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Schmitz / Handwerkskammer

Frauen können Handwerk

Männerberufe? Gibt es nicht. Frauen im Handwerk können alles.

#frauenkönnenhandwerk

Aufräumen mit Mythen und Klischees – diesen Ansatz verfolgt die Kampagne #frauenkönnenhandwerk, die im Rahmen des Projekts  Fachkräftezentren Handwerk initiiert wurde. Mit der Kampagne sollen Betriebe sensibilisiert werden, bei der Suche nach Fachkräften stärker Frauen ins Visier zu nehmen. Zu sehen sind reale junge Frauen aus dem Kammerbezirk, die sich erfolgreich im Handwerk durchgesetzt haben. Auf Plakaten und Postkarten decken sie Dächer oder reparieren Autos und machen mit einem frechen Spruch auf sich und ihre Geschichte aufmerksam. Außerdem wird die Kampagne mit dem Hashtag #frauenkönnenhandwerk in die sozialen Medien getragen, um einen aktiven Austausch zu initiieren und Frauen und Mädchen im Handwerk zu aktivieren, den Hashtag aufzugreifen und Teil der Kampagne zu werden.

Möchten Sie auch Teil der Kampagne werden?

Dann melden Sie sich bei uns! Gerne erstellen wir Ihnen ein Motiv im Look der Imagekampagne. Dafür benötigen wir von Ihnen nur ein Foto und das Einverständnis zur Nutzung.

 

Ute Wehling

Tel. 0531 1201-211
Fax 0531 1201-215
wehling--at--hwk-bls.de

Plakatkampagne #frauenkönnenhandwerk
Schmitz / Handwerkskammer

Johanna Sophie Rieger - Dachdeckerin

„Nach meinem Abitur habe ich angefangen technische Produktdesignerin zu lernen. Ich stellte allerdings fest, dass es nicht das Richtige war und versuchte mich umzuorientieren. Mein Vater und meine Brüder sind im Dachdeckerhandwerk tätig, weshalb ich mir überlegte hier anzuknüpfen. Nach zwei Praktika festigte sich meine Entscheidung und ich begann eine Ausbildung als Dachdeckerin. Mittlerweile bin ich absolut zufrieden mit meiner Berufswahl und mein nächstes Ziel ist der Meistertitel.“


Madeleine Weiss - Feinwerkmechanikerin

„Während meiner Schulzeit habe ich ein dreiwöchiges Schülerpraktikum bei meinem jetzigen Arbeitgeber absolviert. In dieser Zeit habe ich bemerkt, dass mir die Bearbeitung von Metall sehr viel Spaß macht. Die Ausbildung zur Feinwerkmechanikerin war dann die für mich logische Konsequenz. Seit Februar 2020 habe ich ausgelernt und freue mich darauf, nun als Gesellin mit meinen Leistungen zu überzeugen.“

Plakatkampagne #frauenkönnenhandwerk
Schmitz / Handwerkskammer

Plakatkampagne #frauenkönnenhandwerk
Schmitz / Handwerkskammer


Ella-Mareike Hansen - Mechatronikerin für Kältetechnik

„Mir war schon sehr früh klar, dass ich mein Berufsleben nicht im Büro verbringen möchte. Durch meine Mutter hatte ich oft Berührungspunkte zum Handwerk, denn sie ist im Fleischerhandwerk tätig. Die Kühlhäuser der Fleischerei haben mein Interesse geweckt. Die Konstruktion, die Funktionsweise und die Wartung der Kühlzellen fand ich spannend. Nach erfolgreicher Bewerbung bei einem Braunschweiger Unternehmen und einem dreitägigen Probearbeiten, habe ich meinen Ausbildungsvertrag bekommen. Erstaunlich fand ich, dass ich die erste weibliche Auszubildende zur Mechatronikerin für Kältetechnik im Bezirk Braunschweig war.“


Yasmin Schulz - KFZ-Mechatronikerin

„Ich habe meinem Vater schon als Kind sehr oft beim Reifenwechsel geholfen. Als ich meinen Führerschein machte, merkte ich, dass mich Themen rund um das Auto interessieren. Ich wollte verstehen, wie ein Auto funktioniert und entschloss mich eine Ausbildung als KFZ-Mechatronikerin zu machen. Anfang 2020 habe ich meine Gesellinnenprüfung bestanden und darf mich nun KFZ-Mechatronikerin nennen.“

