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Steuererleichterungen

Unternehmen können Anträge auf Steuererleichterungen stellen, um ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Die Möglichkeiten zur vereinfachten Steuerstundung und die Steuererklärungsfrist wurden verlängert.

Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, haben die Möglichkeit Steuererleichterungen in Anspruch zu nehmen, um so ihre Liquiditätssituation zu verbessern. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Stundung von Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer) im vereinfachten Verfahren
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge
  • Erleichtertes Herabsetzen von Vorauszahlungen
  • Verlängerung der Steuererklärungsfrist (Veranlagungszeitraum 2019)

Aufgrund der anhaltenden Belastungen der Wirtschaft durch die Folgen der Corona-Pandemie haben Bund und Länder einvernehmlich eine Verlängerung der steuerlichen Hilfsmaßnahmen bis zum 30. Juni 2021 zur Vermeidung unbilliger Härten beschlossen.

Anträge auf Steuererleichterungen sind formlos oder über die Vorlage zur Beantragung von Steuererleichterungen des Niedersächsischen Finanzministeriums zu stellen. Es empfiehlt sich vorab das Gespräch mit dem*der Steuerberater*in zu suchen.

Erleichterungen im Überblick

Wenn das Einziehen der Steuern mit einer erheblichen Härte verbunden ist, können Betroffene Anträge auf Stundung im vereinfachten Verfahren für die bis zu diesem Zeitpunkt fälligen Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer) stellen.

Die Stundungen werden längstens bis zum 30. September 2021 gewährt. Über den 30. September 2021 hinaus können durch die Finanzämter Anschlussstundungen für die bis zum 30. Juni 2021 fälligen Steuern im Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung gewährt werden. Auf die Erhebung von Stundungszinsen wird grundsätzlich verzichtet.

Bei von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen wird bis zum 30. September 2021 von der Vollstreckung rückständiger oder bis zum 30. Juni 2021 fällig gewordener Steuern abgesehen. In diesen Fällen sind die im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 entstandenen Säumniszuschläge grundsätzlich zu erlassen. Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung ist eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs für die bis zum 30. Juni 2021 fälligen Steuern längstens bis zum 31. Dezember 2021 einschließlich des Erlasses der bis dahin insoweit entstandenen Säumniszuschläge möglich.



Wenn der*die Steuerpflichtige darlegt, dass die Gewinne aufgrund coronabedingt sinkender Umsätze deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen, können die Vorauszahlungen der Einkommen- und Körperschaftssteuer schnell und unkompliziert herabgesetzt werden. Gleiches gilt für die Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages für Zwecke der Vorauszahlungen. Darüber hinaus besteht auch in diesem Jahr weiterhin die Möglichkeit, einen Antrag auf Befreiung von der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung zu stellen.

Bei der Herabsetzung von Vorauszahlungen kann es auch zu Erstattungen überzahlter Beträge kommen. Die Erstattung wird mit der Bekanntgabe des die Vorauszahlung herabsetzenden Bescheides fällig.

Darüber hinaus sollen die Finanzämter bis zum 31. Dezember 2021 bei Betroffenen von der Festsetzung nachträglicher Steuervorauszahlungen absehen. Ist die Entwicklung der Einkünfte im Jahr 2021 jedoch positiver als erwartet, sollte dies dem Finanzamt mitgeteilt werden, damit die Vorauszahlungen entsprechend angepasst und hohe Abschlusszahlungen für den Veranlagungszeitraum 2021 vermieden werden.



Da durch die intensive Einbindung der Steuerberater*innen in die Unterstützung der Betriebe in Zeiten von Corona eine fristgerechte Erstellung und Übermittlung der Steuererklärungen
für den Veranlagungszeitraum 2019 nicht sichergestellt werden kann, wurde in einem ersten Schritt die Verlängerung der Steuererklärungsfrist durch das BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2020 um einen Monat bis zum 31. März 2021 vorgesehen. Zudem wurde bereits verkündet, dass sich die Koalitionsparteien auf eine gesetzliche Verlängerung der Frist bis zum 31. August
2021 verständigt haben.
Neben der Verlängerung der Steuererklärungsfrist ist ebenfalls eine sechsmonatige Verlängerung der zinsfreien Karenzzeit des § 233a Absatz 2 Satz 1 AO für den Veranlagungszeitraum 2019 vorgesehen. Diese betrifft sowohl Erstattungs- als auch Nachzahlungszinsen.