Braunschweig, 06. März 2009.- Im Handwerk hat die Finanzkrise weiterhin kaum Auswirkungen auf die Betriebe. Das ergab eine Blitzumfrage der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade unter ausgewählten Betrieben des Bezirks Braunschweig.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen in allen Bereichen ein deutliches Bild: 80 Prozent der Befragten halten ihre Geschäftslage derzeit für befriedigend bis gut, die Erwartungen für die nächsten Monate sind genauso optimistisch: Fünf Prozent dieser Betriebe rechnen zukünftig mit einer sich noch verbessernden Geschäftslage. Die Hälfte aller Befragten ist zwischen 80 und 100 Prozent ausgelastet; der Auftragsbestand ist je nach Branche unterschiedlich, reicht aber im Durchschnitt für knapp fünf Wochen.
Die Kaufkraft der Kunden ist trotz der Krise bislang nicht zurückgegangen. Mehr als die Hälfte der Betriebsinhaber berichtet von gleichbleibenden oder steigenden Umsätzen in den letzten Monaten. Für die Zukunft zeigt sich eine deutliche Tendenz zu mehr Umsätzen – rund ein Drittel erwartet einen Anstieg.
Bei den Investitionen zeigte die Herbstumfrage der Handwerkskammer ein verhalten optimistisches Bild. Daran hat sich nichts geändert. Zwei Drittel der nun befragten Betriebsinhaber wollen auch in den nächsten Monaten wie bisher investieren, nur knapp ein Drittel stellt Investitionen zunächst in den Hintergrund.
Zum Thema Kreditvergabe antworteten die befragten Betriebsinhaber weitgehend positiv. Zwar haben sich die Voraussetzungen der Banken für die Vergabe von Krediten verschärft, mehr als zwei Drittel der Betriebsinhaber gaben aber an, keine Veränderungen zu bemerken oder keine Kredite in Anspruch nehmen zu müssen.
„Unsere Betriebe sind fast alle Kunden der Sparkassen und Volksbanken, bei denen es auch weiterhin keine Kreditklemme gibt“, sagte Otto Schlieckmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Zwar würden jetzt die Banken die Betriebe genauer prüfen, aber Probleme gebe es bei den meisten nicht. „Wer jetzt keinen Kredit bekommt, hätte ihn in den allermeisten Fällen auch vorher nicht bekommen“, so Schlieckmann. Die Umfrage zeige, dass die Finanzkrise im Handwerk bisher nicht angekommen sei und dass gesunde Betriebe die besten Voraussetzungen hätten, die Krise zu meistern.
Befragt wurden 70 Betriebsinhaber aus den verschiedenen Innungen des Bezirks Braunschweig.