Verschiebung der Entwaldungsverordnung
Handwerkskammer begrüßt Erleichterungen für Betriebe.
Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade begrüßt die Einigung des Europäischen Parlaments zur Überarbeitung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR). „Das Handwerk steht hinter dem Ziel, Wälder zu schützen. Aber Regeln müssen so gestaltet sein, dass sie tatsächlich umgesetzt werden können. Die geplanten Anpassungen sind deshalb ein wichtiges und richtiges Signal für unsere Betriebe“, sagt Kammerhauptgeschäftsführer Matthias Steffen.
Ein zentrales Element der Einigung ist die Verschiebung des Anwendungsbeginns auf den 30. Dezember 2026, für kleine und Kleinstunternehmen bis Juni 2027. Diese Verlängerung gibt laut Steffen den Betrieben Zeit, sich auf die neuen Vorgaben vorzubereiten. Positiv bewertet Steffen auch, dass künftig nur der erste Inverkehrbringer von Erzeugnissen die vollständige Sorgfaltserklärung abgeben müsse. „Unsere Betriebe wollen rechtskonform arbeiten, aber sie können keine globalen Lieferketten durchleuchten wie internationale Konzerne“, sagt der Kammerhauptgeschäftsführer. „Mit der neuen Regelung wird damit einer unserer zentralen Kritikpunkte an der bisherigen Verordnung behoben. Das ist eine deutliche Entlastung.“ Besonders wichtig sei diese Entlastung für holzverarbeitende Betriebe wie Tischlereien und lebensmittelverarbeitende Betriebe wie Bäckereien, die Rohstoffe wie Kakao oder Kaffee verarbeiten. Bislang sollten diese Betriebe zukünftig komplexe Nachweise über die weltweiten Lieferketten ihrer Materialien erbringen. Das sei nun vom Tisch.
Steffen betont: „Diese Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen sind ein überfälliger Kurswechsel hin zu mehr Praxistauglichkeit.“ Wie von der EU angekündigt, müssten nun weitere Erleichterungen geprüft werden. Entscheidend werde sein, dass die Umsetzung genauso pragmatisch erfolge wie die jetzt beschlossenen Änderungen. „Unsere Handwerksbetriebe brauchen verständliche und gut aufbereitete Praxishilfen.“ Dabei werde die Handwerkskammer unterstützen.