Schwarzarbeit
Unter
"Schwarzarbeit" wird eine berufliche Tätigkeit verstanden, die ausgeübt
wird, ohne der gesetzlichen Anmeldepflicht bzw. der Steuer- und
Abgabenpflicht nachzukommen. Schwarzarbeit ist damit Teil des
umfassenderen Begriffes "Schattenwirtschaft", zu dem auch Tauschhandel,
Do-it-yourself, Eigenversorgung, Nachbarschaftshilfe, Schmuggel und
Hausarbeit gehören. Diesen Tätigkeiten ist gemein, dass sie nur schwer
zu erfassen und bewerten sind und daher auch nicht in die Berechnung
des Bruttoinlandsprodukts einer Volkswirtschaft mit eingehen. Sie
spielen sich also im Verborgenen, im "Schatten" der offiziellen
amtlichen Statistik ab.
Zu
unterscheiden ist weiterhin zwischen legalen und illegalen Tätigkeiten.
Niemand käme auf die Idee, das private Kochen im Familienkreis oder
andere tägliche Hausarbeiten zu verbieten. Auch die Nachbarschaftshilfe
ist grundsätzlich erlaubt. Dort jedoch, wo ganze Häuser von angeblichen
Freunden und Bekannten hochgezogen werden, ist die Grenze
überschritten. Hier handelt es sich vielmehr um Schwarzarbeit - illegal
und mit verheerenden Folgen für die Gesamtwirtschaft.
Die Ursachen der ausufernden Schwarzarbeit
Schwarzarbeit
entsteht immer dann, wenn die Belastung mit Steuern und Abgaben als zu
hoch empfunden wird. Dem Bürger wird von seinem Bruttoeinkommen ein
erheblicher Teil abgezogen. Gleichzeitig ist ein Unternehmer mit
hohen Lohnzusatzkosten belastet, wenn er Mitarbeiter einsetzt.
Indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer erhöhen die Belastungen
zusätzlich. Alles in allem führt dies z.B. zu der absurden Situation,
dass heute ein Geselle mehr als sechs Stunden arbeiten muss, um selbst
eine Handwerkerstunde bezahlen zu können. Schwarzarbeit ist
gewissermaßen ein gefährliches Ventil, durch das die zu hoch
empfungen Belastungen illegal umgangen werden.
Die Folgen der Schwarzarbeit
Mit
am stärksten von der Schwarzarbeit betroffen ist das Handwerk. Ob im
Baubereich, bei der Reparatur von Kfz oder im Friseurbereich – jede
irgendwo schwarz durchgeführte Tätigkeit bedeutet für die ehrlich und
gewissenhaft tätigen Handwerksbetriebe einen entsprechenden
Auftragsverlust. Schwarzarbeit führt dadurch zu Umsatzrückgängen im
regulären Handwerk und vernichtet Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Gleichzeitig entstehen den öffentlichen Haushalten einschließlich der
Sozialversicherungen Ausfälle bei Steuern und
Sozialversicherungsbeiträgen in geschätzter Höhe von 40 bis 50
Milliarden Euro. Hohe Arbeitslosigkeit, noch höhere Steuern und
Beitragsbelastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind die Folge.
Aus
diesen Gründen setzt sich die Handwerkskammer
Braunschweig-Lüneburg-Stade mit Nachdruck für ein Zurückdrängen der
Schwarzarbeit ein. Der Hauptansatzpunkt hierfür muss bei den
eigentlichen Ursachen der Schwarzarbeit, also in einer Senkung von
Steuern und Abgaben, liegen. Eine stärkere Verfolgung von
Schwarzarbeitsdelikten ist ebenfalls erforderlich, kann aber letztlich
nur ergänzenden Charakter aufweisen.