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Interview mit Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks
Eine bundesweite
Imagekampagne soll das verbreitete Bild des Handwerks gerade rücken und seine politische
und gesellschaftliche Durchsetzungsfähigkeit dauerhaft stärken. Im Interview
verrät Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
(ZDH), wie diese Ziele erreicht werden.
Herr Kentzler,
jeder in Deutschland kennt handwerkliche Betriebe. Warum braucht das deutsche
Handwerk überhaupt eine Imagekampagne?
Sie haben Recht: Jeder Bürger hat täglich auf die eine
oder andere Weise etwas mit dem Handwerk zu tun. Oftmals ist das den Menschen
aber gar nicht bewusst. Das geht auch aus einer forsa-Studie hervor: Das Image des
Handwerks an sich ist ja nicht schlecht. Handwerker werden durchaus als
kompetent und zuverlässig bewertet. Aber viele Berufe werden leider nicht als
Teil des Handwerks wahrgenommen. Die Menschen unterschätzen deshalb das
Handwerk in seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung. Und sie
vermissen laut der Studie beim Handwerk Modernität. Das gilt vor allem für Jugendliche,
unseren potentiellen Nachwuchs, und da müssen wir aufklären.
Was kann eine
Kampagne dagegen tun?
Mit Hilfe der Kampagne wollen wir das Bild vom
Handwerk gerade rücken. Wir wollen zeigen, was das Handwerk für Deutschland
leistet und wie innovativ es ist. Dass Handwerk stets auf der Höhe der Zeit
ist, um Erfolg zu haben, und deshalb auch Zukunft hat. Gleichzeitig soll die größte
Imagekampagne in der Geschichte des Handwerks unsere politische und
gesellschaftliche Durchsetzungsfähigkeit dauerhaft sichern und stärken. Das
heißt: Die Interessen dieses Wirtschaftszweiges wollen wir sowohl auf Landes-
als auch auf Bundesebene berücksichtigt wissen.
Wie wollen Sie
dieses Ziel genau erreichen?
Eine ganz wesentliche Rolle spielt bei der Kampagne
ein Fernseh- und Kinospot. Am 16. Januar 2010 ist die
Erstausstrahlung im Fernsehen. Danach wird der Spot im Kino gezeigt und es
folgen Anzeigen sowie Plakate. Mit frischen und humorvollen Motiven werden wir
zeigen, dass in Deutschland nichts ohne das Handwerk geht. Wir Handwerker sind eine
Wirtschaftsmacht – aber eine menschliche und sympathische.
Kann ein TV- und Kinospot die Menschen wirklich für das Handwerk
begeistern?
Da bin ich mir sicher. Der
Film erzählt beeindruckend und gleichzeitig humorvoll, wie ein Leben ohne
Handwerk – und das heißt, ohne Zivilisation – aussieht. Das wird ein echter
Hingucker.
Wie können sich die Betriebe selbst an der Kampagne beteiligen?
Jeder Betrieb bekommt
zunächst ein Starterpaket mit Plakaten und Aufklebern von seiner
Handwerkskammer. Damit können die Handwerker vor Ort Flagge zeigen – sich zu
ihrem Wirtschaftszweig bekennen. Darüber hinaus wird es noch vielfältige
Aktionen geben, mit denen wir die bundesweite Dachkampagne und die Maßnahmen vor
Ort verzahnen. Erst mit den Aktionen vor Ort und dem Einsatz jedes Handwerkers
erreichen wir die Durchschlagskraft, die wir brauchen und die wir wollen.
Wie wird die
Kampagne in der Handwerkerschaft bisher aufgenommen?
Es besteht ein breites Interesse und die Handwerker
engagieren sich kräftig. Das ist ein sehr gutes Signal. Es zeigt den Willen des
Handwerks, ein deutliches Zeichen zu setzen: Ein Zeichen seiner Stärke, seiner
Leistungsfähigkeit, seiner Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft in
Deutschland. Und: Ein Zeichen für seine Zusammengehörigkeit.