Plakatkampagne #frauenkönnenhandwerk
Schmitz / Handwerkskammer

Plakatkampagne #frauenkönnenhandwerk
Schmitz / Handwerkskammer

Lea Krajewski - Metallbauerin

„Für mich stand von Anfang an fest, dass ich nicht ins Büro möchte. Ich wollte etwas mit den Händen machen. Mein Vater hat viel an Motorrädern geschraubt und das hat mich sehr fasziniert. Vor meinem Ausbildungsbeginn habe ich auf der BBS Wolfsburg ein Jahr lang mehrere Berufszweige ausprobiert. Dabei hat mich die Metallbranche positiv überrascht und so machte ich ein zweiwöchiges Praktikum bei einem Stahl- und Metallbauunternehmen. Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, meine Kollegen waren zufrieden und so kam ich zu meinem Ausbildungsvertrag. In einem halben Jahr werde ich meine Ausbildung abschließen. Ich bekomme von meinem Chef aber schon jetzt die Chance, selbstverantwortlich Aufträge beim Kunden auszuführen. Dieses Vertrauen geschenkt zu bekommen, macht mich stolz.“   

Mythen und Klischees lassen sich leicht entkräften

Sie wollen Frauen als Fachkräfte gewinnen? In unserem Handlungsleitfaden erhalten Sie Tipps und Anregungen, wie sie Frauen noch gezielter ansprechen können. 

(Mit einem Klick auf das Bild startet der Download)

  • Der zunehmende maschinelle Einsatz bei der Vorfertigung und Montage macht die Arbeit weniger körperlich anstrengend. Mit dem digitalen Wandel werden die körperlichen Belastungen handwerklicher Berufe geringer.
  • Frauen sind der körperlichen Belastung gewachsen. Das beweisen sie täglich in den Pflegeberufen.
  • Arbeitsleistung- und qualität hängt nicht vom Geschlecht ab, sondern von der individuellen Leistung und Fähigkeit des Mitarbeitenden.

Zitat Yasmin Schulz
Schmitz / Handwerkskammer

Machen Sie die Willkommenskultur für Frauen und Mädchen in Ihrem Betrieb deutlich. Erhöhen Sie die Aufmerksamkeit für Ihre Stellenanzeige in der Sie betonen, dass Sie frauen- und familienfreundliche Personalpolitik und verschiedene Ausbildungs- und Arbeitszeitmodelle praktizieren.

Mit einer möglichen Vorbildfunktion von schon im Betrieb verankerten weiblichen Auszubildenden erhöhen Sie die Chancen, dass sich Frauen und Mädchen bei Ihnen bewerben.

Tipps und Anregungen für die richtige Formulierung von Stellenanzeigen bietet die  Handlungsempfehlung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA). Die  Checkliste zeigt auf, welche Faktoren wichtig sind und in Ihrer Stellenanzeige nicht fehlen dürfen.

Ella-Mareike Hansen
Schmitz / Handwerkskammer

  • Frauen haben im Durchschnitt bessere Schulabschlüsse.
  • Kritikfähigkeit ist kein Frauenproblem und selbstsicheres Auftreten kann man lernen, jeder wächst mit seinen Aufgaben und Anforderungen.
  • Häufig haben Frauen eine höhere Leistungsbereitschaft und sind motivierter.
  • Frauen beeinflussen das Betriebsklima und die Arbeitsabläufe positiv.

Lea Krajewski
Schmitz / Handwerkskammer

  • Weiterbildungen, Krankheit und Unfall sind Gründe für längere Fehlzeiten, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.
  • Familienplanung und Kinderbetreuung ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
  • Elternzeit wird auch zunehmend von Männern wahrgenommen.
  • Familienfreundliche Arbeitgeber*innen haben ein gutes Image und stellen eine große Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt dar. Gleichzeitig erhöhen sie damit ihre Konkurrenzfähigkeit.

Johanna-Sophie Rieger
Schmitz / Handwerkskammer

  • Der Umgangston verändert sich positiv, wenn Frauen im Team sind und er ist umgänglicher.
  • Regelmäßige Mitarbeitergespräche können Konflikte zwischen allen Mitarbeitenden schnell lösen und zeugen von einer gesunden Unternehmenskultur.
  • Gemeinsame Absprachen verhindern Konflikte.
  • Gemischte Teams sind kreativer, kommunikativer und tragen somit zu einem höheren wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes bei.

