Corona
Romolo Tavani - stock.adobe.com

Coronavirus: Hinweise und Informationen für Betriebe

Mit der Ausbreitung des Coronavirus entstehen auch Probleme für Handwerksbetriebe. Die Handwerkskammer möchte mit verschiedenen Hinweisen, Materialien und Internetseiten mit aktuellen Informationen rund um die Thematik im Umgang mit Covid-19 unterstützen.



Aktuelle Maßnahmen der Regierung

Die Bundesregierung hat ein weitreichendes Maßnahmenpaket beschlossen, um die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus abzumildern. Das Kabinett brachte Soforthilfen für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige auf den Weg. Klinken und Praxen werden gestärkt, der Zugang zum Kurzarbeitergeld vereinfacht. Und der Bund hilft den großen Unternehmen mit einem Wirtschaftsstabilisierungsfonds. 

Alle nicht dringend notwendigen Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann, sind untersagt. Dies gilt insbesondere für

  • Friseure
  • Tattoostudios
  • Nagelstudios
  • Kosmetikstudios
  • Physiotherapeuten (außer, die Behandlung ist durch ärztliche Bescheinigung als unaufschiebbar erklärt)

Notwendige Dienstleistungen sind insbesondere

  • Optiker
  • Hörgeräteakustiker

In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.

Hinweis:

In den einzelnen Städten und Landkreisen gibt es unterschiedliche Allgemeinverfügungen, z.B. zusätzliche Auflagen für den Handel. Bitte informieren Sie sich direkt bei Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis.




Arbeits- und Arbeitsschutzrecht

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände hat einen Praxisleitfaden "Arbeitsrechtliche Folgen einer Pandemie" veröffentlicht.

Förderung: Schaffung von Homeoffice-Plätzen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Handwerksbetriebe können ab sofort finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie kurzfristig Homeoffice-Arbeitsplätze schaffen. Erstattet werden bis zu 50 Prozent der Kosten einer unterstützenden Beratung durch ein vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen. Das Förderprogramm  „go-digital“ des BMWi sieht hierfür ein spezielles, schnelles und unbürokratisches Verfahren vor.


Auftragsausfälle, Lieferengpässe und Betriebsschließung

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft haben Bund und Landesregierung konkrete Hilfsprogramme für Unternehmen geschaffen.

Die Mittel aus den Landes- und Bundesprogrammen sind miteinander kombinierbar, allerdings darf die  Inanspruchnahme von Landes- und Bundesmitteln nicht zur Überförderung führen. Bei eiligem Liquiditätsbedarf wird empfohlen, zunächst Mittel aus dem Zuschussprogramm des Landes zu beantragen und im zweiten Schritt – falls nötig – ergänzend aus dem Bundesprogramm.

Nachzuweisen ist aber in allen Fällen, dass die finanzielle Schieflage durch die Corona-Krise gekommen ist. Betriebsinhabern wird geraten, das Gespräch mit dem Steuerberater und der Hausbank sowie den Gläubigern, z.B. Vermietern und der Sozialversicherung, zu suchen.

Hier gibt es die aktuellen finanziellen Hilfen im Überblick

Muss der gesamte Betrieb durch eine Behörde in Quarantäne gestellt werden, tritt unter Umständen eine individuell abgeschlossene Betriebsschließungsversicherung für den Schaden ein.

 

Weitere Informationen

Finanzielle Hilfen im Überblick




Kurzarbeit

Es gibt Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, die rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten sind. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.

Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden demnach zu 100 Prozent erstattet und der Bezug von Kurzarbeitergeld ist bis zu 12 Monate möglich. Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld behalten nach Agenturangaben ihre Gültigkeit.

Das Kurzarbeitergeld muss bei der Agentur für Arbeit am Betriebssitz beantragt werden. Eine Begründung des erheblichen Arbeitsausfalls ist erforderlich.

Informationen für Arbeitgeber*innen sowie alle benötigten Formulare zur Berechnung, Beantragung etc. finden Sie (immer auf dem neuesten Stand) bei der Arbeitsagentur.


Verdachtsfall im Unternehmen

Waren Beschäftigte in einem vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgewiesenen Risikogebiet, sollten diese unabhängig von Symptomen unnötige Kontakte vermeiden und wenn möglich zu Hause bleiben. Treten bei diesen Personen Symptome auf, sollten diese nach telefonischer Voranmeldung mit Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen.

Waren Beschäftigte in Regionen, in denen Coronavirus-Fälle vorkommen (jedoch keine Risikogebiete), dann sollten diese, sobald innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr Symptome der Erkrankung auftreten, nach Voranmeldung einen Arzt aufsuchen.

Das Gesundheitsamt ist im Anschluss für den Meldeweg und die Verhängung von weiteren Maßnahmen zuständig. Infizierte werden i. d. R. zu ihren Kontaktpersonen der vergangenen Tage befragt, diese werden namentlich registriert und müssen sich gegebenenfalls Labortests unterziehen. Es ist wichtig, dass Sie in einem solchen Fall mit dem Amt kooperieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Hatten Beschäftigte einen persönlichen Kontakt mit einer Person, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich diese unverzüglich an das Gesundheitsamt wenden.

Eine Entschädigung für einen eventuellen Verdienstausfall ist in § 56 Infektionsschutzgesetz ("Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten bei Menschen") von unter Quarantäne gestellten Beschäftigten geregelt.


Tipps zu Hygiene und Infektionsschutz

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat unter  www.infektionsschutz.de wichtige Tipps zum Schutz ausführlich erläutert.

Maßnahmen, die jeder beachten sollte:
  • Sorgfältige Handhygiene. Die Anleitung finden Sie bei der  BZgA
  • Desinfektionsmittel benutzen
  • Hust- und Nies-Etikette. Diese finden Sie bei der  BZgA
  • Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand anderen Menschen und verzichten Sie auf Händeschütteln.

 

Weitere Informationen

 www.infektionsschutz.de



Hotlines / Ansprechpartner

 
Coronavirus-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums

Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr unter Telefon  030 346465100.
 

Informationshotline des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts

Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr unter Telefon  0511 4505555.
 

Hotline der Bundesagentur für Arbeit

Montag bis Freitag von 08 bis 18 Uhr unter Telefon (für Arbeitgeber)  0800 45555-20.
 

Ansprechpartner bei der Handwerkskammer

in Braunschweig

Tel. 0531 1201-288
corona@hwk-bls.de

in Lüneburg

Tel. 04131 712-185
corona@hwk-bls.de

in Stade

Tel. 04141 6062-47
corona@hwk-bls.de