Aktuelles Aus- und Weiterbildung Beratung Über uns Service    Kontakt |  Sitemap |  Impressum
home / Ueber_uns / Historisches / Chronik der Handwerkskammer Braunschweig
Chronik der Handwerkskammer Braunschweig

Rückblick
Nach der Reichsgründung 1871 wurde die Gewerbeordnung des norddeutschen Bundes auch vom Herzogtum Braunschweig übernommen. Damit waren gleich zwei einschneidende Neuerungen verknüpft: Anstelle der alten handwerklichen Gildeordnung und der Pflicht zu ordentlicher Ausbildung und dem Ablegen von Befähigungsnachweisen, wie etwa Gesellen- und Meisterprüfungen, trat die schrankenlose Gewerbefreiheit. Des Weiteren trat an die Stelle der landesherrlichen Entscheidungen über Gewerbe- und Handwerkssachen die Reichsgesetzgebung.

In den drei Jahrzehnten von 1870 bis 1900 war die Lage des ordentlichen Handwerks besonders schwierig. Einerseits gingen ganze Gewerke aufgrund der immer stärker aufkommenden industriellen Konkurrenz zugrunde, etwa Seiler, Weber oder Nagelschmiede. Aber auch die Gewerke der Tischler, Schlosser und Schuhmacher wurden immer stärker bedrängt. Andererseits wurde das Handwerk auch infolge der Gewerbefreiheit von einer Vielzahl Ungelernter überflutet, die zwar schlechte Arbeit ablieferten, aber durch ihre extreme Preiskonkurrenz jede vernünftige Kalkulation der ordentlichen Handwerker über den Haufen warfen. Da sich zudem kaum noch ein Meister die teure und langwierige Ausbildung von Lehrlingen leisten konnte und durch die Gewerbefreiheit auch niemand mehr gezwungen war, sich überhaupt einer handwerklichen Ausbildung zu unterwerfen, kam es zu einem allgemeinen Verfall der Produkt- und Dienstleistungsqualität. Schlimmer noch war, dass es zusätzlich auch zu einem ausgeprägten Fachkräftemangel kam, unter dem nun allerdings nicht nur das Handwerk selbst, sondern zunehmend auch die junge deutsche Industrie zu leiden begann, die ihre eigenen betrieblichen Fach- und Führungskräfte fast ausschließlich aus dem Handwerk bezog.

So sah sich die Reichsregierung schließlich gezwungen, das Organisationsgesetz von 1897 zu erlassen, das neue Bestimmungen über Innungen, Innungsausschüsse, Handwerkskammern und Innungsverbände sowie über die Lehrverhältnisse mit sich brachte. Dieses Reichsgesetz zur Änderung der Gewerbeordnung von 1897 ermöglichte ab dem 1. Januar 1900 die Errichtung von Handwerkskammern. In Braunschweig setzten die Handwerker die kaiserliche Anordnung am 24. April 1900 in die Tat um und riefen im Braunschweiger Altstadtrathaus für ihren Bezirk die Handwerkskammer Braunschweig ins Leben.

Gegenwart
Standen in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz noch Regelungs- und Kontrollfunktionen im Vordergrund, so hat sich die Kammer im Laufe der Zeit zu einer modernen Dienstleistungseinrichtung entwickelt, deren zentrale Aufgabe die Erhaltung der Substanz und Leistungsfähigkeit handwerklichen Mitgliedsbetriebe in ihrem Kammerbezirk ist. Die Bandbreite der Aufgaben ist dabei in über 100 Jahren ständig größer geworden. Damals wie heute sind jedoch der persönliche Kontakt zwischen Fachleuten und Praktikern vor Ort sowie ein hohes Maß an Kompetenz und Verlässlichkeit die wesentlichen Merkmale der Kammerarbeit.

Ausblick
Um den Erfordernissen der Zukunft gerecht zu werden, wird die Kammer künftig noch stärker als bisher als Vordenker ihrer Betriebe handeln müssen. Sie wird ein effizientes Netzwerk mit Herstellern, Forschungseinrichtungen und Universitäten schaffen und ausbauen, um den Betrieben qualifizierte und umfassende Unterstützung in sämtlichen ökonomisch relevanten Fragen geben und in ihren Bildungszentren eine qualitativ hochwertige Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung gewährleisten zu können.



