Bettina Otte-Kotulla - Nachfolgemoderatorin der Handwerkskammer.
Bjoern Schoenfeld

Bettina Otte-Kotulla

Nachfolgemoderatorin der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Kooperation mit der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen.

Steckbrief


Werdegang

Beschreiben Sie Ihren Weg zur Handwerkskammer!

Bereits seit vielen Jahren habe ich einen Faible für KMU’s. Ich hatte immer das Gefühl, Kleinbetriebe werden in der Gesellschaft benachteiligt. Ich wollte unbedingt für Klein- und Mittelständische Unternehmen etwas tun und habe mich deshalb als Betriebswirtin selbständig gemacht. Dann kam ich über Umwege zu den Unternehmerfrauen im Handwerk. Und was soll ich sagen, es hat mir dort unheimlich gut gefallen. Ich war sehr angetan von den Handwerkerinnen und mitarbeitenden Ehefrauen, eigentlich von den Handwerksbetrieben im Ganzen. Ich fühlte mich dort einfach sofort gut aufgehoben. Ja, und dann dauerte es nicht lange bis ich zuerst im Vorstand meines eigenen Arbeitskreises mitarbeitete und später auch im Landesvorstand. Die Arbeit für die UFH hat mich immer sehr ausgefüllt und eine innere Zufriedenheit bei mir hinterlassen, so dass dann irgendwann einmal der Gedanke auftrat: "So etwas würde ich gerne hauptberuflich machen." Als ich dann einige Jahre später durch Zufall die Stellenausschreibung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade las, in der eine Nachfolgemoderatorin gesucht wurde, dachte ich zu träumen. Ich las das Profil und die Anforderungen und wusste sofort: "Das ist es!" Na ja, was soll ich sagen, es ist noch viel besser als in meiner Vorstellung.

Welche Qualifikationen haben Sie erworben?

Nach Abschluss meiner Ausbildung in der Medienbranche habe ich anschließend auch einige Jahre in meinem Beruf (heute Mediengestalter) gearbeitet. Irgendwann hat mir das nicht mehr gereicht, ich wollte mehr und bin auf die Technikerschule nach Frankfurt gegangen. Nachdem ich nun staatlich geprüfte Technikerin war, folgte noch eine Weiterbildung zur technischen Betriebswirtin (IHK). Mit den neu erworbenen Abschlüssen in der Tasche arbeitete ich einige Jahre im Controlling eines größeren Druck- und Verlagshauses. Danach folgten fast 10 Jahre Selbständigkeit, in denen ich kleinere und mittlere Betriebe betriebswirtschaftlich beraten habe.

Handwerkskammer

Ihr Bewerbungsgespräch, woran erinnern Sie sich noch?

Schon als ich die Stellenausschreibung gelesen habe, dachte ich, die suchen definitiv mich. Das Profil und die Tätigkeitsbeschreibung haben einfach gepasst. Das hat sich im persönlichen Gespräch dann fortgesetzt. Da war es dann auch nicht mehr so schlimm, dass es ein brütend heißer Sommertag war und eigentlich allen viel zu warm.

Welche Eigenschaft schätzen Sie an Ihren Kollegen?

Teamgeist und Kollegialität. Von der Einstellung her passen die Kollegen einfach gut zusammen, alle wollen die Handwerksbetriebe unterstützen. Daher kann man sich gut untereinander absprechen und man unterstützt sich gegenseitig. Es ist sehr angenehm, dass das, was man tut, von den Kollegen auch anerkannt wird.

Sie sind bei der Handwerkskammer zu Hause, weil …

… das Bauchgefühl stimmt und ich mich hier richtig fühle.

Aufgabe

Beschreiben Sie Ihr Tätigkeitsfeld!

Die Hauptaufgabe einer Nachfolgemoderatorin besteht in erster Linie darin Handwerksbetriebe und die potenziellen Nachfolger zu beraten. Da diese aber teilweise erst noch auf die richtige Idee gebracht werden müssen, halten wir auch Vorträge und organisieren Veranstaltungen rund um die Themen "Unternehmensnachfolge" und "Notfall". Die beiden Themen sind eng miteinander verknüpft.

