Positiven Ausbildungstrend im Handwerk sichern
Handwerkskammer empfiehlt, junge Menschen beim Weg in die Ausbildung besser zu begleiten
Angesichts des derzeit positiven Ausbildungstrends im Handwerk setzt sich die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade dafür ein, die Nachwuchsgewinnung auch langfristig zu sichern. Die Entwicklung des niedersächsischen Bildungssystems zeigt nämlich, dass sich der Kreis potenzieller Bewerberinnen und Bewerber für das Handwerk zukünftig verkleinern wird. Immer mehr Jugendliche besuchen ein Gymnasium, während der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen seit Jahren sinkt oder wie in jüngerer Zeit bei den Ober- und Realschulen allenfalls stagniert. Gerade aus diesen Schulformen gewinnt das Handwerk jedoch den größten Teil seines Nachwuchses. Außerdem wächst die Zahl junger Menschen, die ohne Berufsabschluss bleiben oder direkt als Helfer in den Arbeitsmarkt einsteigen.
„Die steigenden Ausbildungszahlen sind eine gute Nachricht und ein Nachweis dafür, dass junge Menschen die Zukunftssicherheit handwerklicher Berufe erkennen. Viele Tätigkeiten im Handwerk lassen sich nämlich durch Künstliche Intelligenz nicht ersetzen. Die Bildungsdaten in Niedersachsen zeigen aber auch, dass sich die Voraussetzungen für die Nachwuchsgewinnung verändern. Darauf müssen wir uns frühzeitig einstellen und dafür sorgen, dass möglichst viele junge Menschen ihren Weg in eine qualifizierte Ausbildung finden", sagt Hauptgeschäftsführer Matthias Steffen.
Aus Sicht der Handwerkskammer komme es deshalb darauf an, junge Menschen auf ihrem Weg in die Ausbildung noch besser zu begleiten. Dazu gehörten eine enge Zusammenarbeit aller Bildungsakteure, gute Übergänge von der Schule in den Beruf sowie praktische Einblicke in handwerkliche Berufe. Ebenso wichtig sei es, Jugendliche ohne konkrete Anschlussperspektive frühzeitig zu erreichen und sie in Ausbildung oder andere qualifizierende Angebote zu führen. „Fachkräftesicherung beginnt nicht erst in den Betrieben. Sie beginnt im Bildungssystem. Deshalb sollten wir die Entwicklungen dort aufmerksam beobachten und gemeinsam die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit das Handwerk auch künftig genügend Nachwuchs hat", so Steffen.