Wahl: Das Handwerk kümmert sich selbst

Stimmen zur Wahl der Vollversammlung

Symbolbild einer Wahlurne
Handwerkskammer

Die Wahl zur Vollversammlung am 6. Dezember in der Handwerkskammer ist eine demokratische Möglichkeit für Arbeitgebende und Arbeitnehmende im Handwerk, ihre Interessen zu vertreten. Das höchste Selbstverwaltungsgremium ermöglicht es den gewählten Mitgliedern, aktiv an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und eine moderne und relevante Ausrichtung der Handwerkskammer sicherzustellen. Das ehrenamtliche Engagement der Vertreter stärkt den Zusammenhalt und die Solidarität innerhalb der Handwerksbranche. Insgesamt bietet die Selbstverwaltung mit ihren Gremien den Handwerkern eine echte Chance, die Zukunft ihres Berufsstands mitzugestalten.

Detlef Bade, Präsident, Schornsteinfegermeister in Braunschweig:

"Die Vollversammlung als höchstes Entscheidungsgremium der Handwerkskammer ist der Ort des Austauschs, der Diskussion und der demokratischen Mitbestimmung der gewählten Repräsentanten des Handwerks unseres Kammerbezirks. Die Vielfalt der Stimmen und Perspektiven aller Kollegen in der Vollversammlung ermöglichen eine breite und fundierte Diskussion über Themen, die das Handwerk betreffen. Durch die aktive Teilnahme an der Vollversammlung kann jeder somit sicherstellen, dass auch die Anliegen und Interessen der eigenen Branche angemessen berücksichtigt werden. Es gibt die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten und Einfluss auf die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu nehmen, die das Handwerk prägen. Darüber hinaus bietet die Vollversammlung eine hervorragende Plattform für den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gewerken. Gemeinsam können wir die Interessen des Handwerks stärken und uns gegenseitig unterstützen. Es ist eine Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. Wir als Handwerker vertreten unsere eigenen Interessen nachhaltig und erfolgreich. Wir sorgen in unserer Amtsperiode gemeinsam als Arbeitgeber und Arbeitnehmer und als Vertreter von großen und kleinen Betrieben und verschiedener Gewerke solidarisch dafür, dass das Handwerk und seine Organisation zukunftsfähig aufgestellt sind, und zwar zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der Handwerkskammer. Es gibt so viele Mittel und Möglichkeiten, wie wir uns weiterentwickeln können und wie wir unsere Interessen vertreten können. Ich persönlich möchte meinen Beitrag im Sinne aller Mitgliedsbetriebe leisten und weiterhelfen, wo ich kann. So verstehe ich auch mein Amt als Präsident.“



Heidi Kluth, Arbeitgeber-Vizepräsidentin, Kluth & Sohn GmbH, Buchholz in der Nordheide:

"Für die in diesem Jahr wieder anstehende Wahl zur Vollversammlung braucht es Männer und Frauen, die bereit sind, einen Teil ihrer Arbeitskraft und Zeit für alle anderen einzusetzen. Ich werde wieder kandidieren, weil ich fest davon überzeugt bin, dass das Handwerk viel besser seine eigenen Angelegenheiten gestalten kann als es eine fachfremde und anonyme staatliche Verwaltung. Als Mitglied der Vollversammlung habe ich die Möglichkeit, ganz konkret etwas zum Wohle des Handwerks zu leisten. Die Ausstattung unserer Bildungszentren mit modernen Maschinen, die Schaffung neuer Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und noch vieles mehr beschließen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter dort gemeinsam. Hierdurch schaffen wir auch die praktischen Voraussetzungen für die Umsetzung zentraler politischer Vorgaben, etwa wenn es um die massenhafte Installation von Wärmepumpen oder die Umsetzung der Elektromobilität geht. Das Ehrenamt hat mich auch selbst beeinflusst und gestärkt. Ich habe Einblick in viele interessante Themen und Sachverhalte bekommen und mit Menschen über die Interessen des Handwerks sprechen können, die einem im normalen Berufsalltag eher nicht begegnen. Dabei habe ich gelernt, auch andere Standpunkte zu respektieren und nicht gleich aufzugeben, wenn etwas im ersten Anlauf nicht klappt. Weil Frauen im Handwerk selbst und auch in den Handwerksorganisationen immer noch viel zu wenig vertreten sind, setze ich mich schon sehr lange dafür ein, dass mehr junge Frauen den Weg zu uns finden. Hier brauchen wir Vorbilder, positive Geschichten und eine ehrliche Willkommenskultur. Dabei geht es mir überhaupt nicht darum, irgendein Prinzip oder eine Quote durchzusetzen, sondern einfach um die Anerkennung der schlichten Tatsache, dass Frauen im Handwerk wirklich alles können und wir es uns nicht mehr leisten sollten, auf Frauen als Fach- und Führungskräfte zu verzichten, weder in den Betrieben noch im Ehrenamt. Mich treibt immer wieder an, das Wissen und Können möglichst vieler Handwerkerinnen und Handwerker aller Altersschichten und aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen. Und davon bin ich gern ein Teil."

