Bizarre
Szenen am Berliner Gendarmenmarkt: Der
britische Regisseur Peter Thwaites hat im September einen spektakulären
Werbefilm für das deutsche Handwerk gedreht, der ab 16. Januar 2010 in Kino und
Fernsehen läuft. Für die Spezialeffekte waren vor allem Handwerker zuständig.
Berlin, im Oktober 2009 – Taschen und
Handys verschwinden wie von Geisterhand, ein Brötchen zerbröselt zu Staub, eine
Wasserfontäne schießt haushoch aus dem Pflaster des Gendarmenmarkts, Autos brechen
scheinbar grundlos auseinander. Hinter diesen merkwürdigen Szenen mitten in
Berlin steckt keine Hexerei, sondern Peter Thwaites. Der britische Regisseur
hat an vier Tagen im September einen Werbefilm gedreht, der auf die große
wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks aufmerksam macht.
Der Spot zeigt auf beeindruckende Weise, wie unsere Welt ohne die Leistungen
von Handwerkern aus den Fugen geraten würde. Der TV-Spot läuft ab 16. Januar
2010 in Kino und Fernsehen und ist Teil einer groß angelegten Werbekampagne für
das deutsche Handwerk.
Über
TV und Kino lässt sich ganz Deutschland erreichen
Mit Anzeigen in Zeitungen und
Zeitschriften sowie Plakaten soll das Handwerk das Image in der Öffentlichkeit
bekommen, das es verdient: Es ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der viel zum
ökonomischen Erfolg des Standorts Deutschland beiträgt und mit seinen Diensten die
Funktionsfähigkeit der modernen Gesellschaft sichert.
Der Werbefilm spielt im Konzert der
Kampagnenmaßnahmen eine wichtige Rolle. Denn über Fernsehen und Kino lassen
sich die meisten Menschen in Deutschland erreichen und nachhaltig für das Thema
interessieren – vor allem, wenn sie auf humorvolle Weise angesprochen werden.
Großer
Wirtschaftszweig, großes Kino
Wie würde wohl ein Leben ohne das
Handwerk aussehen? Diese Frage beantwortet der Werbefilm, indem er mehrere
Geschichten erzählt. Die kurzen, bewegenden Plots zeigen unterschiedliche
Facetten davon, wie sehr der moderne Mensch auf offensichtliche oder weniger offensichtliche
Leistungen dieser Branche angewiesen ist. Ohne das Handwerk gehen ihm
Gegenstände und Dienste verloren, die er in seinem Alltag als
selbstverständlich wahrnimmt: von der Herstellung des Frühstücksbrötchen bis
hin zur Reparatur des Autos. Ein Leben ohne Handwerk ist ein Leben ohne
Zivilisation, so die Botschaft des Films. Diese auf eine Länge von nur 60
Sekunden zu verdichten, war die besondere Herausforderung für die Filmemacher.
„Es ist eben keine Werbung für Joghurt oder Bier – deshalb sind wir da auch
ganz anders herangegangen und haben einen TV-Spot mit Kinocharakter gedreht“,
sagt Produzent Jan Fincke von Czar Film GmbH. Die Bedeutung des großen
Wirtschaftszweigs lässt sich am besten in eindrucksvollen Bildern darstellen –
großes Kino eben.
Spezialeffekte
aus Handwerkerhand
Für die Umsetzung waren
selbstverständlich einige cineastische Spezialeffekte notwendig. Nur wenige
davon wurden in der Nachbearbeitung mithilfe von Computertechnik in das
Filmmaterial eingebaut. Die meisten erzeugten Handwerker und Effektspezialisten
in mühevoller Kleinarbeit am Dreh „von Hand“. Ein Team hat beispielsweise dafür
gesorgt, dass die Autos auf Kommando auseinander fallen. Scheinwerfer und
Kotflügel wurden dazu mit Seilen zusammengehalten, die auf Knopfdruck
durchschnitten wurden. Mit viel Kreativität und Liebe zum Detail haben die
beteiligten Handwerker dazu beigetragen, dass ein TV-Spot mit
Hollywoodcharakter für ihre Branche wirbt. Bis zum Ende des Jahres werden jetzt
noch der Schnitt und die technische Bearbeitung des Werbefilms vorgenommen, ehe
er seine Premiere feiert.