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Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist die Handwerkskammer?
Wie viele Mitglieder vertritt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade?
Wer ist Mitglied der Handwerkskammer?
Wie ist die Handwerkskammer organisiert?
Wie können Mitglieder bei der Handwerkskammer aktiv mitarbeiten?

Muss ich bei der Handwerkskammer Mitglied sein?
Was versteht man unter Interessenvertretung?

Warum erhebt die Handwerkskammer Beiträge?
Für welchen Zeitraum wird der Handwerkskammerbeitrag festgesetzt?
Wann beginnt die Beitragspflicht?
Wann endet die Beitragspflicht?
Wie ist der Beitrag zusammengesetzt?
Wofür werden Beiträge verwendet?
Was ist zu tun, wenn das Gewerbe bereits beim Gewerbeamt abgemeldet ist, aber dennoch ein Beitragsbescheid zugestellt wird?

Welche Dienstleistungen erbringt die Handwerkskammer?
Was kosten die Dienstleistungen der Handwerkskammer?

Wo bekomme ich einen Ausbildungsvertrag?
Kann ich die Ausbildungszeit verlängern oder verkürzen?
Was ist die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)?

Welche Vorteile hat der Meisterbrief?
Wann werde ich zur Meisterprüfung zugelassen?



  Was ist die Handwerkskammer?

Die Handwerkskammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie übernimmt gesetzlich festgelegte Aufgaben, die durch die Handwerksordnung übertragen wurden. Dazu gehören zum Beispiel das Führen der Handwerksrolle oder die Durchführung von Prüfungen.
Neben den gesetzlich übertragenen Aufgaben führt die Handwerkskammer freiwillige Aufgaben aus, wie zum Beispiel betriebswirtschaftliche Beratungen oder Beratungen für Existenzgründer.
Seminare und Lehrgänge zu verschiedenen Themen und Schwerpunkten können ebenfalls bei der Handwerkskammer besucht werden.


Wie viele Mitglieder vertritt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade?

Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade betreut rund 28.000 Mitgliedsbetriebe mit etwa 150.000 Beschäftigten.
Der Kammerbezirk umfasst auf einer Fläche von ca. 20.600 Quadratkilometern 16 Landkreise und drei kreisfreie Städte.


Wer ist Mitglied der Handwerkskammer?

Zur Handwerkskammer gehören die Inhaber des Betriebes eines zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien Handwerks und eines handwerksähnlichen Gewerbes des Handwerkskammerbezirks sowie die Gesellen, die anderen Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und die Lehrlinge dieser Gewerbetreibenden. Zur Handwerkskammer gehören auch Personen aus dem Handwerk, die selbständig eine sog. nicht-wesentliche Tätigkeit eines zulassungspflichtigen Handwerks gewerblich ausüben. Einzelheiten sind im § 90 Abs. 2 bis 4 der Handwerksordnung festgelegt.


Wie ist die Handwerkskammer organisiert?
 
Die Handwerkskammer besteht aus der Vollversammlung, dem obersten Selbstverwaltungsorgan der Handwerkskammer, aus dem Vorstand und sowie aus Ausschüssen. Die Vollversammlung besteht aus 45 Mitgliedern; davon sind 30 Mitglieder der Arbeitgeberseite und 15 Mitglieder der Arbeitnehmerseite zugeordnet.
Der Vorstand der Handwerkskammer besteht aus einem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten, davon einer von der Arbeitgeberseite, sowie neun weiteren Mitgliedern, von denen drei Arbeitnehmervertreter sein müssen.


Wie können Mitglieder bei der Handwerkskammer aktiv mitarbeiten?
 
Mitglieder der Handwerkskammer können in verschiedenen Ämtern ehrenamtlich aktiv werden. Dazu gehören zum Beispiel die Vollversammlung oder Prüfungsausschüsse: Prüfungsausschüsse entscheiden über die Zulassung zur Prüfung, die Bewertung der Prüfungsleistungen und letztlich über das Bestehen der Prüfung.
Die hoheitlichen Aufgaben, unter anderem die Prüfungsabnahme, wird durch die Einbeziehung ehrenamtlicher Mitarbeiter kompetenter, effektiver und praxisnaher erfüllt, als bei einem direkten staatlichen Tätigwerden.


