Braunschweig/Lüneburg/Stade, 14. Oktober 2009.- Wie kein anderer Wirtschaftszweig trotzt das Handwerk in der Region der Wirtschafts- und Finanzkrise: Das Stimmungsbarometer für die Geschäftslage in den Betrieben ist im dritten Quartal kräftig gestiegen, 61 Punkte hat die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in ihrer Herbstumfrage gemessen. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 54 Punkten. Den Zuwachs von 7 Punkten führt die Kammer vor allem auf die robuste Binnennachfrage und die Wirkung der Konjunkturpakete zurück. Das Handwerk habe sich insgesamt als „Fels in der Brandung“ erwiesen, da es in geringerem Umfang von den eingebrochenen Exportmärkten abhängig ist als andere Branchen. 38 Prozent der von der Handwerkskammer befragten Betriebsinhaber beurteilten ihre derzeitige Geschäftslage als gut, im Vorjahr waren es 29 Prozent. Hinzu kommen aktuell 45 Prozent, die mit der Entwicklung zufrieden sind (Vorjahr: 50 Prozent). Der Anteil derjenigen, die ihre Geschäftslage als schlecht einstuften, ging von 21 auf jetzt 17 Prozent zurück. Für die kalte Jahreszeit erwarten die Handwerksbetriebe zwar eine leichte Eintrübung des Geschäftsklimas, diese dürfte sich jedoch im saisonüblichen Rahmen bewegen: Während 21 Prozent von einer Verbesserung ausgehen, rechnen 26 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten mit einer Verschlechterung der Lage.Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise blieben die Umsätze im Handwerk im dritten Quartal annähernd stabil. 28 Prozent der Handwerksbetriebe konnten ihren Umsatz steigern, weitere 42 Prozent meldeten unveränderte Umsatzzahlen. In den übrigen 30 Prozent kam es zu Umsatzrückgängen. Der Auftragsbestand ging im Handwerk unterm Strich leicht zurück. Positiv verlief die Beschäftigtenentwicklung. Während lediglich 10 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre Mitarbeiterzahl reduzierten, nahmen 17 Prozent Neueinstellungen vor und sorgten so für Impulse am Arbeitsmarkt. Am besten wird die aktuelle Geschäftslage in den Bau- und Ausbauhandwerken sowie in den Nahrungsmittelhandwerken beurteilt. Spitzenreiter sind die Ausbauhandwerke, wo 52 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als gut bezeichnen und weitere 36 Prozent zufrieden sind. Insbesondere verstärkte Aktivitäten im Bereich der energetischen Sanierung und die öffentlichen Aufträge aus dem Konjunkturpaket II sorgten in den Betrieben für steigende Umsätze. Etwas verhaltener ist die Stimmung in den Gesundheitshandwerken, im Kfz-Handwerk und bei den personenbezogenen Dienstleistungshandwerken (Friseure, Fotografen, Schuhmacher und andere), wenngleich es auch in diesen Gruppen im dritten Quartal zu einer Aufhellung des Geschäftsklimas kam. Spuren hinterlässt die Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Unter den Metallbauern, Feinwerkmechanikern und anderen Handwerken, die ihre Kunden häufig in der Industrie haben, beurteilte knapp ein Drittel die aktuelle Geschäftslage als schlecht. Der Geschäftsklimaindex ging in dieser Gruppe um 10 Prozentpunkte zurück, aktuell erreicht er 51 Punkte.
Die Entwicklung des Geschäftsklimaindex im Handwerk finden sie hier. |