Meisterprüfung, Praktische Prüfung, Steinmetz
Bartel / Handwerkskammer

Coronavirus FAQs: Ausbildung

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Ausbildung.

Förderprogramme

Bund und Land haben zwei Förderprogramme zur Stärkung der Ausbildung geschaffen. Die einzelnen Maßnahmen zielen darauf ab, Ausbildungskapazitäten zu erhalten und den Abschluss neuer Ausbildungsverträge zu fördern.

Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Das Programm sieht verschiedene Unterstützungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) vor, die durch die Corona-Krise besonders betroffen sind. Dazu zählen unter anderem Ausbildungsprämien von 2.000 Euro bzw. 3.000 Euro bei Aufrechterhaltung bzw. Erhöhung des Ausbildungsniveaus. Betriebe, die Azubis aus pandemiebedingt insolventen Betrieben übernehmen, sollen eine Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro erhalten. Wer seine Ausbildungsaktivitäten trotz erheblichen Arbeitsausfalls fortsetzt und Auszubildende und Ausbilder*innen nicht  in Kurzarbeit bringt, soll ebenfalls von dem Förderprogramm profitieren.

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Landesprogramm "Aktionsplan Ausbildung"

Auch das Landesprogramm sieht eine Ausbildungsprämie für Betriebe vor, die zusätzliche Ausbildungsverträge abschließen. Die Einmalzahlung richtet sich dabei an Betriebe, die nicht die Fördervoraussetzungen der Bundesförderung (erhebliche Betroffenheit) erfüllen. Ferner sollen Betriebe, die Ausbildungsverträge pandemiebedingt verlängern, einen einmaligen Zuschuss von 500 Euro erhalten. Auch eine Förderung der Überbetrieblichen Ausbildung ist vorgesehen.

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Das Landesprogramm „Aktionsplan Ausbildung“ sieht eine Mobilitätsprämie für Auszubildende vor: Wer mindestens 45 Kilometer entfernt vom Wohnort einen Ausbildungsplatz annimmt oder entfernungsbedingt den Wohnort wechselt, soll nach Ende der Probezeit eine Einmalzahlung von 500 Euro erhalten. Außerdem startet das Land eine Vermittlungsoffensive an den Berufsbildenden Schulen mit dem Ziel, möglichst viele Schülerinnen und Schüler nach Möglichkeit noch in diesem Jahr in eine berufliche Ausbildung zu vermitteln.
Die Anträge sind bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen. Die Antragsformulare finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit als Download. Dem Antragsformular ist eine von der Handwerkskammer ausgestellte Bescheinigung über Ausbildungsverhältnisse sowie eine De-minimis-Erklärung beizufügen. Bei der Übernahmeprämie benötigen Sie zusätzlich eine Bescheinigung des Insolvenzverwalters.
Eine Antragsstellung für das Landesprogramm ist zurzeit noch nicht möglich, da die Förderrichtlinie, aus der die Details zur Antragsstellung hervorgehen, noch in Erstellung ist.
Für die Bescheinigung nutzen Sie das von der Arbeitsagentur zur Verfügung gestellte Formular "Bescheinigung der zuständigen Stelle" und schicken es zur weiteren Bearbeitung vorausgefüllt an lehrlingsrolle@hwk-bls.de.
Nein, für die Förderung (Ausbildungsprämie (plus) und Übernahmeprämie) ist allein der Ausbildungsbeginn maßgeblich (Ausbildungsbeginn frühestens am 1. August 2020). Demnach sind auch Ausbildungen förderfähig, für die der Ausbildungsvertrag vor dem 1. August 2020 abgeschlossen wurde.


Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)

Ja, unter besonderen Schutz- und Hygienemaßnahmen wurde der Lehrbetrieb mit der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) am 5. Mai 2020 wieder aufgenommen.

Inhalt aktualisiert am 6. Mai 2020
Ja, ausgefallene Lehrgänge werden nachgeholt.

Da dies parallel zum regulären Lehrgangsbetrieb erfolgt, wurden vom Bundeswirtschaftsministerium Verfahrenserleichterungen vorgesehen. Damit wird eine Lehrgangsdurchführung von drei Unterweisungstagen ermöglicht. Die Handwerkskammer wird hiervon nur in zwingend notwendigen Maß Gebrauch machen.

Alle betroffenen Ausbildungsbetriebe und Teilnehmenden werden/wurden schriftlich über die neuen Termine informiert.


Inhalt aktualisiert am 6. Mai 2020

Um die Lehrgänge durchführen zu können, wurden besondere Schutz- und Hygienemaßnahmen getroffen: Auf dem Gelände gilt die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und in den Werkstätten der Technologiezentren eine zusätzliche Maskenpflicht. Für die praktischen Arbeiten kommt ein Gesichtsschutz (Face-Shield) zum Einsatz.

Die hierfür notwendige Schutzausrüstung wird den Auszubildenden von der Handwerkskammer kostenlos zur Verfügung gestellt.

Inhalt aktualisiert am 6. Mai 2020

Ja, besondere Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen sorgen für einen ausreichenden Abstand beim Zugang, der Essensausgabe und im Speisesaal.


Inhalt aktualisiert am 27. Mai 2020

Ja, die Gästehäuser in Lüneburg und Stade haben ihren Betrieb aufgenommen. Die Gästehäuser verfügen über eine begrenzte Anzahl von Betten, da eine Einzelunterbringung vorgeschrieben ist. Mit der Anmeldung für eine Unterbringung im Gästehaus, unter Angabe der Anfahrtsdauer, erhalten Sie nach Prüfung eine schriftliche Bestätigung der Heimleitung. Eine Unterbringung ist nur mit einer schriftlichen Fax-Bestätigung/E-Mail-Bestätigung verbindlich. Auszubildende, die ohne verbindliche Zusage der Heimleitung anreisen, können in den Gästehäusern nicht aufgenommen werden.

