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home / Aktuelles / Presse / Aktuell aus Lüneburg / 2011 / Dezember / Im Technologiezentrum der Handwerkskammer bekamen die Schülerinnen und Schüler persönliche Zertifikate überreicht (08.12.2011)
Zwei Wochen lernten Jugendliche das Handwerk kennen

Im Technologiezentrum der Handwerkskammer bekamen die Schülerinnen und Schüler persönliche Zertifikate überreicht

Viele Stunden hat die Achtklässlerin Meghan McCullough (15) mit Feinsäge, Standbohrer und Schleifpapier in der Werkstatt unter der Leitung von Ausbildungsmeister Thomas Burfien gearbeitet. Nun ist sie stolz auf ihr schönes Vogelhaus aus Holz. "Es hat sehr viel Spaß gemacht alles auszuprobieren und mit den Händen etwas zu schaffen", so die Schülerin. Neben ihr haben fünfzig weitere Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Stadtmitte Lüneburg zwei Wochen lang in vier klassische Handwerksberufe geschnuppert und ihre ersten beruflichen Erfahrungen gesammelt. Im Rahmen einer Berufsorientierungsmaßnahme, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gefördert wird, organisierte die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade dieses Projekt erstmalig in Kooperation mit der Hauptschule Stadtmitte. Die Maßnahme soll die Berufsorientierung und den Übergang von der Schule in die Ausbildung erleichtern.

Im Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade (TZH) verschafften erfahrene Ausbilder den Schülern konkrete Einblicke in die vier Berufsfelder Friseur, Tischler, Zimmerer und Elektriker. Sie stellten ihnen praktische Aufgaben, welche die für den jeweiligen Beruf benötigten Fähigkeiten zutage fördern halfen und ihnen Erfolgserlebnisse vermittelten. "In unseren sehr gut ausgestatteten Werkstätten ist es möglich, den Schülern einen Hauch Arbeitswelt zu vermitteln und ihnen erste Einblicke in die Anforderungen der einzelnen Berufsfelder zu geben. Unsere Ausbilder verfügen alle über umfassende Erfahrungen in der handwerklichen Ausbildung von Lehrlingen", erklärte Wolfgang Goralczyk, Abteilungsleiter Technologische Lehrlingsqualifizierung im TZH.

Ob einer von mehr als 140 Ausbildungsberufen im Handwerk oder ein anderer Beruf - die Entscheidung fällt vielen Schülerinnen und Schülern schwer. Um den richtigen Beruf zu finden, müssen die Jugendlichen sich mit den eigenen Stärken und Schwächen und ihren Interessen auseinandersetzen. Das erzeugt häufig Unsicherheit. "Es besteht ein großer Bedarf an individueller Berufsfrühförderung", so Kathrin Zoder, Lehrerin der Hauptschule Stadtmitte. Sie hofft, dass die Jugendlichen in den zwei Wochen ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten herausfinden konnten und mehr Klarheit gewonnen haben, was sie später einmal beruflich machen möchten. "Durch die Berufsorientierung sollen bei den Schülern die realistischen Vorstellungen von der Arbeitswelt gefördert werden", erläuterte Günter Neumann, Abteilungsleiter Berufsbildungsrecht der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Ein weiteres Ziel liege darin, die Motivation für einen guten Schulabschluss zu steigern und damit die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Neumann ist sich sicher, dass eine frühzeitige Berufsorientierung einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchssicherung im Handwerk leisten kann. Den Schülerinnen und Schülern gab er neben eines Teilnahme-Zertifikates eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: "Jeder kann alles werden, was er möchte. Es gibt keine typischen Frauenberufe und eine Ausbildung im Handwerk eröffnet einem viele Möglichkeiten." Welchen Weg die 15-Jährige Meghan einmal einschlagen möchte, weiß sie allerdings noch nicht. Auf die Frage, ob sie sich einen Handwerksberuf vorstellen könne, antwortete sie mit einem klaren "Jein."

Info: Das BIBB führt das Programm im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durch. Mit dem Angebot einer frühzeitigen, praxisbezogenen und systematischen Berufsorientierung fördert das BIBB überbetriebliche oder vergleichbare Berufsbildungsstätten, die Jugendlichen an allgemein bildenden Schulen den Übergang von der Schule in eine duale Berufsausbildung erleichtern. (Quelle BIBB)


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