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Tariflöhne Voraussetzung für fairen Wettbewerb
Gesellenvertreter diskutieren Perspektiven für das Handwerk in der Krise.

Sie referierten und diskutierten auf dem zweiten Gesellentag der Handwerkskammer: (v.l.) Norbert Bünten (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer), Helmut Dittke (Handwerkssekretär DGB Bundesvorstand), Jens Dudziak und Roman Hannover (Vizepräsidenten Handwerkskammer), Frank Ahlborn (Leiter Wirtschaftspolitik und Regionalmanagement der Handwerkskammer) und Ulrich Mädge (Präsident des Niedersächsischen Städtetages und Oberbürgermeister der Hansestadt Lüneburg). Foto: Versec


Braunschweig/Lüneburg/Stade, 26. März 2010.- Zurzeit stehen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen unter dem Eindruck der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. Damit das Handwerk gestärkt aus der Krise hervorgehen und somit auch den Arbeitnehmern eine Perspektive für Familie und Zukunft gegeben wird, müssen stabile Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das war der Grundtenor des zweiten Gesellentages der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund in Lüneburg stattfand. 

Gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaften und der Politik wurden die finanzielle Situation der öffentlichen Hand und deren Auswirkungen auf die Zukunft des heimischen Handwerks erörtert. Norbert Bünten, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, unterstrich in seiner Einführung die hohe Bedeutung der Kommunen als wichtigste öffentliche Auftraggeber für das Handwerk. Schließlich würden diese Investitionen Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern. "Die Mittelzuweisungen aus dem Konjunkturpaket II müssen aber auch tatsächlich zu zusätzlichen Investitionen führen, wie es ursprünglich vorgesehen war", kritisierte Bünten Bestrebungen, das Zusätzlichkeitskriterium aufzuweichen. Ulrich Mädge, Präsident des Niedersächsischen Städtetages und Oberbürgermeister der Hansestadt Lüneburg beklagte hingegen, dass notwendige Investitionen der Städte und Gemeinden durch bundespolitische Maßnahmen immer mehr behindert würden. "Der Handlungsspielraum der Kommunen wird durch Bund und Land beschnitten. Wir brauchen keine Steuergeschenke, im Gegenteil: Die Staatsquote muss erhöht werden, anstatt die Steuern weiter zu senken."

Die wirtschaftspolitischen Anforderungen der Arbeitnehmer an Staat und Unternehmen bildeten einen weiteren Schwerpunkt des Gesellentages. So richtete Jens Dudziak, Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, einen Appell an die Arbeitgeber: "Wir brauchen auch künftig ein gutes Miteinander im Handwerk. Dazu gehört selbstverständlich, dass vernünftige Arbeit ordentlich bezahlt wird." Helmut Dittke, Handwerkssekretär im DGB-Bundesvorstand aus Berlin, pflichtete ihm bei und betonte, dass die Zahlung von Tariflöhnen die Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb sei. Die Arbeitnehmer müssten mehr Kaufkraft haben, um somit die Nachfrage im eigenen Land anzukurbeln. Wolfram Schöttle, Handwerkssekretär der IG Metall Bezirksleitung aus Hannover, bewerte die Konjunkturpakte der damaligen Großen Koalition als einen Schritt in die richtige Richtung. Dennoch seien diese auf lange Sicht nicht ausreichend. "Das beste Konjunkturprogramm ist, wenn eine Millionen Menschen in Arbeit mit tarifvertraglichem Einkommen gebracht werden", so Schöttle.

Der Gesellentag war nach 2009 bereits die zweite Diskussionsveranstaltung der Handwerkskammer für die Arbeitnehmervertreter im Handwerk. Am Ende des Tages waren sich alle Teilnehmer einig: Der Gesellentag hat sich als Plattform für einen konstruktiven Meinungsaustausch zu einem aktuellen Thema etabliert. Er soll daher im nächsten Jahr fortgesetzt werden.


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