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Steuererleichterungen

Unternehmen können Anträge auf Steuererleichterungen stellen, um ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Die Möglichkeiten zur vereinfachten Steuerstundung und die Steuererklärungsfrist wurden verlängert.

Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, haben die Möglichkeit Steuererleichterungen in Anspruch zu nehmen, um so ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Stunden von Steuern unter erleichterten Bedingungen
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge
  • Erleichtertes Herabsetzen von Vorauszahlungen
  • Verlängerung der Steuererklärungsfrist (Veranlagungszeitraum 2019)

Anträge auf Steuererleichterungen sind formlos oder über die Vorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen des Niedersächsischen Finanzministeriums zu stellen. Es empfiehlt sich vorab das Gespräch mit dem*der Steuerberater*in zu suchen.

Wenn das Einziehen der Steuern mit einer erheblichen Härte verbunden ist, können Betroffene noch bis zum 31. März 2021 einen Antrag auf Steuerstundung unter erleichterten Bedingungen bei ihrem Finanzamt stellen. Die Steuern können längstens bis zum 30. Juni 2021 im vereinfachten Verfahren gestundet werden. Hierbei werden keine strengen Anforderungen an die Darstellung der Voraussetzungen gestellt, sofern ein Bezug zur Corona-Krise erkennbar ist.

Darüberhinausgehende Anschlussstundungen sollen in einem vereinfachten Verfahren im Zusammenhang mit einer Ratenzahlung ermöglicht werden, die längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauert. Von Stundungszinsen wird in der Regel abgesehen. Ratenzahlungen, die über den 31. Dezember 2021 hinausgehen, und Stundungen von Steuern, die nach dem 31. März 2021 fällig werden, sind von den Erleichterungen ausgenommen. Für diese gelten die allgemeinen Grundsätze und Nachweispflichten bei Stundungen.

Bei von der Corona-Krise betroffenen Personen und Unternehmen wird bis zum 31.März 2021 von der Vollstreckung rückständiger oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdender Steuern abgesehen. In diesen Fällen werden die zwischen dem 19. März 2020 und längstens dem 30. Juni 2021 erhobenen Säumniszuschläge erlassen. Eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs über den 30. Juni 2021 hinaus (einschließlich Erlass von Säumniszuschlägen) ist im vereinfachten Verfahren nur im Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung möglich. Ratenzahlungen, die über den 31. Dezember 2021 hinausgehen, sind von den Erleichterungen ausgenommen.

Wenn der*die Steuerpflichtige darlegt, dass die Gewinne aufgrund Corona-bedingt sinkender Umsätze deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen, können die Vorauszahlungen der Einkommen- und Körperschaftssteuer schnell und unkompliziert herabgesetzt werden. Gleiches gilt für die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen.

Bei der Herabsetzung von Vorauszahlungen kann es auch zu Erstattungen überzahlter Beträge kommen. Die Erstattung wird mit der Bekanntgabe des die Vorauszahlung herabsetzenden Bescheides fällig.

Darüber hinaus sollen die Finanzämter bis zum 31. Dezember 2021 bei Betroffenen von der Festsetzung nachträglicher Steuervorauszahlungen absehen. Ist die Entwicklung der Einkünfte im Jahr 2021 jedoch positiver als erwartet, sollte dies dem Finanzamt mitgeteilt werden, damit die Vorauszahlungen entsprechend angepasst und hohe Abschlusszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2021 vermieden werden.

Da durch die intensive Einbindung der Steuerberater*innen in die Unterstützung der Betriebe in Zeiten von Corona eine fristgerechte Erstellung und Übermittlung der Steuererklärungen
für den Veranlagungszeitraum 2019 nicht sichergestellt werden kann, wurde in einem ersten Schritt die Verlängerung der Steuererklärungsfrist durch das BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2020 um einen Monat bis zum 31. März 2021 vorgesehen. Zudem wurde bereits verkündet, dass sich die Koalitionsparteien auf eine gesetzliche Verlängerung der Frist bis zum 31. August
2021 verständigt haben.
Neben der Verlängerung der Steuererklärungsfrist ist ebenfalls eine sechsmonatige Verlängerung der zinsfreien Karenzzeit des § 233a Absatz 2 Satz 1 AO für den Veranlagungszeitraum 2019 vorgesehen. Diese betrifft sowohl Erstattungs- als auch Nachzahlungszinsen.