Bei Tietje Haustechnik wird Weiterentwicklung bestmöglich unterstützt.
Schmitz / Handwerkskammer

Karriere als Meister

Einen Betrieb übernehmen, ein eigenes Unternehmen gründen oder leitende Aufgaben im Betrieb erfüllen - das alles ermöglicht der Meistertitel. Der Weg dahin führt über die Meisterschule. Für Arbeitgeber und den Betriebsalltag ist diese Zeit auch herausfordernd. Über diese Erfahrungen berichten Inhabende und Meisterschüler dreier Betriebe aus dem Kammerbezirk.

Hunderte Meisterschüler der Handwerkskammer Braunschweig- Lüneburg-Stade bestehen jedes Jahr ihre Prüfungen. Mit dem Meisterbrief in den Händen geht für viele die Karriere richtig los: im Betrieb in leitender Funktion, als Selbstständige oder Nachfolger des eigenen Chefs. Hinter ihnen liegt meist eine anspruchsvolle Zeit der Meisterschule. 

Teamleitung mit Meistertitel

Jeder Wunsch nach Weiterbildung wird bei ihr unterstützt: „Wollen Mitarbeitende die Meisterschule besuchen, bestärke ich sie in diesem Vorhaben“, betont Kathrin Hartmann, eine von drei Inhaberinnen des Friseursalons Trillion Hair in Braunschweig. Unternehmerisches Wissen sei im Betriebsalltag sehr viel wert, fachliches Können vom Kunden hochgeschätzt. Daher sei das Streben nach dem Meistertitel ein Gewinn für den Betrieb. „Mit abgestimmtem Arbeitszeitmodell und entsprechenden Freiräumen berücksichtigen wir in dieser Zeit alle Bedürfnisse und bleiben dennoch gut aufgestellt“, erklärt die 42-jährige Meisterin.

Friseurgesellin Sarah Droste besucht zurzeit den Meistervorbereitungskurs in Teilzeit. Dass die 30-Jährige nach bestandener Prüfung womöglich einen eigenen Salon betreiben möchte, sorgt Kathrin Hartmann nicht. „Die Zeiten haben sich geändert“, betont die Meisterin. „Eine Festanstellung in einem gut funktionierenden Betrieb wird einer Selbstständigkeit oft vorgezogen.“ Bedeutender seien heute die Lust auf mehr Wissen und das Vertiefen von eigenen Kenntnissen. Bei Trillion Hair bestehe die Möglichkeit mit entsprechenden Qualifikationen Teamleitungen zu übernehmen oder ganze Bereiche zu verantworten, wie beispielsweise die Betreuung der Auszubildenden oder der Social-Media-Aktivitäten. Gemeinsam mit den Friseurmeisterinnen Anja Neubauer und Sarah Cafaro führt Kathrin Hartmann den Betrieb mit insgesamt 25 Angestellten, darunter vier mit Meistertitel. Auf eine ausgewogene Work- Life-Balance sei bei Trillion Hair immer Wert gelegt worden genauso wie auf Entwicklungsgespräche mit dem Personal und entsprechende Fortbildungen. „So haben wir uns ein qualifiziertes, vertrauensvolles Team aufbauen können und eine zufriedene Stammkundschaft geschaffen“, sagt Hartmann. 

  www.trillion-hair.de

Kathrin Hartmann (links) und Meisterschülerin Sarah Droste schauen sich das Haar eines Kunden an.
Kathrin Hartmann (links) und Meisterschülerin Sarah Droste schauen sich das Haar eines Kunden an.

Meisterqualität sichert die Zukunft 

Betriebsinhaber Volker Wesche ermöglicht zurzeit zwei Gesellen seiner Firma Tietje Haustechnik in Hillerse die Fortbildung zum Meister. Elektroniker Florian Volk steht kurz vor Abschluss seiner Meisterprüfung, Anlagenmechaniker Florian Westermann besucht seit ein paar Monaten die Meisterschule in Teilzeit. „Für einen Betrieb mit sieben Mitarbeitern ist das schon eine Herausforderung“, sagt Volker Wesche. Der Verzicht auf eine qualifizierte Arbeitskraft sei nicht so einfach aufzufangen. Einige Aufträge habe er verschieben oder umplanen müssen. Dennoch ist dem Handwerksmeister wichtig: „Ich möchte meinen Mitarbeitern die Gelegenheit geben, sich weiterzubilden und damit die Qualität unserer Arbeit sichern.“ Die Personalentwicklung sei auch in einer kleinen Firma maßgeblich. Als Meister gebe es mehr Möglichkeiten im Handwerk, auch im eigenen Betrieb. „Die Zukunftsfähigkeit der Firma muss sichergestellt sein“, betont Volker Wesche.Für Florian Volk war genau das der Antrieb: „Mit dem Meister bin ich in meinem Gewerk bestmöglich qualifiziert und inves-tiere damit in die Zukunft.“ Der 29-Jährige hat seinen Meisterkurs in Vollzeit besucht und sich für diesen Zeitraum freistellen lassen. Nun geht es für ihn bei Tietje Haustechnik weiter: „Ich bin froh, dass wir für alles gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben.“

