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Keine Kreditklemme im Handwerk
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Braunschweig/Lüneburg/Stade, 28. Oktober 2009.- Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade wollte von ihren Mitgliedsbetrieben wissen, ob sie angesichts der Finanzkrise Schwierigkeiten haben, bei den Banken Kredite zu bekommen. Das Ergebnis: 12 Prozent der 500 antwortenden Handwerksunternehmen berichteten aktuell, dass ihr Kreditwunsch abgelehnt wurde. Bei einer analogen Befragung im Frühjahr des Jahres lag der Anteil gleich hoch. „Von einer Kreditklemme sind wir im Handwerk nach wie vor entfernt“, erklärt Kammerpräsident Rolf Schneider, der sich aber über die Konditionen bei der Kreditvergabe besorgt zeigt: „Während im Frühjahr 20 Prozent über verschlechterte Konditionen klagten, sind es in der aktuellen Umfrage 24 Prozent.“ Darin komme insbesondere die Erfahrung vieler Betriebsinhaber zum Ausdruck, dass Leitzinssenkungen von den Banken nur unzureichend weitergegeben würden. Trotz historischer Tiefstände bei den Leitzinsen lägen die Zinsen für Kontokorrentkredite zum Teil bei deutlich über 10 Prozent. Da rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe regelmäßig auf Kontokorrentkredite zurückgreifen, appelliert der Kammerpräsident an die Banken, ihre Zinspolitik zu überprüfen und die Liquidität im Mittelstand zu stärken.
Laut Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten sind die Handwerkskammern in Niedersachsen mit den Spitzenverbänden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Gespräch, um auszuloten, wie das Handwerk gestärkt werden kann. „Rund 80 Prozent der Handwerksbetriebe sind bei einer Genossenschaftsbank oder Sparkasse. Diese Banken und das Handwerk haben Eines gemein: Sie sind überwiegend regional ausgerichtet und haben sich in der Wirtschafts- und Finanzkrise als stabilisierendes Element erwiesen“, so Bünten. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit habe sich bewährt und werde auch in Zukunft fortgesetzt. Dabei geht er davon aus, dass der Kreditversorgungsauftrag für die mittelständische Wirtschaft in dem einen oder anderen Fall noch verbesserte Konditionen ermöglichen sollte.
Die Befragung der Handwerkskammer hat auch deutlich gemacht, dass der Zugang zu Krediten in den einzelnen Handwerksgruppen unterschiedlich ist: Am häufigsten mussten Betriebe aus dem Gesundheitshandwerk, dem Kfz-Handwerk und aus dem Bauhauptgewerbe die Erfahrung machen, dass ihr Kreditwunsch abgelehnt wurde. Am einfachsten war es für die Ausbauhandwerke, an Kredite zu gelangen. Berücksichtigt man zusätzlich die Frage der Konditionen, stellte sich der Finanzierungszugang am günstigsten im Nahrungsmittelhandwerk dar. 79 Prozent der Bäcker, Fleischer und Konditoren konnten weder von Kreditabsagen noch von schlechteren Konditionen berichten.
Eine Grafik zum Thema finden Sie hier (PDF-Datei, 578 KB). |
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