Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden
(1992 - 2005)
Den Wunsch, die Frauenkirche wieder aufzubauen, gab es vom Tag des Einsturzes an. Allerdings hatten weder die Landeskirche noch die Stadt Dresden nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges die finanziellen Mittel und technischen beziehungsweise personellen Möglichkeiten, den Wiederaufbau aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Trotzdem setzten sich die Landeskirche und das Landesamt für Denkmalpflege für einen Wiederaufbau ein.
Bereits ein Jahr nach Kriegsende rief die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens zu einer Spendenaktion auf. Das Landesamt für Denkmalpflege führte erste Untersuchungen über die Möglichkeit einer archäologischen Rekonstruktion durch. Grundlage dafür bildeten die Baudokumentationen, die während der Restaurierungsarbeiten vor und während des Zweiten Weltkrieges angefertigt wurden.
Die politischen Verhältnisse in der damaligen DDR ließen jedoch die Fortsetzung der begonnenen Arbeiten nicht zu. Mehrfach bestand sogar die Gefahr der vollständigen Beräumung der Ruine. Ende der 1980er-Jahre setzten sich dann namhafte Persönlichkeiten für einen Wiederaufbau der Frauenkirche ein und begannen, Spenden zu sammeln. (Quelle: www.frauenkirche-dresden.de)
Beteiligung des Steinmetzzentrums
Das Steinmetzzentrum hat mehr als 280 Werkstücke ohne Verrechnung von Arbeitskosten für die Frauenkirche aus Postaer Sandstein angefertigt. Die Meisterschüler und die Lehrlinge haben viel Engagement und Idealismus aufgebracht. Die Frachtkosten und die Kosten für das Steinmaterial hat die Bauherrin der Frauenkirche getragen.
Die Ausbilder, die Lehrlinge und die Meisterschüler des Zentrums waren enorm engagiert. Aus Dank an die beteiligten Steinmetzen und an die Bauherrschaft der Frauenkirche haben wir diese Seite eingerichtet.
Das gesamte Steinmetzhandwerk hat sich im Übrigen mit ca. 2.500 kostenlosen Werksteinen am Aufbau der Frauenkirche Dresden beteiligt.
Meisterschüler eines einzigen Jahrgangs von Bildungszentrum und Steinmetzschule Königslutter haben das mittlere Kranzgesims der Kirche mit den steinernen "Dielenköpfen", das aus insgesamt 76 Werkstücken besteht, alleine geformt.
Interessant waren alle Arbeiten für Frauenkirche insbesondere, weil in Kombination von high tec (CAD-Zeichnung und Schablonenherstellung durch Wasserstrahlsägen) mit alten handwerklichen Techniken der Barockzeit neue Werkstücke geschaffen wurden. Diese Chance bietet sich nur einmal, wenn überhaupt, in einem Steinmetzleben.
Neben den Meisterschülern arbeiteten zahlreiche Lehrlinge einfachere und profilierte Werkstücke je nach ihrem Leistungsstand im Bildungszentrum unter Anweisungen der Lehrwerkmeister.
Des Weiteren wurden weitere sehr exponierte Arbeiten, wie zum Beispiel reichhaltig profilierte Werkstücke (Dachfirststeine, Profilstücke an den Ecktürmen, Fensterstürze, Gewändestücke usw.) oder Flammenvasen als Steinmetzarbeiten während der Meisterprüfung aus Rohstücken mit der Hand wie in vergangener Zeit herausgeschlagen.
Neben Steinmetzarbeiten waren an der Frauenkirche auch einige wenige Steinbildhauerarbeiten anzufertigen. Meisterschüler wählten "steinerne Flammen" (Steinbildhauerarbeiten) als Meisterstücke.