Muss ich bei der Handwerkskammer Mitglied sein?

Ja. Solange ein handwerkliches Gewerbe ausgeübt wird (Anlage A, B1 oder B2), besteht eine Pflichtmitgliedschaft bei der Handwerkskammer. Diese endet mit Aufgabe des handwerklichen Gewerbes und dem schriftlichen Antrag auf Löschung bei der Handwerkskammer.
Ihre Aufgaben kann die Handwerkskammer nur dann optimal und im notwendigen Umfang erfüllen, wenn die Mitgliedsbetriebe ihren Solidarbeitrag leisten. Beispiele für diese Aufgaben sind die Abnahme von Prüfungen oder die vielfältigen Dienstleistungen bei der Beratung und der beruflichen Bildung sowie die Interessenvertretung in der Politik.


Was ist Interessenvertretung?

Die Handwerkskammer setzt sich gemeinsam mit den anderen Handwerksorganisationen bei der Politik dafür ein, dass die politischen Rahmenbedingungen für die Betriebe verbessert werden. Die Handwerkskammer ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Behörden bei der Förderung des Handwerks durch Anregungen, Vorschläge und die Erstellung von Gutachten zu unterstützen und regelmäßig Berichte über die Verhältnisse des Handwerks zu erstatten.
Weiterhin wirkt die Handwerkskammer an Gesetzesinitiativen mit, nimmt schriftlich und bei Anhörungen zu allen handwerksrelevanten Gesetzentwürfen Stellung. Sie macht eigene Vorschläge zur Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen, pflegt den Kontakt zu Parlamenten, Parteien und Behörden. Die Handwerkskammer führt Wirtschaftsbeobachtung durch und erstellt daraus Statistiken und Konjunkturberichte und führt eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Handwerk durch.


Warum erhebt die Handwerkskammer Beiträge?

Um ihre Ausgaben zu decken, ist die Handwerkskammer befugt Beiträge zu erheben. Die Höhe der Beiträge wird durch die Vollversammlung in der Beitragsordnung festgesetzt. Das Recht zur Erhebung der Beiträge ergibt sich aus der Handwerksordnung (§ 113 HwO), der Beitragsordnung und dem jährlichen Beitragsbeschluss der Vollversammlung.


Für welchen Zeitraum wird der Handwerkskammerbeitrag festgesetzt?

Beiträge sind Jahresbeiträge und werden vom 01.01. bis zum 31.12. eines Jahres festgesetzt.


Wann beginnt die Beitragspflicht?

Die Beitragspflicht beginnt in dem folgenden Monat nach der Eintragung.


Wann endet die Beitragspflicht?

Solange ein Betrieb in dem Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke, dem Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder dem Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe eingetragen ist, ist der Betrieb beitragspflichtig. Wird die Eintragung im laufenden Jahr gelöscht, so endet auch die Beitragspflicht des Betriebs. Ein anteiliger Änderungsbescheid wird erlassen oder, falls bereits der Jahresbetrag entrichtet wurde, wird die Differenz erstattet.


Wie ist der Beitrag zusammengesetzt?

Der Beitrag bemisst sich nach dem Bescheid des Finanzamts für den drei Jahre zurückliegenden Einkommenssteuerbescheid oder den Bescheid des einheitlichen Gewerbesteuermessbetrages (gemäß §§ 7, 10 a GewStG).
Die einzelnen Beiträge finden Sie hier...


Wofür werden Beiträge verwendet?
 
Die Beiträge werden zur Kostendeckung der Handwerkskammer erhoben. Unabhängig von der Größe, der Mitarbeiterzahl oder der Umsatzzahlen eines Betriebes ist jeder Betrieb zur Beitragsentrichtung verpflichtet.
Die Aufgaben der Handwerkskammer werden zu ca. einem Drittel aus Beiträgen finanziert. Die restlichen zwei Drittel werden von der Handwerkskammer selbst erwirtschaftet, zum Beispiel durch Gebühren oder durch Dienstleistungen und durch Zuschüsse von Bund und Land.


Was ist zu tun, wenn das Gewerbe bereits beim Gewerbeamt abgemeldet ist, aber dennoch ein Beitragsbescheid zugestellt wird?
 
