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Außenwirtschaft

Keine Angst vor Auslandsaufträgen.

Was gibt es zu beachten, wenn ich als Handwerksunternehmer außerhalb von Deutschland aktiv werden will? Bei uns erhalten Sie die für Ihr Auslandsgeschäft notwendigen Informationen - individuell und kostenlos!

Die Außenwirtschaftsberatung der Handwerkskammer hilft beim Weg ins Ausland und berät Unternehmen, die international Geschäfte machen wollen.

Unser Angebot

  • Auslandsadressen für Export- oder Importgeschäfte
  • Informationen zu Besonderheiten bei Auslandsaktivitäten
  • Tipps zur Finanzierung und Kreditsicherung bei Auslandsgeschäften
  • Informationsveranstaltungen
  • aktuelle Informationen und Unternehmerreisen in die EU-Mitgliedstaaten
  • Kalkulationstipps


Matthias Reichert

Tel. 04141 6062-13
Fax 04141 6062-90
reichert--at--hwk-bls.de

Adrienne Blum

Tel. 0531 1201-251
Fax 0531 1201-444
blum--at--hwk-bls.de

Aktuelles

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Schweden: Online-Meldeverfahren

Die Entsendung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nach Schweden untersteht einem obligatorischen Meldeverfahren durch die ausländischen Arbeitgeber. Bei Nichteinhaltung droht dem Arbeitgeber eine Sanktionsgebühr von 20.000 SEK, umgerechnet ca. 2.000 Euro. Die Außenwirtschaftsberater helfen Ihnen gerne bei der Anmeldung.

Hier geht es zur Online-Meldung

Frankreich: Entsendemeldung wird einfacher

Das französische Wirtschaftsministerium hat das Meldeportal SIPSI überarbeitet. Firmen aus Deutschland haben es in einigen Bereichen jetzt einfacher, ihre Mitarbeiter dort anzumelden. So muss beispielsweise nicht mehr die Krankenkasse angegeben werden, es reicht die Angabe des Landes, in dem die Sozialbeiträge entrichtet werden.

Nicht mehr notwendig ist zudem die SIRET-Nummer, hier reicht die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ganz gestrichen wurde auch die Frage nach dem anwendbaren Tarifvertrag. Erleichtert wird das Ausfüllen des Formulars in der Rubrik „Kunde“ durch die Unterscheidung zwischen Dienstleistungen auf eigene Rechnung, einem Auftrag für Privatkunden oder sonstigen Kunden.

Schweiz: Änderungen im Schweizer Mehrwertsteuerrecht für ausländische Unternehmen

Handwerksbetriebe müssen seit dem 1. Januar 2018 immer eine steuerliche Registrierung in der Schweiz mithilfe eines zugelassenen Fiskalvertreters durchführen. Hierfür sollten ca. 2.000 Euro ins Angebot einkalkuliert werden.

Mit der Neuregelung des Mehrwertsteuerrechts ändert sich die Bemessungsgrundlage der CHF 100'000,- dahingehend, dass nicht mehr nur die in der Schweiz ausgeführten Umsätze, sondern die Weltumsätze (und damit auch die deutschen Umsätze) eines Unternehmens berücksichtigt werden. Dies führt dazu, dass de facto die CHF 100'000,-Grenze nur noch bei sehr wenigen Kleinstunternehmen eine Rolle spielen wird, d. h. nur noch bei den Unternehmen, die mit ihren Weltumsätzen unter CHF 100'000,– bleiben.

Mehr Infos:  www.handelskammerjournal.ch

Dänemark: Beitragshöhe zum Arbeitsmarktfond

Alle dänischen Unternehmen, die zur Zahlung der Arbeitsmarktzusatzrente ATP verpflichtet sind und alle ausländischen Betriebe, die Mitarbeiter nach Dänemark entsenden, müssen in einen dänischen Arbeitsmarktfond einzahlen. Das Entgelt beträgt pro entsandten Mitarbeiter seit dem 1. April 2017 1,80 DKK (ca. 0,24€) im Quartal und damit 7,20 DKK (ca. 0,97€) im Jahr.



Kalkulation des Auslandsauftrags

Die Durchführung von Auftragen im Ausland gehört mittlerweile auch im Handwerk zur Tagesordnung. Gerade kleine Unternehmen und Mittelständler können sich hierdurch ein zweites Standbein aufbauen und bieten jungen Mitarbeitern interessante Perspektiven.

Doch bei der richtigen Kalkulation von Auslandsauftragen gibt es einiges zu beachten:

  • Höhere Mindestlöhne
  • Länderspezifische Zulassungskosten
  • Verwaltungsmehraufwendungen
  • Reise und Unterkunft
  • Verpflegungsmehraufwendungen
  • Länderspezifische Versicherungen
  • Mautgebühren
  • Tunnelgebühren, Parkkosten
  • Gewerkschaftsbeiträge
Export-Kalkulationstool

Mit dem Export-Kalkulationstool der Handwerkskammer können Sie versteckte Kosten erkennen und in Ihrer Kalkulation berücksichtigen. Das Tool gibt es zurzeit für die Länder Dänemark, Schweden und die Schweiz (Norwegen und Österreich folgen in Kürze). Sprechen Sie dafür bitte Ihre Außenwirtschaftsberater an.



Aus der Praxis

Rohre mit Geburtsurkunde

Bei Kurotec-KTS werden maßgeschneiderte Rohre produziert.
Lüder
Ist ein Rohr fertig gestellt, bekommt es eine Geburtsurkunde.

Die Firma Kurotec-KTS in Stade zählt zu den führenden Anbietern maßgefertigter Rohre und Behälter aus dem Verbundkunststoff GFK und beliefert Kunden weltweit.