Madeleine Weiss
Schmitz / Handwerkskammer


Siegel „Handwerk ist hier auch Frauensache“

Siegel "Handwerk ist hier auch Frauensache"
Bundesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk e.V.

Mit der Initiative „Handwerk ist hier auch Frauensache“ verfolgt der Bundesverband der UnternehmerFrauen im Handwerk e. V.  (UFH) das Ziel, Mädchen und Frauen den Einstieg ins Handwerk zu erleichtern. Mithilfe eines Siegels können Betriebe so nach außen zeigen, dass Frauen bei ihnen willkommen sind und so die Hemmschwelle für Bewerbungen in vermeintlich männerdominierten Handwerksberufen senken.

Betriebe der UnternehmerFrauen im Handwerk, die Mädchen und Frauen auf ihrem Weg ins Handwerk ausdrücklich unterstützen, können an dieser Kampagne teilnehmen. Bewerbungen sind über denUFH-Mitgliederbereich möglich.



Initiative Klischeefrei: "Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht"

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade ist Partnerorganisation der Initiative Klischeefrei. Die Initiative macht sich für eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees stark. Im Interview mit Klischeefrei erzählt Ute Wehling die Hintergründe.

Frau Wehling, stellen Sie doch die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade bitte kurz vor.

Wir vertreten die Interessen von rund 28.000 Handwerksbetrieben zwischen Cuxhaven und Clausthal-Zellerfeld. Damit sind wir die flächenmäßig größte Handwerkskammer in Deutschland. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der ganze Bereich der beruflichen Bildung im Handwerk und damit natürlich auch die handwerkliche Ausbildung. In diesem Rahmen spielt für uns das Thema Berufsorientierung eine wichtige Rolle.

Was hat Sie motoviert, sich in der Initiative zu engagieren?

Das Handwerk ist in weiten Bereichen unverändert männlich. Trotz aller gut gemeinten Projekte und Initiativen der vergangenen Jahrzehnte ist es uns nicht gelungen, diesen Trend zu ändern. Umso wichtiger ist es unserer Ansicht nach, Klischees hinsichtlich der Berufsorientierung aufzubrechen, und zwar nicht nur bei den jungen Menschen, die vor der Berufswahl stehen, sondern gerade auch bei den ausbildenden Betrieben. Unserer Erfahrung nach werden junge Frauen, die sich für eine Ausbildung in einem so genannten typisch männlichen Handwerksberuf interessieren, nämlich vielfach unverändert mit den üblichen Vorurteilen und Klischees ihrer meist männlichen Ausbilder und Kollegen konfrontiert.

Logo der Initiative Klischeefrei. Eine Initiative zur Berufs- und Studienwahl.

www.klischee-frei.de

Ute Wehling

Tel. 0531 1201-211
Fax 0531 1201-215
wehling--at--hwk-bls.de



Auf welche Weise setzen Sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienorientierung ein?

Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht. Wir wollen Betriebe sensibilisieren, bei der Suche nach Fachkräften stärker Frauen ins Visier zu nehmen und als potenzielle Auszubildende in Betracht zu ziehen. Dazu haben wir auch unsere Berater*innen entsprechend geschult und einen entsprechenden Handlungsleitfaden erarbeitet. Wir wollen den Betriebsinhabern zeigen: #frauenkönnenhandwerk. Mit diesem Hashtag wollen wir einen aktiven Austausch initiieren, um vielen Mädchen und Frauen den Weg ins Handwerk zu erleichtern.

Welche Erfolge haben Sie bereits mit Ihrem Engagement erreichen können?

Wir haben eine erfolgreiche Plakat- und Postkartenkampagne realisiert, in der wir junge Frauen zeigen, die sich erfolgreich im Handwerk durchgesetzt haben. Damit demonstrieren wir, dass auch Frauen Handwerk können und alte Rollenbilder nicht mehr standhalten. Ob Frau oder Mann ein Handwerk ausübt ist nicht entscheidend, sondern der Wille und das Können.



Starke Frauen im Handwerk

In den so genannten männertypischen Handwerksberufen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Mittlerweile ist es aber für immer mehr junge Frauen selbstverständlich, auch einen für sie angeblich untypischen Beruf zu wählen. Sie werden zum Beispiel Malerin, Tischlerin, Elektronikerin oder Dachdeckerin. Sie schließen häufig mit Bestnoten ab, absolvieren die Meister-Ausbildung und führen später ihr eigenes Unternehmen.

