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home / Aktuelles / Presse / PresseLueneburg / Aktuell aus Lüneburg-Stade / Juli / Aufsatz beleuchtet den Beitrag des Handwerks zur 60-jährigen Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland (24.07.09)
Garant für ökonomische und soziale Stabilität
Braunschweig/Lüneburg/Stade, 24. Juli 2009.- Die Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland ist untrennbar mit der Sozialen Marktwirtschaft verbunden. Der Historiker und Politikwissenschaftler Dr. phil. Thomas Felleckner hat das 60-jährige Jubiläum der Bundesrepublik zum Anlass genommen, den Beitrag des Handwerks zum Gelingen dieses einzigartigen Modells zu beleuchten. „Die Bundesrepublik war 1949 noch nicht viel mehr als ein Experiment mit unsicherem Ausgang“, schreibt Felleckner in seinem Aufsatz. Ihr Erfolg musste sich vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet entscheiden, denn Viele hätten angesichts des Scheiterns der Weimarer Republik nicht so recht an eine Zukunft mit Demokratie und Marktwirtschaft geglaubt. Die maßgebliche Rolle des Handwerks und seiner Organisation macht der Historiker an zwei Punkten fest: Die Qualifikation und frühzeitige Wiederaufnahme der Nachwuchsausbildung sowie die Selbstverwaltung als Modell für eine wirkungsvolle Ordnungspolitik auf wirtschaftlichem Gebiet.

Während die Industrie nach Kriegsende weitgehend nieder lag, hätten die Handwerksbetriebe vom ersten Tag an ihre Arbeit wieder aufgenommen und sich der Ausbildung des Nachwuchses angenommen. „Es wird oft übersehen, dass es die Handwerksbetriebe waren, die in den ersten schweren Jahren die Hauptlast des Wiederaufbaus trugen und bewältigten“, so Felleckner, der als Abteilungsleiter im Bereich Fort- und Weiterbildung bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade tätig ist. Durch die handwerklichen Ausbildungsleistungen hätten auch die anderen Wirtschaftsbereiche wieder über gut qualifiziertes Fachpersonal für den Wiederaufbau verfügt. Wegen des hohen Engagements in der beruflichen Erstausbildung und der geringeren Insolvenzanfälligkeit durch seine gut qualifizierten Betriebsinhaber habe das Handwerk im Laufe der 60 Jahre entscheidend zur ökonomischen und sozialen Stabilität der Bundesrepublik beigetragen, betont der Historiker.

Zum Beweis, dass das Handwerk diese volkswirtschaftlichen Leistungen nur erfüllen könne, wenn es auf festen ordnungspolitischen Säulen steht, verweist Felleckner auf Ergebnisse des Praxisvergleichs zwischen britischer und amerikanischer Besatzungszone. Während in der britischen Zone ein Handwerksrecht gegolten habe, das der 1953 verabschiedeten Handwerksordnung recht nahe kam, hätte die amerikanische Zone auf völlige Gewerbefreiheit gesetzt. In der Folge hätten sich in der US-Zone laut einer Untersuchung die wirtschaftlich bedingten Konkurse von 1948 bis 1949 nahezu verdoppelt und die Bevölkerung zunehmend über unzureichende Leistungen des Handwerks geklagt. Der Historiker erklärt, warum: „Die wesentliche Ursache dafür lag in der mangelhaften Qualifikation vieler Betriebsinhaber, die häufig über keinerlei Sachkunde verfügten.“ Aufgrund dieser Erfahrungen habe der Deutsche Bundestag am 26. März 1953 mit sämtlichen Stimmen der demokratischen Parteien das „Gesetz zur Ordnung des Handwerks“ verabschiedet. Das Fazit des Historikers: Die Organisation des Handwerks sei in seiner speziellen deutschen Form ein weltweit einmaliges Modell, das sich im Laufe der Jahre bewährt habe. Gleiches gelte für die Bundesrepublik Deutschland. „Beide passen daher sehr gut zusammen.“

Der Aufsatz ist in der Reihe „Standpunkte“ erschienen und kann kostenlos über die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Dipl.-Volkswirt Frank Ahlborn, Tel. 04131 712-103, ahlborn@hwk-bls.de, bezogen werden.

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