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home / Aktuelles / Presse / Aktuell aus Lüneburg / 2009 / Juni / Handwerker qualifizieren statt entlassen (09.06.2009)
Mit Köpfchen durch die Krise

Die Teilnehmer des CNC-Lehrgangs der Wendland Zerspanungs-Technik GmbH Jürgen Bloy, Heiko Dybski, Oliver Fintelmann, Sven Friese,
Dirk Künzel und Sergej Much mit ihrem Dozenten, Feinwerktechnikermeister Rasmus Krüger (l.), und dem Leiter der Meisterakademie Plus Lüneburg, Armin Wesa (2. v. l.).

v.l. Informierten über Kurzarbeit im Handwerk: der Geschäftsführer Fort- und Weiterbildung/Kompetenzzentren der Handwerkskammer Jörg Warnecke, Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Uelzen, der Geschäftsführer der Wendland Zerspanungs-Technik GmbH, Ralf Prahler, und der Leiter der Meisterakademie Plus Lüneburg, Armin Wesa.

Braunschweig/Lüneburg/Stade, 9. Juni 2009.- Die Handwerkskonjunktur zeigt sich insgesamt noch recht stabil, in einigen Bereichen sind die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise gleichwohl bereits zu spüren. Insbesondere bei den handwerklichen Zulieferern für die Industrie hat sich die Auftragslage verschlechtert. Aber während in vielen Großunternehmen Kurzarbeit gefahren und die Personalentwicklung vorangetrieben wird, reagieren kleine und mittlere Betriebe zurückhaltend auf die staatlichen Arbeitsmarktinstrumente. Dabei können Phasen der Kurzarbeit optimal genutzt werden, um Mitarbeiter zu qualifizieren.
Chancen in der Krise bietet jetzt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade in Zusammenarbeit mit den örtlichen Agenturen für Arbeit. In den Technologiezentren der Handwerkskammer in Lüneburg und Stade können von Kurzarbeit betroffene Handwerker neue Qualifikationen erwerben, die ihre Aufstiegsmöglichkeiten erhöhen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. 

Auch Ralf Prahler, Geschäftsführer der Wendland Zerspanungs-Technik GmbH in Hitzacker, schickte 20 seiner 100 Mitarbeiter noch einmal auf die Schulbank. „Entlassungen sind keine Lösung”, weiß der Unternehmer, der sich seit 15 Jahren unter anderem auf die Fertigung von Kugellagerringe spezialisiert hat. „Sobald sich die Auftragslage bessert, fehlen mir wieder gute Leute.” Statt zu Hause Däumchen zu drehen, lernen die zumeist angelernten WZT-Mitarbeiter jetzt Präzisionswerkstücke an numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen zu fertigen. Ausgebildet werden die zukünftigen CNC-Spezialisten in den modern ausgestatteten Lehrwerkstätten der Handwerkskammer. „Alles was das Handwerk braucht, bieten wir in unseren Technologiezentren in Lüneburg und Stade: eine hochwertige Ausstattung mit modernster Technik, qualifizierte Ausbilder und den Blick für die Anforderungen der Praxis”, erklärt Jörg Warnecke, Geschäftsführer der Handwerkskammer, zuständig für den Bereich Fort- und Weiterbildung.

Neben der CNC-Ausbildung bietet die Handwerkskammer 15 zertifizierte Weiterbildungsmaßnahmen an, wie etwa zum Servicetechniker Heizungsbau, zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Metallhandwerk oder zum Internationalen Schweißer.

Finanziert wird die Kombination von Kurzarbeit und beruflicher Weiterbildung von der Agentur für Arbeit. Sie übernimmt das Kurzarbeitergeld und die Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent. An den Weiterbildungskosten beteiligt sie sich – je nach Qualifizierung – mit 25 bis 80 Prozent. „Kurzarbeit und Qualifizierung hilft, Menschen in Arbeit zu halten. Der Fachkräftebedarf besteht auch weiterhin, darum ist es wichtig, diese Möglichkeit zu nutzen”, so Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Agentur für Arbeit in Uelzen. Sie rät deshalb betroffenen Handwerksbetrieben, sich umgehend an die örtlichen Arbeitsagenturen zu wenden, wenn sich Auftragsflauten ankündigen.

Kurzarbeitergeld können Unternehmen jeder Größe und jeder Branche beantragen. Egal ob es ich um einen drei Köpfe zählenden Friseursalon handelt, einen Autozulieferer mit 200 Beschäftigten oder einen Baukonzern mit 10.000 Mitarbeitern.

Handwerksbetriebe, die nicht von Kurzarbeit betroffen sind, können von dem Programm „WeGebAU“ profitieren. Mit diesem Qualifizierungsprogramm können speziell ältere und gering qualifizierte Beschäftigte gefördert werden.

Weitere Auskünfte bei der Handwerkskammer erteilt Armin Wesa, Telefon 04131 712-366, E-Mail wesa@hwk-bls.de.


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