Das Gästehaus in Königslutter hat  unter besonderen Schutz- und Hygienemaßnahmen den Betrieb ebenfalls aufgenommen.



Inhalt aktualisiert am 27. Mai 2020


Prüfungen

Ja, unter Einhaltung der vom Robert-Koch-Institut (RKI) vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregeln werden wieder Prüfungen durchgeführt.


Inhalt aktualisiert am 11. Juni 2020

Ja, die Prüfungen wurden nur verschoben und werden an einem Ersatztermin nachgeholt. Alle Prüflinge erhalten rechtzeitig vor dem neuen Prüfungstermin eine schriftliche Einladung.

Für Zwischenprüfungen, die aufgrund der Corona-Krise ausgefallen sind, kann die jeweils zuständige Geschäftsstelle des Prüfungsausschusses  entscheiden, ob die Prüfungen nachgeholt werden müssen. Wenn die Geschäftsstelle entscheidet, dass die Zwischenprüfung nicht nachgeholt wird, gilt die Prüfung als abgelegt. Dies gilt nicht für Teil 1- Prüfungen bei gestreckten Gesellen- oder Abschlussprüfungen.

Inhalt aktualisiert am 11. Juni 2020

Prüfungen, die Corona bedingt abgesagt wurden, wurden bereits bzw. werden in den kommenden Wochen nachgeholt.

Alle Prüflinge erhalten rechtzeitig vor dem Prüfungstermin eine schriftliche Einladung.

Inhalt aktualisiert am 11. Juni 2020

Nein, wenn Sie sich bereits zu Ihrer Prüfung angemeldet haben, ist eine erneue Anmeldung nicht erforderlich. Wir laden Sie dann automatisch zum neuen Prüfungstermin ein.


Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Wenn Sie noch nicht zur Prüfung angemeldet sind, aber bereits von uns dazu aufgefordert wurden, sollten Sie uns Ihre Prüfungsanmeldung zusenden.


Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Nein, die Prüfungsanforderungen sind in den Ausbildungsordnungen beschrieben und können nicht verändert werden. Besteht nach mehrwöchigem Unterrichtsausfall die Sorge, dass das Ausbildungsziel nicht erreicht wird, kann ein Antrag auf Verlängerung der Ausbildung nach § 27 b Absatz 2 HwO / § Absatz 2 BBiG gestellt werden.

 
Inhalt aktualisiert am 6. April 2020

Die Folgen der Corona-Krise haben auch Auswirkungen auf die Ausbildung: Einschränkungen im Arbeitsalltag bis hin zu temporären Betriebsschließungen und entfallener Berufsschulunterricht können sich negativ auf den Ausbildungsstand auswirken.

Wenn die schulischen Leistungen nicht ausreichen, können Betriebe die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) bei der Arbeitsagentur beantragen und damit Nachhilfeunterricht für ihre Auszubildenden finanzieren.

Das Angebot hilft übrigens nicht nur bei Wissenslücken, die durch die Corona-Folgen entstanden sind, sondern steht allen Azubis zur Seite, deren Ausbildungsabschluss gefährdet ist. Der kostenfreie Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit ist unter 0800 4 5555 20 zu erreichen.

 
Inhalt aktualisiert am 25. Mai 2020

Wenn Sie oder Ihr Betrieb die Prüfungsgebühren bereits gezahlt haben, werden diese für den Ersatz-Prüfungstermin einbehalten.


Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

 


Ausbildung allgemein

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte.

Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Ja, auch während angezeigter Kurzarbeit können jederzeit neue Ausbildungsverträge geschlossen werden. Für den Abschluss der Verträge bedarf es keiner Zustimmung der Agentur für Arbeit.

Gleiches gilt für Auszubildende, die während ihrer Lehrzeit aus einem anderen Betrieb übernommen werden.


Inhalt aktualisiert am 24. Juni 2020

Können Auszubildende nach Abschluss ihrer Ausbildung trotz Kurzarbeit übernommen werden?
Nachwuchskräfte können nach dem Abschluss ihrer Berufsausbildung ohne zusätzliche Abstimmung mit der Agentur für Arbeit übernommen werden.

In diesen Fällen muss in der monatlichen Abrechnung von Kurzarbeit lediglich ergänzend eine Erklärung abgegeben werden, dass sich die Gesamtzahl der Beschäftigten aufgrund der Übernahme von Auszubildenden erhöht hat. Nach der Ausbildung bzw. dem Studium übernommene Nachwuchskräfte können vom ersten Tag an in die Kurzarbeit einbezogen werden.


Inhalt aktualisiert am 24. Juni 2020

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen.

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.


Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen, es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Unternehmens, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss vom Auszubildenden beanragt werden, er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.

Inhalt aktualisiert am 24. März 2020

Was geschieht mit Auszubildenden, wenn das Unternehmen auf behördliche Anweisung geschlossen wurde?
Die Ausbildung muss so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Dies ist u. U. für eine kürzere Zeit auch ohne Öffnung des Betriebes für Kunden möglich (Einzelfallbeurteilung). Ist die Ausbildung nicht mehr möglich, muss die Ausbildung ggf. ausfallen. In diesem Fall besteht die Pflicht zur Fortzahlung der Vergütung nach § 19 Absatz 1 Nr. 2 a) BBiG. Es kann ein Recht zur außerordentlichen Kündigung durch den Betrieb entstehen, z.B. wenn eine Betriebsaufgabe geplant ist.

Inhalt aktualisiert am 6. April 2020