuen Auszubildenden einen Realschulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss, Die Zahl der Hauptschüler, die eine handwerkliche Ausbildung beginnen, liegt mit einem guten Viertel deutlich darunter. Knapp zehn Prozent der neuen Auszubildenden verfügen als Schulabschluss über Abitur oder Fachabitur.

Handwerk im Trend

Mit dem Plus an neuen Ausbildungsverträgen verfestigt sich in diesem Jahr ein Trend, der schon im Vorjahr erkennbar war: Es sind wieder mehr Jugendliche an einer beruflichen Ausbildung im Handwerk interessiert. „Es zahlt sich offenbar aus, dass wir in den vergangenen Jahren nicht müde geworden sind, immer wieder auf die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen in den Ausbildungsberufen im Handwerk aufmerksam zu machen“, sagt Neumann. „Mit unserer Handwerkskampagne machen wir seit acht Jahren jungen Menschen Lust aufs Handwerk. Die Zahlen lassen annehmen, dass dies bei den Jugendlichen ankommt.“ Angesichts sinkender Schülerzahlen und des unverändert starken gesellschaftlichen Trends zum Abitur sei das ein Erfolg, auf dem man sich aber nicht ausruhen dürfe.

Mit Blick auf die neue Landes- und Bundesregierung fordert Neumann daher die Politik auf, die Bemühungen der Kammern zu unterstützen, mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu begeistern. „Im Sinne der Zukunftssicherung muss es der künftigen Regierung darum gehen, die Attraktivität der beruflichen Bildung weiter zu stärken“, sagt Neumann. Dazu gehöre unter anderem die Umsetzung der vertieften Berufsorientierung, und zwar flächendeckend und auch an Gymnasien. Die Ankündigung einer Meisterprämie auf Landesebene sei ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung, um die berufliche Bildung finanziell gleichwertig neben der akademischen Bildung zu fördern. Allerdings müssten den Worten nun auch Taten folgen. „Die Anfragen dazu bei uns sind zahlreich“, so Neumann. Es wäre daher wünschenswert, wenn die neue Regierung hier zeitnah zu einer konkreten Umsetzung kommen würde.