Mitglieder des Fusionsausschusses: Detlef Bade (links) und Delfino Roman unterzeichnen lächelnd ein Schriftstück
Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen
Mitglieder des Fusionsausschusses: Detlef Bade (links) und Delfino Roman

Erklärung des Fusionsausschusses

Vor dem Hintergrund des intensiven Austausches zu den Forderungspapieren und des Satzungsentwurfs der Arbeitnehmervertreter der Vollversammlungen erklärt der zur Vorbereitung der Fusion der Handwerkskammern Braunschweig-Lüneburg-Stade und Hildesheim-Südniedersachsen am 04.05.2026 eingerichtete Fusionsausschuss im Bewusstsein seiner Verantwortung zur Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten:

Der Fusionsprozess

Der Fusionsprozess ist mit dem Beschluss der beiden Vollversammlungen am 16.04.2026 ordentlich in Gang gesetzt. Der Antrag der Arbeitnehmerseite auf Verschiebung der Fusion zum 01.01.2028 wurde in den Vollversammlungen abgelehnt. Der Fusionsausschuss ist entsprechend der Fusionsvereinbarung eingerichtet. Das Wirtschaftsministerium ist auf den Wunsch der Arbeitnehmervertreter nach einem größeren Zeitfenster zur Vorbereitung der Wahl auf Vorschlag der Handwerkskammern eingegangen und hat angekündigt, dass der durch den Übergangsvorstand festzulegende Wahltermin spätestens auf den 28.02.2027 festgelegt werden soll.

Weiterbildung der ehrenamtlichen Vertreter

Mit den aktiv beworbenen Angeboten der Akademie des Ehrenamtes bekennt sich die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade weiterhin zur Weiterbildung für ehrenamtliche Vertreter aller Organe der Handwerkskammer. In den Sitzungen am 16.04.2026 haben sich die Vollversammlungen darüber hinaus zur Stärkung der Sozialpartnerschaft bekannt:

„DGB und Arbeit und Leben: Projekt „Fit für die Zukunft im Handwerk - Perspektive Selbstverwaltung stärkt Ausbildung und Auszubildende (FIT)" mit einem Fokus auf die Ausbildung (Laufzeit 2026 bis 2027) soll Stärkung der Selbstverwaltung im Handwerk oder die Stärkung der Beteiligung von Auszubildenden und von jungen Beschäftigten adressieren. Das Projekt strebt eine lokale sowie Regionen übergreifende Vernetzung von Akteuren und Akteurinnen im Handwerk an und setzt hierbei an bisherige Ergebnisse der Vorgängerprojekte „Perspektive Selbstverwaltung im Handwerk (PerSe)" und „Perspektive Transformation im Handwerk (PeTra)" an."

Teilhabe an Veranstaltungsformaten an den Bildungsstandorten

Die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade ist ihrem gesellschaftlichen Auftrag zur Ausbildung und Bildung junger Menschen verpflichtet. In ihren Sitzungen am 16.04.2026 haben sich die Vollversammlungen zur Stärkung der Sozialpartnerschaft durch deren sinnstiftende Mitwirkung bei der Abendgestaltung in den Gästehäusern bekannt, wie z. B. der Stärkung des demokratischen Grundverständnisses. Die angebotenen Abendformate haben vor dem Hintergrund der rechtlichen Verpflichtung zur Neutralität der Kammer keinen Werbecharakter für den jeweiligen Partner.

Fortführung des Branchendialogs auf Kammerebene

Bereits seit der ersten gemeinsamen Sitzung der Vorstände beider Kammern am 13.01.2026 wird das Bekenntnis zur Stärkung der Tarifhoheit der Innungen als ein wesentliches Ziel der Fusion stetig wiederholt. Die Fusionsvereinbarung vom 16.04.2026 legt daher ausdrücklich fest: „Die Stärkung insbesondere der Innungslandschaft als unverzichtbare tarifvertragliche Säule des Handwerks soll unterstützt werden." In ihren Sitzungen am 16.04.2026 haben sich die Vollversammlungen zur Stärkung der Sozialpartnerschaft mit der „Stärkung der Tarifhoheit des Handwerks durch Stärkung des Innungswesens" bekannt. Der Branchendialog zwischen den Innungen und Sozialpartnern wird als neues Format der künftigen Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade aufgenommen.