Florian Westermann hat sich für die Alternative der berufsbegleitenden Meistervorbereitung entschieden. „Der zeitliche Aufwand, nebenbei die Schule zu besuchen, ist hoch, aber leistbar“, sagt der 37-Jährige. Er sei seinem Chef dankbar für die Unterstützung seiner Karrierepläne. Die Meisterausbildung sieht der Anlagenmechaniker als Qualifikation und Chance: „Mit dem Meistertitel habe ich mehr Optionen.“ Für Tietje Haustechnik sind das laut Volker Wesche beste Voraussetzungen: „Irgendwann muss ich ja auch an meine Nachfolge denken.“

 www.tietje-haustechnik.de

Die Meisterschüler Florian Volk (links) und Florian Westermann beraten sich auf einer gemeinsamen Baustelle.
Schmitz / Handwerkskammer
Die Meisterschüler Florian Volk (links) und Florian Westermann beraten sich auf einer gemeinsamen Baustelle.

Nach der Prüfung zum Chef

Damit die Nachfolge für seinen Betrieb in Braunschweig gesichert ist, ermöglicht Betriebsinhaber Dirk Tessarek seinem ehemaligen Auszubildenden Tim Karcher die Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister. Der Betrieb für Hochsicherheitstechnik entwickelt und vertreibt Komplettlösungen für Objektschutz und wurde im Jahr 2000 gegründet. „Das Thema der Nachfolge ist in den letzten Jahren omnipräsent gewesen“, sagt Tessarek. „Als wir gehört haben, dass sich Tim Karcher mit dem Gedanken der Nachfolge anfreunden kann, haben wir die Gespräche mit ihm aufgenommen“, erzählt der 61-Jährige.
Seitdem kam der Nachfolgeprozess ins Rollen und bereits im vergangenen Jahr sei die Tessarek Elektrotechnik e.K. in die Tessarek Security Systems GmbH umgewandelt worden. Mithilfe der Beteiligungsgesellschaft realkapital Mittelstand KGaA als Co-Investor wurde der künftige Inhaber Tim Karcher als Mitgesellschafter auch zum Geschäftsführer. „Für mich ist der Meister eine hervorragende Weiterentwicklungsmöglichkeit“, sagt der 26-jährige Elektrotechniker. Die Module eins und zwei der Meisterausbildung habe er in der Abendschule absolviert, die Teile drei und vier in Vollzeit. Nun fehle ihm nur noch eine Prüfung. „Mein Chef hat mich super unterstützt und mich aus anstehenden Montagefahrten rausgehalten. Wenn alles nach Plan läuft, habe ich am 20. Januar meinen Meister“, sagt Tim Karcher. Für den Betriebsinhaber war der Ausfall einer Vollzeitkraft wegen des Besuchs der Meisterschule kein Problem: „Das erfordert eigentlich nur etwas Organisationsgeschick.“ Außerdem investiere er auch in die eigenen Zukunftspläne. „Ich übergebe den Betrieb an unseren Nachwuchs und in kompetente Hände.“ Für insgesamt zehn Mitarbeitende bei der Tessarek Security Systems GmbH sei die Zukunft somit gesichert.

 www.tessarek.com

Dirk Tessarek (links) und Tim Karcher arbeiten an einer neuentwickelten Schranke für einen Kunden am Flughafen Hannover.
Schmitz / Handwerkskammer
Dirk Tessarek (links) und Tim Karcher arbeiten an einer neuentwickelten Schranke für einen Kunden am Flughafen Hannover.



Interview mit Claudia Meimbresse zum Thema Karriere als Meister

 Lesen Sie das Interview mit Claudia Meimbresse zur Karriere als Meister