Ein Kunststoffrohr ist leicht, oft grau oder braun und eigentlich ein Massenartikel von der Stange. Was die über 100 Spezialisten im Werk der Firma Kurotec-KTS in Stade produzieren, sind allerdings maßgeschneiderte Rohre und Behälter aus GFK. Das Kürzel steht für Glasfaserverstärkten Kunststoff. „Wir verarbeiten duroplastische Kunststoffe wie Vinylesterharz in Verbindung mit einer Matrix aus Glasfaser“, erläutert Nicol Eckert, Prokurist der Firma. Im Gegensatz zu handelsüblichen Thermoplast-Rohren oder auch Rohrverbindungen aus Metall oder Stein sind die GFK-Rohre von Kurotec-KTS nicht nur hitzebeständig, sondern auch unempfindlich gegenüber Chloriden. Zu den Hauptkunden von Kurotec-KTS zählen auch Firmen aus der Chemiebranche. Chloranlagen aber sind das Hauptgeschäft von Kurotec-KTS, wie Eckert erläutert, denn hier könnten die GFK-Rohre ihre Stärke voll ausspielen. Jeder Auftrag sind individuelle Maßanfertigungen. Hergestellt werden die Rohre dabei in reiner Handarbeit, wozu das flüssige Vinylesterharz und die Glasfasermatten um einen sich ständig drehenden Stahlkern aufgebracht werden. „So entsteht das Rohr Schicht für Schicht und wir können Auslässe oder Anschlüsse in den Rohren genau dort berücksichtigen, wo es der Kunde wünscht“, erläutert Kurotec-KTS-Geschäftsführer Manuel Nunez Alvarez. Ist ein Rohr fertig, erhält es auch eine „Geburtsurkunde“, wie Nunez den Zahlencode nennt, aus dem später immer genau ersichtlich ist, wann und von wem ein Bauteil hergestellt wurde. „Die Dokumentation ist heute sehr umfangreich. Das fängt bei der Materialprüfung an und zieht sich durch den gesamten Herstellungsprozess hindurch.“

Neben Rohren stellt die Firma aber auch riesige Spezialtanks her, wie aktuell einen über 14 Meter langen Cascadentank für ein Stahlwerk. Dort wird der Tank in eine Beizbahn eingebunden. Die Spezialanfertigung aus GFK verfügt im Inneren über diverse Abtrennungen, hat zahlreiche Zu- und Abläufe und kann Flüssigkeitstemperaturen bis zu 100 Grad standhalten. Abgeschlossen hat Kurotec-KTS gerade ein größeres Projekt in Frankreich. „Dort haben wir Rohrleitungen für eine Chloranlage hergestellt und installiert“, berichtet Eckert. Ursprünglich waren sechs bis sieben Monate dafür vorgesehen, am Ende wurde ein Jahr daraus. Rund 40 Mitarbeiter waren dafür dauerhaft auf der Baustelle in Lille im Einsatz, 33 Wohnungen bzw. Zimmer hat Kurotec-KTS extra dafür angemietet und auch zusätzlich Mitarbeiter eingestellt. Denn zu meistern gab es hierbei auch einige bürokratische Hürden. „Wenn man Geschäfte mit französischen Firmen macht, muss es im eigenen Unternehmen einen Repräsentanten geben, der dann Ansprechpartner für alle Belange ist“, erläutert Eckert. Da sämtliche Kommunikation – egal ob schriftlich oder mündlich – dann auch in französischer Sprache erfolgt, hat Kurotec-KTS hierzu extra einen zweisprachigen Mitarbeiter eingestellt.

Grenzüberschreitende Baustellen sind für Kurotec-KTS inzwischen der Alltag. „Über 50 Prozent unserer Aufträge machen wir mit Firmen im Ausland“, erzählt Eckert. Einfacher jedoch sei das in den letzten Jahren nicht geworden: „Der administrative Aufwand ist schon sehr hoch. Wenn man erst einmal weiß, wie es funktioniert, spielt sich das ein, aber jedes Land hat seine Eigenheiten“, sagt Eckert. Und Kurotec-KTS ist hier kein Einzelfall. Inzwischen hat laut Eckert die französische Regierung aber Erleichterungen angekündigt. Zukünftig sollen Arbeitskräfte gleich für einen längeren Zeitraum angemeldet werden können, anstatt für jeden einzelnen Auftrag wie bisher. Aber auch in anderen europäischen Ländern sind die Hürden groß. Mitunter sei es einfacher Aufträge in Asien durchzuführen, als in Europa.

 

Text: Claudius Lüder, Norddeutsches Handwerk 6. April 2018



Handwerk ohne Grenzen

Die Leitstelle für Außenwirtschaft des niedersächsischen Handwerks erstellt unter anderem Informationspakete für verschiedene Länder, bietet Veranstaltungen und Webinare sowie Informationen zu Unternehmerreisen und Messebeteiligungen an.



Weiterführende Informationen

Außenwirtschaftsportal iXPOS

Das Außenwirtschaftsportal iXPOS hält spezielle Länder- und Brancheninformationen bereit. Darüber hinaus enthält es Termine zu Veranstaltungen und Messen, Delegationsreisen sowie Informationen zu Kooperationsbörsen.

 www.ixpos.de



Germany Trade & Invest

Ausführliche Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Länderinformationen und Geschäftswünsche aus rund 200 Ländern sind bei der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing zu finden.

 www.gtai.de



Rabatt für Wirtschaftsauskünfte

Wer mit einem Partner, gerade im Ausland, Geschäfte machen will, sollte vorher ggf. über eine Wirtschaftsauskunft Informationen über seinen künftigen Partner einholen. Die Handwerkskammer bietet dafür Sonderkonditionen bei der Bisnode Deutschland GmbH an.

 www.bisnode.de