Azubis über die Schulter schauen

Im September brachen acht Auszubildende und vier Gesellen nach Italien auf, um in Carrara ein Praktikum zu absolvieren. Nun wurden sie von ihren Ausbildern besucht.



Sechs Ausbilder aus dem Steinmetzhandwerk informierten sich über den Stand der italienischen Aus- und Weiterbildung und deren System während einer Reise ins italienische Carrara. Zeitgleich absolvierten Auszubildende ein Praktikum vor Ort.

Auf dem Programm standen Besuche der Steinmetz- und Bildhauerbetriebe, Berufsschulen, Steinbrüche und Gießereien. Unter den Reisenden war der Landesinnungsmeister aus Nordrhein- Westfalen Stefan Lutterbeck, dessen Auszubildenden in Königslutter geschult werden. Auch er ist von der Wichtigkeit der Weiterbildung im Ausland überzeugt und wird diese zukünftig noch stärker unterstützen, betonte er während der Reise.

Zwei der Ausbilder konnten ihren Auszubildenden über die Schulter schauen, die in Carrara an einem von der Handwerkskammer organisierten und durch das Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“ geförderten dreimonatigen Praktikum teilnehmen.

Von September bis Dezember 2018 sind acht Steinmetz-Azubis und vier Junggesellen in Italien. Im Gegensatz zu Italien spielt die Bearbeitung des Marmors in der deutschen Ausbildung eine untergeordnete Rolle, so dass die Auszubildenden während der Praktikumszeit viel Neues dazulernen können. Die Azubis und Gesellen modellieren, schleifen und arbeiten mit Seilsägen und Diamantwerkzeugen.Auch eine besondere bildhauerische Übertragungstechnik, das s.g. Punktieren, lernen alle Praktikanten kennen. Der Betriebsinhaber Olav Borwig, dessen Auszubildender in einem italienischen Bildhauerbetrieb an Skulpturen von monumentaler Größe arbeitet, lobte das Projekt: „Mein Azubi kann sehr viele neue Kenntnisse nach Deutschland mitnehmen, das kommt ihm zugute, aber vor allem mein Betrieb kann davon profitieren“.