Außenwirtschaft

Keine Angst vor Auslandsaufträgen

Überblick


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Was gibt es zu beachten, wenn ich als Handwerksunternehmer außerhalb von Deutschland aktiv werden will? Bei uns erhalten Sie die für Ihr Auslandsgeschäft notwendigen Informationen - individuell und kostenlos!

Die Außenwirtschaftsberatung der Handwerkskammer hilft beim Weg ins Ausland und berät Unternehmen, die international Geschäfte machen wollen.

Sie bietet unter anderem:
 
  • Auslandsadressen für Export- oder Importgeschäfte
  • Informationen zu Besonderheiten bei Auslandsaktivitäten
  • Tipps zur Finanzierung und Kreditsicherung bei Auslandsgeschäften
  • Informationsveranstaltungen
  • aktuelle Informationen und Unternehmerreisen in die EU-Mitgliedstaaten
  • Kalkulationstipps

Matthias Reichert

Telefon 04141 6062-13
Fax 04141 6062-90

Aktuelles


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Dänemark: Beitragshöhe zum Arbeitsmarktfond 2017 gesenkt


Alle dänischen Unternehmen, die zur Zahlung der Arbeitsmarktzusatzrente ATP verpflichtet sind und alle ausländischen Betriebe, die Mitarbeiter nach Dänemark entsenden, müssen in einen dänischen Arbeitsmarktfond einzahlen. Das Entgelt beträgt pro entsandten Mitarbeiter seit dem 1. April 2017 1,80 DKK (ca. 0,24€) im Quartal und damit 7,20 DKK (ca. 0,97€) im Jahr.
Die Rechnungen für die Beiträge vor dem 1. April 2017 sind vor wenigen Tagen mit dem Titel „Payment order“ von „The Danish Labour Market Fund for Posted Workers” an deutsche Unternehmen per E-Mail verschickt worden.
Quelle: virk.dk

Autohandel - Abholung von Fahrzeugen in Österreich


Aus aktuellem Anlass möchten wir auf die neuen Entsenderegelungen in Österreich hinweisen. Autohäuser, die Fahrzeuge in Österreich kaufen und diese mit eigenem Fahrzeug in Österreich abholen, müssen ihren ArbeitnehmerInnen (Fahrer) in Österreich anmelden bzw. entsenden.

Die Finanzpolizei in Österreich wird auch 2017 Kontrollen durchführen und nicht angemeldete Arbeitnehmer/innen bzw. deren Unternehmen mit Bußgeldern belegen. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig bei unserem Außenwirtschaftsberater.
 

Veranstaltungen und Unternehmerreisen


Aus der Praxis


Von den Erfahrungen anderer lernen

Was es alles für Möglichkeiten gibt, als Handwerksunternehmen Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland aufzubauen, zeigen Beispiele von Betrieben, die bereits im Ausland aktiv sind oder waren: Wie zum Beispiel die Firma Westphal Elektrik aus Celle...
 

Die Firma Westphal Elektrik aus Celle hat mit ihren Schaltschränken für moderne Müllsortieranlagen auch im Ausland viel zu tun. Ein Auftrag in Norwegen wurde gerade erfolgreich abgewickelt.

Überall wo moderne Müllsortieranlagen gebaut werden, da ist auch Westphal Elektrik aus Celle nicht weit. Als Spezialist sorgt die Firma mit ihren Elektroschaltschränken dafür, dass die Anlagen reibungslos funktionieren. Jetzt hat das Unternehmen einen Großauftrag in Norwegen erfolgreich abgewickelt.

Etwa 200000 Einwohner hat die norwegische Stadt Trondheim, den international erfolgreichen Fußballverein Rosenberg Trondheim und eine große Skisprungschanze – und seit Neuestem auch eine Recyclinganlage, die dank deutschem Know-how den Müll jetzt wie am Schnürchen sortiert. Rund drei Monate lang hat Firmenchef Helmut Helms mit seinen Mitarbeitern hierzu die Anlage neu verkabelt und dafür gesorgt, dass die vielen verschiedenen Rollbänder, Trommeln und Walzen reibungslos miteinander arbeiten. Per Fernwartung kann er jetzt von Celle aus auf das System zugreifen und einzelne Parameter verändern.

„Das Besondere bei diesem Auftrag war, dass es im Grunde keine neue Anlage ist, denn gebaut wurde sie schon 2011“, sagt Helms, während auf einem großen Schaubild auf dem Computer zu sehen ist, wie sich die einzelnen Förderbänder und Trommeln der Anlage in Trondheim in Bewegung setzen. Allerdings lief die Gewerbemüllsortieranlage, die im Normalfall einen Durchsatz von 20 bis 25 Tonnen Müll pro Stunde hat, nie richtig rund, weshalb der Betreiber einen Anlagenbauer aus Bergisch-Gladbach mit der Generalüberholung beauftragte und Westphal Elektrik für die Elektroinstallation mit ins Boot holte. Weil Teile der bisherigen Anlage übernommen wurden, war jedoch nicht klar, wie alte und neue Teile im Zusammenspiel funktionieren würden. Und tatsächlich gab es zunächst Probleme mit einer Siebtrommel. „Die Anlage stand einige Monate komplett still, da liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alles sofort rund läuft“, erklärt Helms.

Rund 300 Anlagen hat die Firma Westphal Elektrik bereits weltweit in Betrieb genommen, die Einsatzorte reichen von Singapur bis Aserbaidschan. Und weil die Verwertung von Müll inzwischen auch ein lukratives Geschäft ist, verwundert es nicht, dass das Celler Unternehmen gut gebucht ist. Schwierigkeiten hat Helmut Helms hin und wieder, das richtige Personal zu finden. „Wir sind viel unterwegs, entsprechend müssen unsere Mitarbeiter auch bereit sein, auf Montage zu arbeiten“, sagt Helms. Vorinstalliert werden die großen Schaltschränke in der Regel in der heimischen Werkstatt und dann per Spedition zu den Anlagen gebracht.

Gleichwohl die Celler Elektrotechnikspezialisten schon in vielen Ländern im Einsatz waren, Norwegen war ein bisschen Neuland. Denn das Land ist keinEU-Mitglied, entsprechend galt es auch einige wichtige Details bei der Anmeldung zu berücksichtigen. „Für die Umsetzung eines Auftrags vor Ort braucht man in Norwegen einen Fiskalvertreter, der quasi als verlängerter Arm des Unternehmens die steuerlichen Dinge abwickelt“, erläutert Helms, der sich vorab von Außenwirtschaftsberater der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade Matthias Reichert beraten ließ. Überraschend für Helms war, dass, gleichwohl die Firma umfangreiche Elektroarbeiten durchführte, sie nach Rücksprache keine Elektro-Zulassung vor Ort benötigte. „Hintergrund ist, dass wir bei unseren Arbeiten nicht direkt ins dortige Stromnetz gegangen sind und keine Schaltvorgänge durchgeführt haben“, sagt Helms, der dafür eigens mit der norwegischen Elektrobehörde DSB telefonierte. Grundsätzlich jedoch gilt auch für Norwegen, dass Elektro-Betriebe eine Zulassung für die Durchführung ihrer Arbeit benötigen.

Der Celler Unternehmer hat seine Arbeiten in Norwegen inzwischen erfolgreich und termingerecht abgeschlossen, noch notwendige Feinjustierungen erledigen die Spezialisten jetzt per Fernwartung. Derweil bereitet Helms schon die nächste Montage vor: Neues Land, neuer Auftrag, neuer Müll.

(Text: Claudius Lüders, Norddeutsches Handwerk 02.03.2017)

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