Braunschweig, 29. Januar 2009.- Lediglich um 0,3 Prozent stieg im letzten Jahr die Zahl der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk. Nur in den zulassungsfreien Berufen gab es unverändert Zuwächse; die Zahl der vollhandwerklichen Unternehmen ging dagegen leicht zurück.
Insgesamt waren am 1. Januar 2009 28.241 Betriebe bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade eingetragen, nur 77 mehr als zu Beginn des Jahres 2008. Im ehemaligen Kammerbezirk Braunschweig ist die Zahl der Betriebe im Jahr 2008 von 8.900 auf 8.983, also um knapp ein Prozent gestiegen. Im ehemaligen Kammerbezirk Lüneburg-Stade hat sich die Zahl der Betriebe dagegen geringfügig von 19.264 auf 19.258 verringert. „Die Zeit der rasanten Betriebszuwächse der letzten Jahre scheint damit beendet“, sagte Hauptgeschäftsführer Otto Schlieckmann.
Der größte Teil der Betriebe gehört unverändert dem Vollhandwerk an. Die zulassungsfreien und handwerksähnlichen Berufe holen aber auf. Im gesamten Kammerbezirk machen sie mittlerweile 37 Prozent der Betriebe aus, im Altbezirk Braunschweig sogar 46 Prozent. „Wir haben zurzeit 4.849 vollhandwerkliche Betriebe im ehemaligen Braunschweiger Kammerbezirk. Das sind 76 weniger als im Vorjahr“, teilte Schlieckmann mit. Besonders betroffen von dem Rückgang waren Betriebe des Maurer- und Betonbauerhandwerks. Gestiegen ist dagegen die Zahl bei den zulassungsfreien Handwerken: Hier wuchs der Bestand gegenüber 2007 um 132 auf 1.904 Betriebe. Die größten Zuwächse verzeichneten hier die Raumausstatter. Geringe Steigerungen gab es auch bei den handwerksähnlichen Betrieben: Hier wuchs die Zahl um 27 auf 2.230. Angestiegen ist insbesondere die Zahl der Betriebe, die genormte Fertigteile einbauen. Vergleichsweise starke Rückgänge gab es bei den Kosmetikerinnen. „Die Zuwächse sind damit insgesamt deutlich geringer als in den Vorjahren“, sagte Schlieckmann. Angesichts der drohenden Wirtschaftskrise sei auch in diesem Jahr nicht mit großen Steigerungen zu rechnen.
Anders als in den Vorjahren gab es auch in den einzelnen Kreisen nicht nur Zuwächse, sondern zum Teil Rückgänge. Zugenommen hat die Zahl der Betriebe in Braunschweig, Peine, Salzgitter und Wolfsburg, wobei es die größten Zuwächse in Braunschweig gab. Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Unternehmen in Goslar, Helmstedt und Wolfenbüttel. In Gifhorn blieb die Zahl konstant. In keinem der Kreise bzw. kreisfreien Städte des ehemaligen Regierungsbezirks Braunschweig gab es aber Zuwächse im Bereich der vollhandwerklichen Betriebe. „Seit vier Jahren stagnieren die Zahlen im Vollhandwerk mehr oder weniger“, bestätigte
Hauptgeschäftsführer Otto Schlieckmann. „Wir sehen diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen“, sagte er. Einerseits freue man sich über das Interesse an der Gründung von handwerklichen Betrieben, andererseits dürfe nicht vergessen werden, dass nur die vollhandwerklichen Betriebsinhaber eine qualifizierte Ausbildung, zumeist nachgewiesen durch die Meisterprüfung, hätten und ausbilden dürften. „Wir müssen also aufpassen, dass diese Entwicklung nicht auf Kosten der Qualität und der Ausbildung im Handwerk geht“, sagte Schlieckmann.