Kassenführung
Graggo

Ordnungsgemäße Kassenführung

Frist für Aufrüstung endet am 30. September 2020

Eine ordnungsmäßige Kassenführung ist insbesondere für bargeldintensive Unternehmen wie Bäckereien, Fleischereien oder Textilreinigungen von zentraler Bedeutung. Seit dem 1. Januar 2020 gelten neue Anforderungen an die Kassenführung: Kassensysteme, Registrierkassen einschließlich Tablet basierter Kassensysteme oder Softwarelösungen sind mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) gegen Manipulationen zu schützen. Ausnahmen greifen etwa für offene Ladenkassen sowie für jüngere Kassen, die nicht aufgerüstet werden können. Für alle anderen räumte der Gesetzgeber eine sogenannte Nichtbeanstandungsregelung bis zum 30. September 2020 ein. Grund hierfür war, dass zum Jahresbeginn die erforderlichen Zertifizierungsverfahren für die technischen Lösungen noch nicht abgeschlossen waren.

Was passiert, wenn die Aufrüstung nicht fristgerecht erfolgt?

Da zur Zeit noch nicht absehbar ist, ob das Bundesfinanzministerium einer weiteren Verlängerung der Frist zustimmt, empfiehlt der Zentralverband des  Deutschen Handwerks (ZDH) allen Betrieben, die die Aufrüstung nicht bis Ende September vornehmen können, nach Rücksprache mit dem Steuerberater einen Antrag auf Verlängerung der Frist zur Aufrüstung gem. § 148 AO zu stellen. Andernfalls besteht ab Oktober die Gefahr, dass Finanzbeamte die Buchhaltung als nicht ordnungsgemäß beanstanden und im schlimmsten Fall die zu zahlende Steuerlast schätzen, was empfindliche oder gar existenzbedrohende Steuernachzahlungen zur Folge haben kann. Darüber hinaus kann es ergänzend zur Einleitung von Steuerstraf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren kommen.

 Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung durch einen Steuerberater im Einzelfall.