Birgit Horn und Staatssekretärin Gaby Willamowius, beide Nds. Kultusministerium, im Gespräch mit André Plagemann und einem seiner Mitarbeiter.
Bauerfeld / Handwerkskammer

Auftaktveranstaltung in BraunschweigWoche der beruflichen Bildung 2022

Gaby Willamowius, Staatssekretärin des Niedersächsischen Kultusministeriums, hat am Montag zum Auftakt der Woche der beruflichen Bildung das Technologiezentrum (TZH) der Handwerkskammer in Braunschweig besucht. Dort kam sie mit Vertreterinnen und Vertretern der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie Handwerkerinnen und Handwerkern zusammen, um über die Ausbildung im Handwerk zu sprechen. Dabei ging es vor allem darum, klassische Stereotypen bei der Berufswahl zu überwinden und Frauen darin zu bestärken, eine Ausbildung im Handwerk aufzunehmen. „Auch wenn der Frauenanteil in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden konnte - Frauen sind in gewerblich-technischen Berufen, aber auch mit Blick auf neugeschlossene Ausbildungsverträge im Handwerk vielfach unterrepräsentiert. Gleichzeitig äußern Frauen im Handwerk eine besonders hohe Zufriedenheit mit ihrem Beruf. Die Woche der beruflichen Bildung möchte ich daher nutzen, um die Begeisterung von Frauen für diese Berufe zu wecken und sie darin zu bestärken, sich von geschlechterspezifischen Stereotypen zu verabschieden und eine Berufsausbildung nach ihren Neigungen, Interessen und Fähigkeiten zu wählen“, sagte Willamowius.

Dass das Handwerk in weiten Bereichen unverändert männlich ist, bestätigte auch Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg Stade und selbstständiger Schornsteinfegermeister. Auch wenn er in seinem eigenen Betrieb zwei Meisterinnen beschäftige, sehe es in vielen Berufen anders aus. „Trotz aller Initiativen und Projekte ist es noch nicht ausreichend gelungen, diesen Trend zu ändern“, bedauerte Bade. Umso wichtiger sei es, Klischees aufzubrechen. Dachdeckerin Clarissa Heuer aus Wolfenbüttel und Fleischerin Laura Brennecke aus Liebenburg berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen in einem männlich dominierten Handwerksberuf. Beide betonten, dass junge Frauen, die sich bewusst für einen Handwerksberuf entscheiden, gute Zukunftsaussichten hätten, viele aber gar nichts von den vielfältigen Möglichkeiten im Handwerk wüssten. Auch André Plagemann, Inhaber des Sanitär-, Heizungs- und Klimabetriebs Team Plagemann in Braunschweig, bedauerte, dass viele Schülerinnen und Schüler nur unzureichend informiert seien und sprach sich für mehr Berufsorientierung und Praktika in den Schulen aus.

Im Bezirk der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade liegt der Frauenanteil bei den Auszubildenden bei rund 17 Prozent. Dennoch ist gelungen, den Frauenanteil in einigen eher männlich geprägten Berufen deutlich zu steigern. So liegen unter den Top-Ten-Berufen mit den meisten weiblichen Auszubildenden im Kammerbezirk auch die Kfz-Mechatronikerin, die Malerin und Lackiererin, die Tischlerin und die Elektronikerin.

Hintergrund

Die Niedersächsische Landesregierung setzt auch in diesem Jahr ein Zeichen für die berufliche Bildung: Vom 28. März bis zum 1. April 2022 beteiligen sich sowohl die Kabinettsmitglieder als auch die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre an der vierten niedersächsischen „Woche der beruflichen Bildung“ und werben im ressortbezogenen Kontext für die Aufnahme einer Berufsausbildung. Auf der Besuchsliste stehen Ausbildungsbetriebe, Berufsbildende Schulen, Schulen der Gesundheitsfachberufe und überbetriebliche Bildungsstätten wie das TZH Braunschweig.

 

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BU (v. l.): Birgit Horn und Staatssekretärin Gaby Willamowius, beide Nds. Kultusministerium, im Gespräch mit André Plagemann und einem seiner Mitarbeiter.



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