Symbolbild Geldscheine und Münzen
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KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Kredit für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitenden. Antragsstellung ab sofort möglich.

Die Bundesregierung unterstützt den Mittelstand mit einem KfW-Schnellkredit. Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitenden können die Mittel für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) beantragen. Das Besondere an dem Kredit ist, dass er zu 100 % durch eine Garantie des Bundes abgesichert ist und ohne weitere Kreditrisikoprüfung vergeben wird.

Anträge können seit dem 15. April über die Hausbanken gestellt werden.

Wer kann den Kredit beantragen?

Unternehmen mit 11 bis 249 Beschäftigten, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind und im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen haben, sind antragsberechtigt. Das antragsstellende Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.

Der Schnellkredit ist darauf angelegt, möglichst kurzfristig (innerhalb von 2 Bankarbeitstagen) ausgezahlt werden zu können. Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung. Die durchleichtende Bank nimmt lediglich eine Plausibilitätsüberprüfung der vom Endkreditnehmer vorgenommenen Angaben und eine Abfrage von Negativmerkmalen bei der Schufa vor. Anders als bei dem KfW-Sonderprogramm 2020 mit vorgeschalteter Prüfung durch die Hausbank des Unternehmens sieht der Schnellkredit keine Zukunftsprognose vor, sondern ermöglicht eine Kreditvergabe rein anhand vergangenheitsbezogener Daten.

Wie sieht die Förderung konkret aus?

Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 3 Monatsumsätze des Jahres 2019, maximal jedoch 500.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitenden bzw. 800.000 Euro für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten.

Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 % durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Bei einer Laufzeit von 10 Jahren beträgt der Zinssatz aktuell 3 %.
Die Abruffrist nach Zusage beträgt einen Monat, wobei der Abruf in Tranchen erfolgen kann. Der Kredit ist in 10 Jahren in gleichen Raten zurückzuzahlen, wobei eine tilgungsfreie Zeit von bis zu 2 Jahren ermöglicht wird. Die komplette Rückzahlung des noch ausstehenden Darlehens ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung ist möglich, nicht aber regelmäßige Sondertilgungen bzw. die einmalige vorfristige Tilgung einer Teilsumme des noch ausstehenden Darlehens.

Die Mittel können insbesondere für Betriebsmittel und auch für Investitionen herangezogen werden; Umschuldung und Ablösung von Kreditlinieninanspruchnahmen sind jedoch ausgeschlossen.

Wo kann der Kredit beantragt werden?

Der Kredit kann bis zum 30.11.2020 über die Hausbank beantragt werden.

Für die Refinanzierung der Hausbank bei der KfW ist jedoch ein IT-Release notwendig , das spätestens zum 22.04.2020 greift. Das bedeutet, dass Darlehensmittel, die bis zum 22.04.2020 zugesagt
und ausgezahlt werden, von der Hausbank als Überbrückungsdarlehen gewährt werden. Damit steht es den Banken frei, dieses Überbrückungsdarlehen zu einem selbst festgelegten Zinssatz zu vergeben. Wer eine mögliche Verteuerung durch die Zwischenfinanzierung der Hausbank vermeiden will, sollte den 22.04. für die Antragstellung abwarten.

Kann der Kredit mit anderen Hilfen kombiniert werden?

Unternehmen, die bereits Mittel über den KfW-Sonderkredit in Anspruch genommen oder Instrumente des Wirtschaftsstabilisierungsfonds bzw. aufgrund der Corona-Krise eweiterte Programme der Bürgschaftsbanken in Anspruch genommen haben, sind nicht antragsberechtigt. Eine Kombination mit den Corona-Soforthilfen (Bundes-/Landeszuschuss) ist möglich.