Die Kammer Braunschweig in den Jahren

1897 "Grundgesetz des Handwerks" ordnet die reichsweite Errichtung der Handwerkskammern an
1900
 Gründung der Handwerkskammer am 24. April im Altstadtrathaus in Braunschweig
1901 Gründung der "Braunschweiger Kranken- und Sterbekasse selbstständiger Handwerker, Kaufleute und Gewerbetreibender a.G." durch die Kammer
1902
 Die Kammer bezieht als Dienstgebäude das "Gildehaus" am Burgplatz
1906  Eröffnung des Lehrlingsheimes hinter dem Gildehaus (geschlossen 1923)
1919
 "Bezirksstelle für Rohstoffverteilung" für Handwerksbetriebe wird nach dem Ersten Weltkrieg im Kammergebäude eingerichtet
1926
 Reichspräsident Paul von Hindenburg besucht die Kammer
1934
 Eröffnung der "Schule des Handwerks" für Amtsträgerschulungen in Rhetorik, Allgemeinwissen und Handwerkspolitik in der ehemaligen Bülowschen Villa (geschlossen 1939)
1949
 Gründung der "Handwerker-Wohnungsbau-Genossenschaft eG" gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft und der "Aufbaugemeinschaft e.V." gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Braunschweig
1962
 Kammerpartnerschaft mit der französischen Handwerkskammer Nîmes
1972
 Einweihung des neuen Berufsbildungszentrums in der Hamburger Straße
1978
 Kreis Peine und Großteil des aufgelösten Kreises Clausthal-Zellerfeld kommen zum Kammerbezirk Braunschweig, Abgabe eines Großteils des Kreises Gandersheim
Einweihung der Bundesfachschule des Konditorenhandwerks in Wolfenbüttel. Besuch des Bundespräsidenten Walter Scheel
1981
 Einweihung des Steinmetzzentrums in Königslutter
1991
 Stadt Wolfsburg kommt zum Kammerbezirk Braunschweig
2000
 100-Jahr-Feier der Handwerkskammer
2007
 Vollversammlungsbeschluss am 31. August zur Fusion mit der Handwerkskammer Lüneburg-Stade zum 1. Januar 2009
2009
 Fusion zur Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
   



Bildungseinrichtungen der Handwerkskammer Braunschweig


1934
 "Schule des Handwerks" für Amtsträgerschulungen in Rhetorik, Allgemeinwissen und Handwerkspolitik in der ehemaligen Bülowschen Villa in Braunschweig
1956
 Einweihung der ersten Gewerbeförderungsstelle hinter dem Gebäude am Burgplatz
1964 Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der neuen Gewerbeförderungsanstalt in der Hamburger Straße
1972
 Fertigstellung des Hauptgebäudekomplexes der Gewerbeförderungsanstalt Hamburger Straße und Umbenennung in Berufsbildungszentrum
1978
 Einweihung der Bundesfachschule des Konditorenhandwerks in Wolfenbüttel
1981
 Einweihung des Steinmetzzentrums in Königslutter
1988
 Einweihung des Internats der Bundesfachschule des Konditorenhandwerks in der ehemaligen Samson-Schule in Wolfenbüttel
1995
 Jüngste Modernisierung und Erweiterung des Berufsbildungszentrums in der Hamburger Straße
     
      

Präsidenten der Kammer Braunschweig

1900 - 1911: Hoftischlermeister Carl Osterloh
1911 - 1928: Maurermeister Louis Eicke
1928 - 1933: Schmiedemeister Wilhelm Heinemann
1933 - 1945: Bäckermeister Hermann Vahldieck
1945 - 1969: Klempnermeister Walter Oehler
1969 - 1980: Steinmetzmeister Werner Kastens
1980 - 1989: Elektromeister Roderich Liefner
1989 - 1999: Dipl.-Ing. Dieter Geiler
Seit 1999: Dipl.-Ing. Hans-Georg Sander


Hauptgeschäftsführer der Kammer Braunschweig

1901 - 1932: Gewerberat Richard Baumgarten
1932 - 1956: Syndikus Ludolf Frühling
1956 - 1975: Dr. Walter Hagebölling
1975 - 1993: Ass. Jur. Karl Traupe
1993 - 2009: Dipl.-Kaufmann Otto Schlieckmann


Seite zurück Druckansicht Bookmark and Share nach oben
Navi
    Service im Überblick
    Social Media
Suche
Suche: