Aktuelles Aus- und Weiterbildung Beratung Über uns Service    Kontakt |  Sitemap |  Impressum
home / Bildung / Berufsbildung international / Projektrückschau / Italien: Ausbilderreise des Steinmetzhandwerks nach Carrara und Laas
Ausbilderreise nach Italien

Sechs Steinmetze haben sich als Ausbilder im Steinmetzhandwerk in Carrara und Laas über das italienische Handwerk informiert.




Sechs Steinmetze und Olaf Bunger, Leiter des Steinmetzzentrums in Königslutter, informierten sich zunächst in der Marmorschule in Carrara über das Ausbildungssystem in Italien und diskutierten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. "Es gibt in Italien keine handwerkliche Ausbildung wie wir sie kennen", sagt Olaf Bunger. "Die Marmorschule ist eher mit einem Abschluss im Fachgymnasium vergleichbar." Zum Bedauern der Lehrer trete dort die praktische Ausbildung immer mehr in den Hintergrund. Auch in der Kunstakademie gibt es einen Fachbereich Skulptur. Dort stehe nicht das Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten auf dem Stundenplan, sondern mehr das kreative, freie Schaffen. "In Deutschland lernen wir erst das Handwerk von Grund auf, bevor wir kreativ werden", vergleicht der Steinmetzmeister Bunger.
Bekannter kam den Reisenden dagegen die Marmorschule in Laas, Südtirol, vor. Dort werden Lehrlinge innerhalb von drei Jahren handwerklich ausgebildet. Auch eine mit dem deutschen Meistertitel vergleichbare Ausbildung ist möglich. Über die moderne Ausstattung der vor einigen Jahren neugebauten Schule staunten die Ausbilder.

Richtig kreativ, aber auch sehr handwerklich ging es in den verschiedenen Bildhauerbetrieben zu, die während der Ausbilderfahrt besichtigt wurden. Die Gäste des Steinmetzzentrums bewunderten die detailverliebten Figuren in allen Größen, die als Auftragsarbeiten aus dem Carrara-Marmor gehauen werden. Sie alle werden demnächst in Ausstellungen rund um die Welt zu sehen sein.

Wo der berühmte Marmor genau herkommt, lernten die Steinmetze in den Steinbrüchen rund um Carrara. "Es ist faszinierend, mitten im Steinbruch zu stehen und den Abbau der Marmorblöcke hautnah mitzuerleben", erzählt Birgit Hesse-Paske von der Mobilitätsberatung der Handwerkskammer. Um die Verarbeitung ging es dann in den großen Industriebetrieben wie Henraux und Lasa Marmo GmbH.

Dass die Arbeit in Italien eine andere ist als in Deutschland, haben auch die sieben Lehrlinge gelernt, die im Rahmen des Mobilitätsprogramms "Leonardo da Vinci" dreizehn Wochen ihrer Ausbildungszeit in Betrieben in Carrara gearbeitet haben. Der gemeinsame Austausch zwischen den Lehrlingen, den Ausbildern und italienischen Betriebsinhabern war für alle Beteiligten spannend und aufschlussreich.

Insgesamt erlebten die Ausbilder eine Reise voller Gegensätze zwischen handwerklicher Ausbildung und künstlerischem Schaffen, die alle beeindruckt hat.

Die Ausbilderreise fand vom 20. bis 26. November 2011 statt und wurde von der Mobilitätsberatung der Handwerkskammer organisiert. Das Programm "Berufsbildung ohne Grenzen" wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.



  

        

Seite zurück Druckansicht Bookmark and Share nach oben
Navi
    Service im Überblick
    Social Media
Suche
Suche: