Wilfried Hoyer und Fred Schernikau, Baugeschäft Hoyer
Handwerkskammer

Geplanter Generationswechsel

Wilfried Hoyer aus Peine hat die Übergabe des Baugeschäfts Hoyer an seinen Mitarbeiter Fred Schernikau langfristig vorbereitet.

Einigkeit macht stark – dass dieses Sprichwort zutrifft, können Wilfried Hoyer und Fred Schernikau bestätigen. Die beiden Geschäftspartner haben die Unternehmensnachfolge des Baugeschäfts Hoyer aus Peine erfolgreich über die Bühne gebracht. Um mit 63 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen zu können, hat Wilfried Hoyer seinen Meisterbetrieb im Juni 2014 an seinen langjährigen Mitarbeiter Fred Schernikau übergeben.

Nachdem sein damaliger Arbeitgeber, die Wilhelm Rusch GmbH, 2004 Konkurs anmelden musste, entschloss sich Wilfried Hoyer nach 38 Jahren Angestelltendasein, das Geschäft in Eigenregie weiterzuführen. Seinen Maurermeisterbrief hatte er bereits seit 1987 in der Tasche. Das unternehmerische Knowhow eignete er sich in einem Existenzgründerseminar an.

»Im Alter von 53 Jahren habe ich noch mal klein angefangen und alles neu aufgebaut, aber das Konzept ist aufgegangen.«

Mit einem Leistungsspektrum, das auf Altbau-, Balkon- und Badsanierung setzt, ist es ihm gelungen, den Handwerksbetrieb unter dem Namen „Baugeschäft Hoyer“ wieder auf Vordermann zu bringen. Unterstützt wurde er von seiner Frau Erika, die das Zepter in der Buchhaltung führte. „Der erste Geselle, den ich eingestellt habe, war Fred Schernikau“, erzählt Hoyer. „Durch die Zusammenarbeit bei Rusch wusste ich, dass er eine fachlich kompetente und zuverlässige Arbeitskraft ist.“ Die Aufträge ließen nicht lange auf sich warten und so konnte Hoyer die Zahl der Mitarbeiter im Laufe der Zeit auf sechs erhöhen.

Gerade mal fünf Jahre nach dem Schritt in die Selbstständigkeit stand für Hoyer das Thema „Unternehmensnachfolge“ auf dem Programm. Fred Schernikau hatte er schon lange als potenziellen Übernehmer ins Auge gefasst. Und der war gern bereit, sich der Herausforderung zu stellen. „Wir haben gezielt auf die Übergabe hingearbeitet“, verrät Hoyer. Von 2010 bis 2013 besuchte Schernikau nach Feierabend die Meisterschule und büffelte am Wochenende für Klausuren und Prüfungen. „Wichtig war uns, dass alle Mitarbeiter weiter beschäftigt werden konnten“, betonen beide einstimmig. Es folgten Beratungsgespräche mit Bettina Otte-Kotulla, Nachfolgemoderatorin der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, und Betriebsberater Axel Drexhage. Mit dem Kaufpreis im Gepäck konnten dann die weiteren Schritte in Angriff genommen werden.

Fred Schernikau ist ein Mann der Tat, seine Entscheidung hat er bis jetzt keine Sekunde bereut. Dass er zurzeit an sieben Tagen pro Woche arbeitet, trägt er mit Fassung: „Wenn man am Anfang steht, muss man mehr Zeit in den Betrieb investieren.“