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Corona-Überbrückungshilfe

Hilfsprogramm zur Abmilderung von Umsatzeinbußen - Überbrückungshilfen gehen in die zweite Phase (September bis Dezember 2020).

Warnung vor Phishing-Mails

Die EU-Kommission warnt vor derzeit kursierenden Phishing-Mails mit einem falschen Antragsformular für Corona-Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen, die angeblich vom Europäischen Rat und vom Bund gemeinsam angeboten werden.

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Mit der Überbrückungshilfe bieten Bund und Länder kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbstständigen finanzielle Unterstützung, um Corona-bedingte Umsatzeinbußen abzumildern. Über das Förderprogramm sollen Betroffene in den Fördermonaten Juni bis August 2020 (1. Phase) und September bis Dezember 2020 (2. Phase) Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten erhalten. Die Antragsstellung hat durch Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, vereidigte Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen zu erfolgen.

Anträge für die 1. Phase der Überbrückungshilfe (Fördermonate Juni bis August 2020) müssen spätestens bis zum 30. September 2020 gestellt werden. Es ist nicht möglich, nach dem 30. September 2020 rückwirkend einen Antrag für die 1. Phase zu stellen. Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Oktober gestellt werden.


Wer kann die Hilfen beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, die im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von durchschnittlich mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können. Bei Gründung nach April 2019, werden statt April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich herangezogen.

Eine weitere Voraussetzung sind die  Umsatzeinbußen im Antragsmonat: Der Umsatz muss im Vergleich zum Vorjahresmonat um mindestens 40 Prozent gesunken sein. Außerdem darf sich das antragsstellende Unternehmen am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben.

Vorabprüfung - Excel Tool DATEV

Die DATEV stellt ein Excel-Tool zur Verfügung, mit dessen Hilfe man vor Beauftragung eines externen Dritten die Antragsvoraussetzungen prüfen kann. Um das Tool nutzen zu können, benötigen Sie Microsoft Excel.

Excel-Tool DATEV




Wie sieht die Förderung konkret aus?

Die Überbrückungshilfe kann für maximal drei Monate (Juni - August 2020) beantragt werden. Je nach erwartetem Umsatzrückgang werden zwischen 40-80 % der betrieblichen Fixkosten in Form eines Zuschusses erstattet:

  • 80 % der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch
  • 50 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 %
  • 40 % der förderfähigen Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 40 und unter 50 %

Zur Bestimmung der Umsatzeinbrüche werden die jeweiligen Vorjahresmonate herangezogen. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Juni 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 als Vergleichsmonate zu betrachten.

Einzelbetrachtung der Fördermonate

Die Berechnung erfolgt für jeden Monat einzeln. Beträgt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat weniger als 40 % gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den betreffenden Monat.

Maximale Förderung

Die maximalen Förderbeträge richten sich nach der Anzahl der Beschäftigten:

  • Unternehmen bis 5 Beschäftigte max. 9.000 EUR
  • Unternehmen bis 10 Beschäftigte max. 15.000 EUR
  • Unternehmen bis 249 Beschäftigte max. 150.000 EUR

In begründeten Ausnahmefällen – Kleinunternehmen mit sehr hohen Fixkosten – können die Höchstbeträge überschritten werden. Dies ist der Fall, wenn die berechnete Förderhöhe mindestens doppelt so hoch liegt wie der Höchstsatz.


Welche Kosten sind förderfähig?

Betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten, Zinsaufwendungen und Leasingraten (Finanzierungskostenanteil), bestimmte Lohnkosten sowie weitere Kosten gemäß der Übersicht ("Welche Kosten sind förderfähig?") sind förderfähig.


Wie läuft die Antragsstellung ab?

Die Antragsstellung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren über das bundesweite Antragsportalwww.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de. Die Anträge können nur von Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen, vereidigten Buchprüfer*innen oder Rechtsanwält*innen gestellt werden. Die dabei anfallenden Beratungskosten gelten als Fixkosten und sind förderfähig. Nach erfolgreicher Antragsstellung werden die Daten an die Bewilligungsstellen der Bundesländer weitergeleitet. In Niedersachsen ist die NBank für die Bearbeitung und Auszahlung verantwortlich.

Stufe 1 – Antragsstellung

In der ersten Stufe sind die Antragsvoraussetzungen und die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten glaubhaft zu machen.

Stufe 2 – Nachträglicher Nachweis

In der zweiten Stufe sind die Angaben zu belegen. Weichen die tatsächlichen Umsätze von der Prognose ab, sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen bzw. werden nachträglich aufgestockt.



Steuerberater*innen, Wirtschaftsprüfer*innen und vereidigte Buchprüfer*innen müssen sich auf der Antragsplattform registrieren, um Anträge einreichen zu können. Nach erfolgter Registrierung können die Anträge gestellt werden.