Die Beitragspflicht eines Betriebs erlischt zum Schluss des Monats, in dem der Betrieb aus dem Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke, dem Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder dem Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe gelöscht wird. Um die Löschung aus der Handwerksrolle zu beantragen, benötigt die Handwerkskammer eine Kopie der Gewerbeabmeldung und einen schriftlichen Löschungsantrag. Die ausgestellte Handwerks- bzw. Gewerbekarte ist zurückzugeben. Eine rückwirkende Löschung ist rechtlich nicht möglich.

Welche Dienstleistungen erbringt die Handwerkskammer?

Die Handwerkskammer steht bei allen Fragen rund um den Betrieb zur Verfügung. Dazu gehören betriebswirtschaftliche Beratungen zu verschiedenen Schwerpunkten und Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung.
Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Betriebswirtschaft
  • Betriebsübergabe/-übernahme (Nachfolgemoderation)
  • Recht
  • Technologie & Umwelt
  • Standortsicherung
  • Außenwirtschaft
  • Marketing und Gestaltung 

Die Aus- und Weiterbildungsangebote der Handwerkskammer enthalten die Überbetriebliche Unterweisung für Lehrlinge, zahlreiche Fortbildungsangebote von der Betriebswirtschaft über Technik und EDV bis zum Marketing sowie Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung.
Für Existenzgründer veranstaltet die Handwerkskammer Sprechtage und bietet Unterstützung zu folgenden Themen: Finanzierung, öffentliche Finanzierungshilfen, Standortfaktoren, Rechtsform, Kalkulation, Businessplan, Steuern, Marketing.


Was kosten die Dienstleistungen der Handwerkskammer?
 
Die Beratungsangebote der Handwerkskammer sind für Mitglieder und Existenzgründer kostenlos. Für Bildungsangebote werden kostendeckende Gebühren erhoben.


Wo bekomme ich einen Ausbildungsvertrag?

Ausbildungsverträge können Sie hier online ausfüllen: Online-Berufsausbildungsvertrag


Kann ich die Ausbildungszeit verlängern oder verkürzen?

Um das Ausbildungsziel noch zu erreichen, kann in Ausnahmefällen eine Verlängerung des Ausbildungsvertrages vereinbart werden. Als Ausnahmegrund sind u.a. erkennbar schwere Mängel in der Ausbildung oder längere Ausfallzeiten des Auszubildenden anzuführen. Auf Antrag kann die Ausbildung verkürzt werden, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel auch in verkürzter Zeit erreicht werden kann.
In beiden Fällen sind beide Beteiligten zu hören, ggf. auch die Berufsschule.
 

Was ist die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)?
 
Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) ergänzt die betriebliche Ausbildung durch praxisorientiertes Training in den Werkstätten der Bildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie für einige Berufe in Bildungsstätten außerhalb des Kammerbezirks. Sie ist unverzichtbarer Bestandteil der handwerklichen Ausbildung.
Hinweis: Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung wurde in der Handwerkskammer auch als Technologische Lehrlingsqualifizierung (TLQ) bezeichnet.


Welche Vorteile hat der Meisterbrief?

Wer sich für eine Fortbildung zum Meister entscheidet, verbessert nicht nur seine eigene Leistungsfähigkeit und Fachkompetenz, sondert schafft sich auch vielfältige Karriereperspektiven im Handwerk. In einigen Berufen ist der Meisterbrief die Voraussetzung einen eigenen Betrieb führen zu dürfen.
Damit sich jeder umfassend auf die Meisterprüfung vorbereiten kann, bieten die Technologiezentren der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in zahlreichen Handwerksberufen Meistervorbereitungskurse an.
  Mehr Infos gibt es hier...


Wann werde ich zur Meisterprüfung zugelassen?

Für die Meisterprüfung muss ein Gesellen- bzw. Facharbeiterabschluss nachgewiesen werden. In Ausnahmefällen ist auch eine Zulassung ohne Berufsabschlussprüfung oder mit weniger als drei Jahren praktischer Tätigkeit möglich. Aufgrund vorheriger Abschlüsse wie z. B. Meistertitel, Ingenieurstudium oder Technikerausbildung kann in Einzelfällen eine Befreiung von Fächern oder Teilen der Meisterprüfung erfolgen.