Anne-Kathrin Peters, Geschäftsführerin der Peters Schulz GmbH, Wittingen:

"Die Mitbestimmung und ehrenamtliche Beteiligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Handwerk in der Vollversammlung spiegelt insbesondere dem Hauptamt der Kammer wider, was in den Betrieben passiert. Von Belang sind dabei auch die Einblicke in entsprechende Gemeinden, Landkreise und Städte. Als Mitglied der Vollversammlung kann ich Vorschläge einbringen, mich an Diskussionen beteiligen und abstimmen. In entsprechenden Ausschüssen wird dann themenbezogen entschieden. Meine Erfahrungen in diesem Ehrenamt sind sehr gut. Ich konnte mir viel Hintergrundwissen aneignen, das ich gerne auch an andere Unternehmen weitergebe. Viele Betriebsinhaber wissen oftmals gar nicht, was die Handwerkskammer leistet. Es ist außerdem sehr interessant und gewinnbringend, Kollegen aus anderen Handwerksberufen und auch Gegenden zu treffen und innerhalb der Handwerksorganisation zu netzwerken. An der Nordseeküste sind es etwas andere Aufgaben und Probleme als in der Gegend meines Betriebs oder dem Harzvorland. Durch mein Mitwirken und Mitentscheiden bin ich immer informiert und auf dem aktuellen Stand. Das Handwerk wird sichtbarer. Wir können gemeinsam viel erreichen, das fühlt sich gut an. Dass beispielsweise die Möglichkeiten zur Förderung für sehr erfolgreiche Azubis zur Weiterbildung oder auch einen Auslands-Aufenthalt während der Ausbildungszeit bestehen, haben wir in der eigenen Firma bereits genutzt und ich habe es vielen anderen Unternehmen ebenfalls empfohlen und auch regionalen Politikern gerne darüber berichtet. Darin sehe ich ebenfalls meine Aufgabe, als Vollversammlungsmitglied für das Handwerk einzustehen."



Lutz Scholz, Arbeitnehmer-Vizepräsident, Metallbauer bei Hohrenk Systemtechnik GmbH, Cremlingen:

"Als demokratisch gewähltes Selbstverwaltungsorgan übernehmen wir in der Vollversammlung wichtige hoheitliche Aufgaben im Interesse des Handwerks. In unseren Ausschüssen praktizieren wir eine lebendige Kultur des Diskurses. Das ist eine Bereicherung für jeden Einzelnen und ist gelebte Demokratie. Dabei habe ich die Möglichkeit, meine langjährigen Handwerkserfahrungen einzubringen. Darum ist die Selbstverwaltung im Handwerk enorm wichtig, denn wir Handwerker und Handwerkerinnen wissen am besten, was das Handwerk für Regeln und gesetzliche Rahmenbedingungen braucht. Die Zukunftsthemen demografischer Wandel, Digitalisierung und Klimaneutralität möchte ich als Mitglied der Vollversammlung mitgestalten, um gute Rahmenbedingungen für Betriebe und Beschäftigte zu schaffen. Ich habe als Vollversammlungsmitglied die Möglichkeit, eigene Themen vorzuschlagen, die dann im Gremium behandelt und entschieden werden müssen. Ein Beispiel für eine gelungene Aktivität für mich ist die dauerhafte Etablierung der Weiterbildung von Ehrenamtsträgern durch Weiterbildungsprojekte. Durch den intensiven Meinungsaustausch, die offene Diskussion zu den Themen des Handwerks, erhalte ich Einblicke und Hintergrundwissen. Das hilft mir dabei, vieles besser zu verstehen und nach außen zu vermitteln. Weiterhin habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die Arbeitnehmerinteressen in der Vollversammlung thematisieren kann und somit in den Entscheidungen berücksichtigt werde. Die Zukunftsfähigkeit des Handwerks liegt mir sehr am Herzen und durch meine ehrenamtliche Tätigkeit kann ich meine Ideen einbringen. Der Austausch mit Gleichgesinnten schafft umfangreiches Wissen und hilft mir dabei, der Politik immer wieder die Sorgen und Nöte des Handwerks nahezubringen, um für das Handwerk und seine Beschäftigten positiven Einfluss auf politische Entscheidungen und Gesetzgebungsverfahren zu nehmen."



Wahl-Fakten

Wer wählt was?

  • Alle fünf Jahre wird die Vollversammlung, das so genannte Parlament der Handwerkskammer, neu gewählt.
  • Die Vollversammlung der Handwerkskammer setzt sich aus 30 Arbeitgebervertretern und 15 Arbeitnehmervertretern aus dem Handwerk im Kammerbezirk zusammen. Daher müssen 30 Arbeitgebervertreter plus 30 Stellvertreter sowie 15 Arbeitnehmervertreter plus 15 Stellvertreter sowie 30 zweite Stellvertreter gewählt werden.
  • Die Wahl ist eine Listenwahl, das heißt, es werden keine Einzelpersonen gewählt, sondern Listen, die von den Arbeitgebern bzw. Arbeitnehmern aufgestellt werden und den Vorgaben der Handwerksordnung sowie der Satzung der Handwerkskammer entsprechen müssen.
  • Die Handwerkskammer ist an der Aufstellung der Listen nicht beteiligt und zur absoluten Neutralität verpflichtet.

Fristen Wahlordnung:

  • Drei Monate vor dem Wahltag: Öffentliche Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorschlägen
  • Bis 35 Tage vor dem Wahltag: Einreichung der Wahlvorschläge beim Wahlleiter
  • Bis 20 Tage vor dem Wahltag: Entscheidung über die Zulassung der Wahlvorschläge durch den Wahlausschuss
  • Bis 15 Tage vor dem Wahltag: Veröffentlichung der zugelassenen Wahlvorschläge

Wahltag

6. Dezember 2023



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