Friseur, Friseurin, Frisör
www.amh-online.de

Was gilt für körpernahe Dienstleistungen?

Regelungen im Überblick

Grundsätzlich müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, die bei neuen Gefährdungen (z. B. Corona-Pandemie) zu aktualisieren ist.

Darüber hinaus sind die Regelungen der Niedersächsischen Corona-Verordnung und des bundesweit geltenden Infektionsschutzgesetzes zu beachten sowie ggf. weitergehende Maßnahmen, die Landkreise oder Städte im Rahmen von Allgemeinverfügungen anordnen, um das Infektionsgeschehen zu begrenzen.

Im Bereich des Arbeitsschutzes trifft die bundesweit geltende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums grundlegende Regelungen und Vorgaben. Ergänzt und konkretisiert werden diese durch den  SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk, Beauty- und Wellnessbetriebe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln zwar nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln fest, die ebenfalls zu berücksichtigen sind.



Niedersächsische Corona-Verordnung

Die Niedersächsische Corona-Verordnung schreibt für körpernahe Dienstleistungen grundsätzlich folgende Regelungen vor:

  • 3G-Regelung drinnen und draußen
  • Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Ab Warnstufe 2 muss drinnen eine FFP2-Maske getragen werden, sofern nicht für die Entgegennahme einer körpernahen Dienstleistung das Gesicht unbedeckt bleiben muss (Bartpflege, Gesichtskosmetik). Ab Warnstufe 3 gilt die FFP2-Maskenpflicht für drinnen und draußen.
  • Pflicht zur Dokumentation der Kundendaten (möglichst in digitaler/elektronischer Form)
  • Allgemeine Abstands- und Hygieneregelungen

Bis zum Ablauf des 2. Februar 2022 gilt eine allgemeine Feststellung der Warnstufe drei für das gesamte Land Niedersachsen (sog. Winterruhe).


Ausnahmen

  • Von den Beschränkungen sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ausgenommen.
  • Ebenfalls von den Beschränkungen ausgenommen sind medizinisch notwendige Dienstleistungen. Da bei Dienstleistungen der Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädiemechaniker und der Orthopädieschuhmacher eine medizinische Notwendigkeit der körpernahen Dienstleistungen zu vermuten ist, auch wenn keine ärztliche Verordnung oder kein Attest vorgelegt wird, bestehen bei der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen dieser Gesundheitshandwerksberufe keine verpflichtenden 3G-, 2G- oder 2G-Plus-Regelungen nach § 8 a Nds. Corona-VO. Als medizinisch notwendige Dienstleistungen sind stets auch Behandlungen durch z.B. Heilpraktiker und Psychotherapeuten anzusehen.

Infografik zur Nds. Corona-Verordnung: Körpernahe Dienstleistungen (Stand: 15.01.2022)

Infografik zur Nds. Corona-Verordnung: Testpflicht im Rahmen 3G und 2Gplus (Stand: 15.01.2022)

Infografik zur Nds. Corona-Verordnung: Maskenpflicht (Stand: 15.01.2022)

Infografik zur Nds. Corona-Verordnung: Kinder und Jugendliche (Stand: 15.01.2022)
www.niedersachsen.de


Hinweise

  • Zu den körpernahen Dienstleistungen zählen u. a. Dienstleistungen von Optikern, Hörgeräteakustikern, Friseuren und Kosmetikstudios

  • Landkreise und kreisfreie Städte können weitergehende Maßnahmen anordnen, um das Infektionsgeschehen zu begrenzen. Die Maßnahmen werden durch die Kommunen im Rahmen von Allgemeinverfügungen bekannt gegeben. Bitte informieren Sie sich bei Ihrer Kommune.

  • Das Land Niedersachsen stellt auf seinenSeiten Hinweisschilder und Infografiken zur Nds. Corona-Verordnung zum Download und zur weiteren Verwendung bereit.

Infektionsschutzgesetz

Am 24. November 2021 ist das angepassteInfektionsschutzgesetz in Kraft getreten. Das Gesetz gilt bundesweit und sieht u. a. folgende Maßnahmen vor:

Arbeitgeber und Beschäftigte dürfen Arbeitsstätten, in denen physische Kontakte nicht ausgeschlossen werden können, nur betreten, wenn sie geimpft, genesen oder getestet (3G) sind und einen entsprechenden Nachweis mit sich führen, zur Kontrolle verfügbar halten oder bei dem Arbeitgeber hinterlegt haben. Ein Betreten der Arbeitsstätte ist erlaubt, um unmittelbar vor der Arbeitsaufnahme ein Test- oder Impfangebot des Arbeitgebers wahrzunehmen. Die 3G-Nachweispflicht gilt auch für Beschäftigte, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Verstöße werden auf Seiten der Arbeitgeber und der Beschäftigten mit einem Bußgeld geahndet und können für Beschäftigte arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Arbeitgeber haben ihre Beschäftigten über die betrieblichen Zugangsregelungen zu informieren.

Ausführlichere Informationen zur 3G-Regelung am Arbeitsplatz finden Sie  hier.