Bedingt durch den demografischen Wandel, den Wertewandel der letzten Jahrzehnte und gesellschaftspolitische Veränderungen, fehlen eindeutig interessierte Nachfolger (nicht nur für Handwerksunternehmen). Daher versuchen wir neue Wege zu gehen, Personengruppen anzusprechen, die bislang noch keinen so großen Anteil an der Selbstständigkeit im Handwerk aufweisen.

Und nicht zuletzt ist da auch noch der administrative Teil. Wir bekommen Fördergelder, da muss alles genau belegt und abgerechnet werden.

Nachfolgemoderatorin Bettina Otte-Kotulla im Beratungsgespräch
Bjoern Schoenfeld

Mit welchen Bereichen / Abteilungen arbeiten sie eng zusammen?

Mit allen Beratern der Handwerkskammer: Da wären die Betriebsberater, die Ausbildungsberater, die Rechtsberater, der Marketingberater und natürlich die Berater für Weiterbildung, Innovation / Technologie, Umwelt, Internet, Gestaltung, Standortsicherung, Frauenförderung Außenwirtschaft und Mobilität.

Beruf und Erfolg

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Als Kind habe ich gerne gemalt, gezeichnet und dekoriert, ich wollte damals Raumausstatter oder Innenarchitektin werden. Aber wie das Leben so spielt: Jetzt gestalte und plane ich keine Wohnungen, sondern Betriebsübergaben. Aus heutiger Sicht auf jeden Fall die bessere Variante.

Wo können Sie am besten arbeiten? Wo haben Sie gute Ideen?

Die Beratungstermine finden häufig in den Betrieben der Handwerker statt. Wenn ich mir dann die Betriebe ansehe, kommen häufig schon die ersten Ideen. Dann frage ich nach, lasse mir Dinge erklären und baue mir so ein Bild auf. Auf der Rückfahrt ins Büro betrachte ich dann dieses Bild von allen Seiten. Manchmal steht der Plan dann schon, wenn ich wieder im Büro am Computer sitze.

Was haben Sie sich beruflich für die Zukunft vorgenommen?

Ich möchte weiterhin mithelfen, die Handwerkslandschaft bunt und vielfältig zu erhalten, weiterhin Handwerker und Nachfolger beraten und ihnen helfen ihre Ziele zu erreichen.

Wie stellen Sie Ihre persönliche Work-Life-Balance sicher?

Die Arbeit mit und für die Handwerker und das Handwerk gibt mir grundsätzlich ein positives Gefühl. Fast immer wird man freundlich und herzlich in den Betrieben aufgenommen und hat spätestens beim zweiten Gespräch das Gefühl dazuzugehören. Allerdings hat man es auch mit Schicksalen zu tun und wird emotional sehr gefordert. Dann ist es nicht so leicht, den nötigen Abstand zu wahren, um besonnen handeln und beraten zu können. Da ist es wichtig, ein intaktes, soziales Umfeld zu haben und einen Ausgleich zu schaffen. Ich treffe mich gerne mit Freunden, außerdem bin ich gerne kreativ, besuche Schneidergruppen und Malkurse. Den letzten Rest sichern dann meine Familie und mein Garten.

Motivation

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Ich kann Menschen weiterhelfen, kann vermitteln und daran mitarbeiten, dass unserer Gesellschaft eine bunte Vielfalt an unterschiedlichen Handwerksbetrieben erhalten bleibt.

Was motiviert Sie besonders?

Die Freundlichkeit der Inhaber und der potenziellen Nachfolger. Die meisten Kunden sind froh über die Hilfestellung, die Übergabe- bzw. Übernahmeprozesse können schneller abgewickelt werden, Konflikte werden schneller behoben oder entstehen erst gar nicht. Das macht die Abläufe einfacher und mich zufrieden.

Persönlich

Wie wohnen Sie?

Ländlich idyllisch, mit viel Natur und Ruhe.

Welches Buch haben sie zuletzt gelesen?

Die Wunschliste von Jill Smolinski

Sie gewinnen im Lotto: Was dann?

Viel würde sich in meinem Leben wohl nicht ändern, ich würde vermutlich anonym spenden an soziale Projekte und Freunde. Geteilte Freude ist doppelte Freude und Zufriedenheit lässt sich mit Geld nicht kaufen. 



So erreichen Sie mich

Bettina Otte-Kotulla

Tel. 0531 1201-259
Fax 0531 1201-444
otte-kotulla--at--hwk-bls.de