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home / Aktuelles / Presse / Aktuell aus Lüneburg / 2009 / Juni / Präsidenten treffen Kultusministerin zum ersten Gespräch nach der Kammerfusion (24.06.09)
Handwerk erwartet stärkere Berufsorientierung in Haupt- und Realschulen

Braunschweig/Lüneburg/Stade, 24. Juni 2009 (hms).- Zu einem Austausch über Themen der beruflichen Bildung haben die Präsidenten der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Rolf Schneider und Hans-Georg Sander, die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann im Kammergebäude in Lüneburg empfangen. Die Präsidenten betonten, dass Handwerksbetriebe bei der Lehrlingssuche in hohem Maße auf Haupt- und Realschulabsolventen angewiesen seien. Allerdings wird es nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz bis zum Jahr 2020 35 Prozent weniger Hauptschulabsolventen und 28 Prozent weniger Realschulabsolventen geben. „Diese Zahlen und Entwicklungen zeigen, wie wichtig eine Stärkung der Berufsorientierung an den Schulen ist“, führte Schneider aus. „Wir brauchen auch in Zukunft gut qualifizierte Schulabgänger, sonst können wir den Fachkräftenachwuchs im Handwerk nicht sichern“, äußerte sich Sander sorgenvoll gegenüber der Ministerin. "Wir haben mit dem neuen Schulgesetz die Grundlage für eine stärkere berufliche Orientierung an den Haupt- und Realschulen gelegt. Damit bieten wir den Ju-gendlichen konkrete Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sichern gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe", sagte Heister-Neumann.

Die beiden Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten und Otto Schlieckmann berichteten über den guten Fortgang der Kammerfusion. Die Verknüpfung der  Technologie- bzw. Berufsbildungszentren an den drei Standorten im Bezirk der neuen Kammer laufe planmäßig. Da in allen Bildungszentren Überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen (ÜLU) für viele Handwerksberufe durchgeführt werden, sprachen die Kammervertreter auch die Neufassung der ÜLU-Richtlinie durch die Landesregierung an. „Das Handwerk erwarte insbesondere für die Bauberufe eine Angleichung der Zuschüsse handwerklicher und industrieller ÜLU-Lehrgänge“, stellte Schlieckmann klar. Bisher bezuschusst das Land einen ÜLU-Platz für einen Bau-Lehrling aus dem Handwerk nur mit knapp der Hälfte des Fördersatzes, der für einen Auszubildenden der Bau-Industrie gezahlt wird. „Das ist unseren Mitgliedsbetrieben nicht zu vermitteln“, merkte Bünten an.

Eine zusätzliche Herausforderung sei die im Richtlinienentwurf vorgesehene Reduzierung der Landesförderung für die Bau-ÜLU im ersten Ausbildungsjahr. Die daraus resultierende Finanzierungslücke in der Berufsausbildung junger Menschen könne das Handwerk allein nicht schließen, unterstrichen die Handwerksrepräsentanten gegenüber Ministerin Heister-Neumann.


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