Ziel der Koordinierungsstelle zur Frauenförderung der Handwerkskammer ist es, traditionelle Rollenbilder in der Berufswelt zu verändern und Frauen in männertypischen Berufen sichtbar zu machen.

Lena Eckert macht eine Ausbildung zur Elektronikerin
Bauerfeld / Handwerkskammer

Keine Angst mehr vor der Höhe

Allein unter Männern zu arbeiten ist für Lena Eckert kein Problem.

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Lina Thomann
Bartel / Handwerkskammer

"Wir sind ein Frauenbetrieb"

Lina Thomann zeigt, dass Vorurteile nur da sind, um sie zu entkräften.

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Michelle Bollhöfer
Bartel / Handwerkskammer

"Ich muss immer in Bewegung sein"

Für Michelle Bollhöfer schließen sich Frau und Kraftfahrzeugmechatronik nicht aus.

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Mehr über weibliche Erfolgsgeschichte im Handwerk lesen Sie auch in unsereren Broschüren:

Frauen im Handwerk (2021)

Frauen-Karrieren im Handwerk (2016)

Gerne senden wir Ihnen die Broschüren in gedruckter Form zu.

 

Christina Völkers

Tel. 04141 6062-28
Fax 04141 6062-90
voelkers--at--hwk-bls.de

„Die Zahl der Frauen im Handwerk steigt kontinuierlich“

Christina Völkers begleitet als Leiterin der Koordinierungsstelle zur Frauenförderung das Thema "Frauen im Handwerk" bereits seit langer Zeit und konnte gerade in den letzten Jahren beobachten, dass sich die Rolle der Frau im Handwerk gewandelt hat.

Frau Völkers, die Bedeutung von Frauen im Handwerk wird gerne immer wieder betont. Was macht denn das Besondere von Frauen im Handwerk aus?

Gerade in vielen Handwerksberufen, die als typisch männlich gelten, wird Frauen oft kein roter Teppich ausgerollt. Daran hat auch der Fachkräftemangel nur wenig geändert. Wer also als Frau einen solchen Handwerksberuf ergreift, der will das auch. Denn dazu braucht es unverändert den Willen und die Kraft, gegen Vorurteile anzugehen und sich durchzusetzen. Diese Frauen sind daher meist besonders engagiert, schließen ihre Prüfungen oft mit Bestnoten ab und gehen zielstrebig im Handwerk ihren Weg. Sie qualifizieren sich weiter, absolvieren die Meister-Ausbildung, und viele führen danach ihr eigenes Unternehmen.

Sie leiten die Koordinierungsstelle für Frauenförderung bereits seit vielen Jahren. Stellen Sie einen Wandel fest?

Seit einigen Jahren ist im Hinblick auf die Rolle der Frau im Handwerk tatsächlich einiges im Wandel. Das liegt vor allem an den Frauen, die sich von den üblichen Klischees nicht abschrecken lassen. Nachdem in den 1990er Jahren schon vereinzelt Frauen in männerdominierten Berufen zu finden waren, steigt die Zahl kontinuierlich. Mittlerweile ist es für junge Frauen selbstverständlich, einen für sie angeblich untypischen Beruf zu wählen. Sie werden Malerin, Tischlerin oder Dachdeckerin und üben diesen Beruf erfolgreich aus. Das zeigt, dass es funktioniert und Frauen diese Handwerksberufe genauso gut ausüben können wie Männer.

Wenn es mehr Frauen in typischen Männerberufen gäbe, dann…

…müsste man endlich nicht mehr von typischen Frauen- oder Männerberufen reden. Dann ginge es nur noch darum, ob der Beruf zu einem passt und man ihn kann, oder nicht. Je mehr Frauen ihr Handwerk erfolgreich ausüben, umso eher werden die typischen Klischees und Vorurteile aufgebrochen. Das zeigen auch die Frauen, die in dieser Broschüre vorgestellt werden und die sich ihren Platz im Handwerk erfolgreich erobert haben. Sie beweisen: Frauen können Handwerk.

Christina Völkers, Abteilungsleiterin Koordinierungsstelle zur Frauenförderung
Handwerkskammer
Christina Völkers, Leiterin der Koordinierungsstelle zur Frauenförderung

 

Christina Völkers

Tel. 04141 6062-28
Fax 04141 6062-90
voelkers--at--hwk-bls.de

Förderung

Die Koordinierungsstelle zur Frauenförderung wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und mit Landesmitteln gefördert. 

Förderlogo, Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)