Arbeitgeber haben ihren Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeit in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.

Bestimmte Einrichtungen und Unternehmen sollen zum Schutz besonders vulnerabler Personen, die hier betreut und versorgt werden, nur nach Vorlage eines negativen Corona-Tests betreten werden.

Für Beschäftigte gilt die tagtägliche Testung, für Besucher ist diese maximal zweimal pro Woche gefordert. Als Besucher im Sinne dieser Regelung gelten ausweislich der Gesetzesbegründung auch Handwerkerinnen und Handwerker, die ihre Dienstleistungen in diesen Einrichtungen erbringen.

 

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Die Corona-Arbeitsschutzverordnung enthält – ergänzend zu den bereits bestehenden Arbeitsschutzregelungen – Maßnahmen und Vorgaben, um das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz weiter zu verringern.

Insbesondere schreibt die Arbeitsschutzverordnung eine Testangebotspflicht für Unternehmen vor. Demnach müssen alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zwei Corona-Tests pro Woche anbieten. 

 mehr Infos


SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk, Beauty- und Wellnessbetriebe

Der von der BGW erstellte  SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk, Beauty- und Wellnessbetriebe ergänzt die Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums um branchenspezifische Regelungen. Entsprechend orientiert sich die Beratung und Überwachung der BGW an diesen branchenspezifischen Vorgaben.

Die BGW hat den Corona-Arbeitsschutzstandard am 22. Dezember 2021 aktualisiert. Aufgrund der aktuellen Pandemielage hat sie  zusätzlich bis auf Weiteres folgende Regelungen getroffen:

  • Beschäftigte tragen in den Geschäftsräumen mindestens einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Bei Tätigkeiten mit unmittelbarem engem Kontakt mit einem Abstand unter 1,5 Meter zu anderen Personen ist eine FFP2-Maske oder eine gleichwertige Atemschutzmaske – ohne Ausatemventil – zu tragen.


Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Symbolbild Impfung
WavebreakMediaMicro - stock.adobe.com

Für Personen, die in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen tätig sind, gilt ab dem 16. März 2021 grundsätzlich eine Nachweispflicht. Dies hat auch Relevanz für dort tätige Handwerkerinnen und Handwerker, wie

  • Friseurinnen und Friseure
  • Gesundheitshandwerker*innen wie Orthopädietechnik und medizinische Fußpflege.

Ausführliche Informationen zur einrichtungsbezogenen Impflicht finden Siehier.



Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Bitte beachten Sie auch die  FAQs der BGW

Nein, ein zu Hause durchgeführter Selbsttest ist nicht ausreichend. Allerdings können Sie einen Selbsttest vor Ort unter Aufsicht anbieten.

Inhalt aktualisiert am 29. November 2021

Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen gilt – wie in allen anderen Bereichen –  die im Infektionsschutzgesetz geregelte 3G-Pflicht am Arbeitsplatz. Sofern kein gültiger Impf- oder Genesenennachweis erbracht wird, ist eine tägliche Überprüfung des negativen Teststatus Voraussetzung für den Zugang zur Arbeitsstätte.

Ausführlichere Informationen zur 3G-Regelung am Arbeitsplatz finden Sie  hier.

 
Inhalt aktualisiert am 24. November 2021

Ja, die Kontaktdaten sind gem. der Nds. Corona-Verordnung weiterhin zu erheben und zwar in allen Fällen, d. h. unabhängig vom Vorliegen einer Warnstufe oder Inzidenz. 

Die Dokumentation soll in der Regel digital/elektronisch erfolgen und nur in Ausnahmefällen in Papierform.

Die Dokumentation muss bestimmte Vorgaben erfüllen. Kontaktdaten in der Kundendatei zu speichern, reicht dafür nicht aus.  Mehr Infos zu den Dokumentationsvorschriften gibt es hier...

 
Inhalt aktualisiert am 07. Dezember 2021

Die BGW stellt auf ihrer  Website eine Muster-Gefährdungsbeurteilung als Download bereit, die beispielhaft verschiedene Tätigkeiten, Gefährdungen und Maßnahmen aufführt. Dieses Muster muss auf eine bestehende Gefährdungsbeurteilung aufsetzen und betriebsspezifisch angepasst werden.

 Die BGW hat ein überarbeitetes Muster für eine Gefährdungsbeurteilung veröffentlicht (Stand 09.08.2021).

 
Inhalt aktualisiert am 12. August 2021

Nein, weder der Arbeitsschutzstandard noch die Niedersächsische Corona-Verordnung schreiben ein vorheriges Haarewaschen vor.

In einer früheren Version enthielt der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk der BGW eine entsprechende Regelung; diese ist jedoch entfallen.

Allerdings können Friseurbetriebe im Rahmen ihres allgemeinen Hausrechts diese oder andere Regelungen fortführen bzw. umsetzen.

 
Inhalt aktualisiert am 21. September 2021

Auch bei Hausbesuchen / mobilen Friseuren gelten die Regeln der nds. Corona-Verordnung und des Infektionsschutzgesetzes für körpernahe Dienstleistungen.

 
Inhalt aktualisiert am 26. November 2021