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Bambus – der Alleskönner
Besonders nachhaltig und enorm stabil: Die schnell wachsende Grasart ist ein echter Konkurrent für Hölzer.

HWK-Innovationsberater Holger Fiegenbaum (r.) mit Dr. Ulrich Riedel (BTN Europe), der ein Bambusbier präsentiert, und Birgitt Strittmatter (BTN Europe) mit einem Teil eines Bambushalmes.

Braunschweig/Lüneburg/Stade, 30. November 2009.- Bambus könnte der Werkstoff des 21. Jahrhunderts werden. Dr. Ulrich Riedel und Birgitt Strittmatter vom Bamboo Technology Network Europe (BTN Europe) mit Sitz in Achim sind davon überzeugt. Der Verein BTN Europe hat sich die Erforschung und technologische Weiterentwicklung von Bambusmaterialien und -produkten auf die Fahnen geschrieben und ist der erste Verein überhaupt, der sich mit dieser Thematik befasst.

Die Eigenschaften dieser zu den Gräsern zählenden Pflanze seien durchweg überzeugend und absolut zukunftsfähig, betonten die beiden Fachleute während ihres Vortrags im Technologiezentrum Lüneburg der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Neben einer hohen Festigkeit und Elastizität ist Bambus auch sehr haltbar, formstabil und witterungsbeständig“, so Birgitt Strittmatter (DAS ENERGIEHAUS). „Darüber hinaus hat er eine antibakterielle Wirkung und einen positiven Einfluss auf die CO2-Bilanz.“ Hinzu komme, dass Bambus enorm schnell wachse: Bestimmte Sorten um gut einen Meter innerhalb von 24 Stunden. Pro Jahr werden rund 20 Millionen Tonnen geerntet. Der größte Exporteur ist China.

„Insbesondere in der anhaltenden Klimadebatte gewinnen nachwachsende Rohstoffe immer mehr an Bedeutung“, erklärte Dr. Ulrich Riedel (Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.). Bambus sei auch in dieser Hinsicht ein „Alleskönner“, der ökologisch wie ökonomisch in vielen Vergleichsstudien die Nase vorn hat. Weil Bambus beispielsweise schon nach fünf Jahren verholzt und geerntet werden kann, ist er wesentlich „produktiver“ als andere Hölzer und produziert somit auch erheblich mehr Sauerstoff. Auch auf seine enorme Widerstandsfähigkeit wiesen die Referenten des BTN Europe hin: Tests hätten gezeigt, dass Bambus im Vergleich zu Hölzern wie Bongossi, Eiche oder Fichte bei Druck-, Schlag-, oder Kratzeinwirkung besser abschneide.

Die vielfältigen Produktanwendungen machen Bambus unter anderem für verschiedenste Betriebe aus dem Bauhandwerk interessant: Er kann in hochdruckverdichteter Form als Diele im Außenbereich oder als extrem strapazierfähiger Parkettboden im Innenbereich verwendet werden. Aufgrund seiner holzähnlichen Verarbeitbarkeit bietet er viele weitere Möglichkeiten, die zum Teil auch noch erprobt werden. Nicht unerheblich ist ferner die zunehmende Bedeutung von Bambus als Verbundmaterial in der Automobil- und Luftfahrtindustrie. So werden zum Beispiel schon Autokonsolen aus einer Verbindung von Bambus mit Kunststoff hergestellt. Auch Zäune, Garne, Mappen, Möbel etc. sind möglich. Selbst in der Medizin oder im Nahrungsmittelsektor finden Bambusprodukte Abnehmer.

Die Zuhörer im Technologiezentrum nahmen die Erkenntnis mit nach Hause, dass Bambus ein Werkstoff ist, der sowohl ökologischen als auch bautechnischen Ansprüchen gerecht wird und in Zukunft eine Alternative zu Holz und ähnlichem sein kann. In Sachen Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ist er kaum zu schlagen.

BTN Europe will in erster Linie Informationsplattform sein für all diejenigen, die sich für das Thema Bambus als Werkstoff interessieren und es vorantreiben wollen. „Wir stecken momentan noch in vielen Forschungs- und Entwicklungsprojekten und wären froh um jeden, der uns als Mitglied unterstützt“, sagt Dr. Ulrich Riedel. Auf der Homepage des Vereins (www.btn-europe.de) kann man sich über alles rund um den Verein, der mit der Vision angetreten ist, in zehn Jahren das führende europäische Zentrum für die marktgerechte Entwicklung von Bambusprodukten weltweit zu sein, informieren.

Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade ist der Beauftragte für Innovation und Technologie Holger Fiegenbaum, Telefon 04131 712 – 194, fiegenbaum@hwk-bls.de.



 


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