Geschäftslage und Zukunftserwartungen verschlechtern sichHerbstumfrage zur Handwerkskonjunktur

87 Prozent der Handwerksbetriebe melden Preissteigerungen im Einkauf als Herausforderung.

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Die Konjunktur im regionalen Handwerk verschlechtert sich. In ihrer aktuellen Herbstumfrage stellt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade für ihren Kammerbezirk einen Rückgang des Geschäftsklimaindex von 110 auf 106 Punkte fest. „Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen der Betriebe fallen etwas schlechter aus als in der Vorjahresumfrage“ erklärt Hauptgeschäftsführer Matthias Steffen. In die Berechnung des Geschäftsklimaindex gehen die aktuelle Lage und die Erwartungen gleichermaßen ein. Die Ergebnisse basieren auf den Antworten von insgesamt 912 teilnehmenden Handwerksbetrieben. 

45 Prozent der Befragten bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, im Vorjahr waren es noch 48 Prozent. Weitere 41 Prozent zeigen sich zufrieden (Vorjahr: 39 Prozent). 14 Prozent melden eine schlechte Geschäftslage (Vorjahr: 13 Prozent). Saisonal üblich gehen die Erwartungen mit Blick auf die kommende kühlere Jahreszeit zurück, dieses Mal jedoch etwas stärker als in der Vorjahresumfrage. 29 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent) erwarten in den nächsten Monaten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage, nur 15 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) eine Verbesserung. 

Die Auftragsbestände im Handwerk gingen ebenso wie die Umsatzentwicklung im dritten Quartal zurück. 33 Prozent der Betriebe meldeten Umsatzeinbußen, 22 Prozent konnten den Umsatz steigern. Die Beschäftigtenentwicklung blieb dennoch stabil. Neben der Fachkräftesicherung – ein Drittel der Betriebe hat aktuell offene Stellen zu besetzten – gehören Kostensteigerungen zu den größten Herausforderungen der Handwerksbetriebe. 87 Prozent melden Preissteigerungen im Einkauf. Negativ auf die Ertragslage wirken insbesondere die hohen Kosten für Energie und Kraftstoffe.

77 Prozent der Handwerksbetriebe sind durch die hohen Preise an den Tankstellen stark oder sehr stark belastet. Lediglich für knapp fünf Prozent spielen die Spritpreise keine Rolle, da sie nicht auf betriebliche Fahrzeuge angewiesen sind oder bereits komplett auf E-Mobilität umgestellt haben. Die Handwerkskammer hatte in ihrer aktuellen Umfrage auch nach geeigneten Gegenmaßnahmen gefragt: 60 Prozent befürworten einen staatlichen Preisdeckel für Benzin und Diesel, wie er von der Bundesregierung angekündigt worden ist. 52 Prozent befürworten eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne und 48 Prozent eine Senkung der Stromsteuer als Entlastungsmaßnahme. Für die von der Bundesregierung inzwischen umgesetzte Neuauflage des Tankrabatts sprechen sich hingegen nur 43 Prozent der Handwerksbetriebe aus.  

„Das Handwerk braucht jetzt verlässliche Signale, dass die erforderlichen Reformen auch tatsächlich umgesetzt werden,“ sagt Steffen. „Wir müssen auf einen Wachstumspfad zurückkehren und dafür Entlastungen für diejenigen schaffen, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden: Die vielen Tausend kleinen und mittleren Betriebe im Land.“ Das gelte für die anstehende Steuerreform genauso wie für die Reformen in den sozialen Sicherungssytemen, mit denen die Lohnzusatzkosten begrenzt werden müssten. Mit Blick auf das Bauhandwerk brauche es weitere Impulse vor allem für den Wohnungsbau, andernfalls drohe durch die ansteigenden Bauzinsen ein erneuter Einbruch. Auch die investiven Mittel aus dem Sondervermögen kämen erst zaghaft als Aufträge im Handwerk an.

 

Blick auf die Handwerkskonjunktur in den Regionen:

Region Braunschweig (BS, GF, GS, HE, PE, SZ, WF, WOB): 40 Prozent der Handwerksbetriebe beurteilen ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2026 als gut, weitere 42 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 15 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage, 52 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 33 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage. Der Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 100 Punkten um zwölf Punkte unter dem Vorjahreswert von 112 Punkten.

Region Lüneburg (CE, DAN, HK, LG, UE, WL): 45 Prozent der Handwerksbetriebe beurteilen ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2026 als gut, weitere 43 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 15 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage, 56 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 29 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage. Der Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 107 Punkten um sieben Punkte unter dem Vorjahreswert von 114 Punkten.

Region Stade (CUX, OHZ, ROW, STD, VER): 50 Prozent der Handwerksbetriebe beurteilen ihre Geschäftslage im dritten Quartal 2026 als gut, weitere 37 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 14 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage, 61 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 25 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage. Der Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 110 Punkten um fünf Punkte über dem Vorjahreswert von 105 Punkten.

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade



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