Einführung der Ausbildungsumlage

Erklärtes Ziel der Fusion ist die in der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen erfolgreich umgesetzte Ausbildungsumlage in der neuen Handwerkskammer Braunschweig- Hildesheim-Lüneburg-Stade möglichst zum 01.01.2027 einzuführen. Bereits seit der ersten gemeinsamen Sitzung der Vorstände beider Kammern am 13.01.2026 haben sich unter dem Gesichtspunkt der Potentialausschöpfung mit dem Ziel der langfristigen Absicherung des Beitragsaufwands für die Mitglieder, der langfristigen Sicherung des Dienstleistungsangebots, der Optimierung, des Ausbaus und der stabilen Auslastung der Bildungs- und Beratungsleistung zur Strukturanpassung der Aufgabenerfüllung die Partnerkammern zur Einführung des Sonderbeitrags ÜLU Umlage bekannt.

Unterstützung und Anerkennung der Ausübung des Ehrenamts

Dank und Respekt gehört den Handwerksbetrieben, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Wahrnehmung der ehrenamtlichen Selbstverwaltung freistellen und unterstützen. Die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade wird die Wertschätzung und Anerkennung für die engagierten Mitgliedsbetriebe und ihre Beschäftigten nach außen sichtbar machen.

Stärkung des Ehrenamtes

Ein starkes Ehrenamt ist Garant der handwerklichen Selbstverwaltung. Unter aktiver Einbindung und Mitwirkung des bestehenden Ehrenamts wird die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade gemeinsam die Festlegung aus der Fusionsvereinbarung vom 16.04.2026 entwickeln: „Die Funktionstüchtigkeit der ehrenamtlichen Organe muss unter Berücksichtigung der gleichberechtigten Regionen Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg und Stade gewährleistet bleiben."

Erhalt der überbetrieblichen Ausbildungsstätten

Eines der Leitziele der Fusion ist die Optimierung und der Ausbau der regionalen Bildungsangebote über die Fläche des künftigen Handwerkskammerbezirks Braunschweig- Hildesheim-Lüneburg-Stade. Die Ausbildungsqualität ist der Garant für eine nachhaltige Nachwuchsgewinnung.

In den Leitlinien zur Fusion vom 17.12.2025 ist deshalb bereits festgelegt: „Optimierung und Ausbau von Bildungs- und Beratungsleistungen: Die Bildungsstandorte müssen vor dem Hintergrund weiter zurückgehender staatlicher Förderung bei gleichzeitig immer schneller werdenden innovativen Zyklen stetig modernisiert werden. In einer starken Gemeinschaft kann über den Bildungsauftrag größer gedacht und damit eine stabile Auslastung der Standorte sichergestellt werden. Die Standorte mit Gästehäusern in Stade, Lüneburg, Königslutter, Braunschweig und Hildesheim stehen mit einem ungefähr gleich starken Einzugsbereich für eine erstklassige Aus- und Fortbildung zur Verfügung."

Die Fusionsvereinbarung vom 16.04.2026 bekräftigt dieses Ziel nochmals: „Die kammereigenen Bildungszentren in Braunschweig, Hildesheim, Königslutter, Lüneburg und Stade bleiben erhalten, um die leichte Erreichbarkeit der Kammereinrichtungen für die Mitgliedsbetriebe und insbesondere der Auszubildenden zu gewährleisten. Die Bildungsstandorte müssen vor dem Hintergrund weiter zurückgehender staatlicher Förderung bei gleichzeitig immer schneller werdenden Innovationszyklen stetig modernisiert werden. In einer starken Gemeinschaft kann über den Bildungsauftrag größer gedacht und damit eine stabile Auslastung der Standorte sichergestellt werden. Die Standorte mit Gästehäusern stehen mit einem ungefähr gleich starken Einzugsbereich für eine erstklassige Aus- und Fortbildung zur Verfügung."

Pilotprojekt Azubi-Wohnen

Die aktuell schwierige Wohnungslage trifft auch Auszubildende. Die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade wird das erste Pilotprojekt Azubi-Wohnen aus Eigenmitteln der Kammer am Standort Braunschweig fortführen. Soweit Ergebnisse über den Erfolg vorliegen, wird die Vollversammlung informiert und über das weitere Vorgehen zu entscheiden sein.

Tariftreue der Handwerkskammer bei Öffentlichen Aufträgen

Die künftige Handwerkskammer Braunschweig-Hildesheim-Lüneburg-Stade steht für rechtlich korrekte Vergabeverfahren ein. In ihren Sitzungen am 16.04.2026 haben sich die Vollversammlungen zur Stärkung der Sozialpartnerschaft mit dem „Bekenntnis zur Tariftreue der Handwerkskammer" verpflichtet.



Hildesheim, 29.06.2026

Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen

Delfino Roman, Präsident
Thorsten Ußkurat, Vizepräsident
Hartmut Kahmann, Vizepräsident
Ina-Maria Heidmann, Hauptgeschäftsführerin

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade

Detlef Bade, Präsident
Heidi Kluth, Vizepräsidentin
Lutz Scholz, Vizepräsident
Matthias Steffen, Hauptgeschäftsführer